Klassische Kammermusik

Die Schwetzinger SWR Festspiele 2022 - "Arkadien"

Die Schwetzinger Festspiele finden seit 1952 statt.
Die Schwetzinger Festspiele finden seit 1952 statt. © Peter H / pixabay.com

Seit 1952 finden jedes Jahr die Schwetzinger Festspiele des SWR im Schwetzinger Schloss statt. Das internationale Festival für klassische Musik läuft diesmal unter dem Motto "Arkadien". In einer Zeit, in der Kultur zerbrechlich wurde, sind die Festspiele eine wichtige Bereicherung für uns.

Seit über 60 Jahren präsentieren die Schwetzinger SWR Festspiele Opern und Konzerte aus der kulturhistorisch bedeutenden Theater- und Landschaftsarchitektur des Schwetzinger Schlosses. Mit etwa 550 Rundfunkausstrahlungen jedes Jahr sind sie das größte Radio-Festival für klassische Musik. Mit historischen Konzertsälen, dem Hoftheater und den weitläufigen Parkanlagen ist die Atmosphäre einzigartig.

Auch wenn das Corona-Virus 2022 nicht verschwunden ist, können wir als Gesellschaft nicht auf Musik verzichten. Denn unsere Erinnerungen an eine Zeit, in der Konzertreihen und Festspiele noch ohne Plan B konzipiert werden konnten und der Kulturbetrieb weniger mit Existenzängsten zu kämpfen hatte, führen uns vor Augen, wie bedeutend Kunst und Kultur für uns alle ist. Gut, dass dieses Jahr wieder Nähe zum Publikum erlaubt ist. So finden die Schwetzinger Festspiele wieder vor Publikum und im Radio statt.

Mit über 40 Veranstaltungen werden Gewohnheiten durchbrochen und bekannte und neue, unbekannte Welten eröffnet. Unter ihnen ist erneut eine Oper, die als Auftragsarbeit im Namen der SWR Festspiele und in Kooperation mit den Festspielen Bregenz entstand ist. Komponiert wurde sie vom rheinländischen Komponisten Johannes Kalitzke, der inzwischen in Wien lebt.

Mit dem Titel "Kapitän Nemos Bibliothek" verweist Kalitzkes Oper auf Per Olov Enquist, dessen Roman denselben Namen trägt. Für die Umsetzung des Projekts zeigt sich der Intendant des Haller Puppentheaters, Christoph Werner, verantwortlich. Musikalisch besetzte man Johanna Zimmer, Noa Frenkel, Iurii Ishkevich, Reuben Willcox, Rinnat Moriah in den Rollen der Sängersolisten und das Ensemble Modern Frankfurt für die musikalische Untermalung. Als musikalischer Leiter tritt kein geringerer als Kalitzke selbst in Erscheinung. Die Kulturstiftung des Bundes steuerte finanzielle Mittel zur Unterstützung bei.

Nachdem man das Beethoven-Spektakel mit Nico and the Navigators, "Force & Freedom", aufgrund der pandemischen Lage verschieben musste, plant man nun zahlreiche weitere szenische Aufführungen: Zum einen eine Oper Giuseppe Gazzanigas namens L’Isola d’Alcina, die sich grandios mit der Legende um die Zauberin Alicina befasst. Nachdem das Werk seine Uraufführung am 1773 am Hoftheaters Schwetzingen erlebte, erweckt man es nun gemeinsam mit dem Staatstheater Oldenburg erneut zum Leben. Zu hören gibt es ein international besetztes Sängerensemble, für dessen musikalische Untermalung sich das L’arte des mondo Ensemble verantwortlich zeigt. Die Gestaltung für Musik und Regie übernehmen jeweils Werner Erhardt und Christoph von Bermuth.

Außerdem wurde die Mannheimer Fassung des Melodram Medea aufgeführt. Das Werk von Georg Anton Benda aus dem Jahre 1784 befasst sich ebenfalls mit dem Mythos um Medea. Erst vor Kurzem erschien die Neuedition im Rahmen von "Opera. Spektrum des europäischen Musiktheaters", einem Forschungsprojekt aus Frankfurt. Gespielt wurde La Stagione Frankfurt, gesprochen von Michael Rotschopf in der Rolle des Jason und Marina Galic in der Rolle der Medea.

Der Sender SWR2 begleitet die Festspiele mit Liveübertragungen der Konzerte und der Rahmenhandlung. Auch später sind noch weitere Konzertmitschnitte der Schwetzinger Festspiele 2022 im Radio zu hören.

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Kammermusik Kontraste

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Sowohl solo als auch gemeinsam oder in verschiedenen Kombinationen treten die vier Musiker/innen auf. In "Kammermusik Kontraste" geht es um das Konzert, in dem vier Werke eine Vereinigung erfahren, die Grenzen überschreiten und sich gegensätzliches zusammenfindet.