Klassische Kammermusik

Die Schwetzinger SWR Festspiele 2026 - "Haltung"

Die Schwetzinger Festspiele finden seit 1952 statt.
Die Schwetzinger Festspiele finden seit 1952 statt. © Peter H / pixabay.com

Seit 1952 finden jedes Jahr die Schwetzinger Festspiele des SWR im Schwetzinger Schloss statt. Und in einer Zeit, in der Kultur zerbrechlich wurde, sind die Festspiele eine wichtige Bereicherung für uns. Das internationale Festival für klassische Musik läuft diesmal unter dem Motto "Haltung".

Seit über 60 Jahren präsentieren die Schwetzinger SWR Festspiele Opern und Konzerte aus der kulturhistorisch bedeutenden Theater- und Landschaftsarchitektur des Schwetzinger Schlosses. Mit etwa 550 Rundfunkausstrahlungen jedes Jahr sind sie das größte Radio-Festival für klassische Musik. Mit historischen Konzertsälen, dem Hoftheater und den weitläufigen Parkanlagen ist die Atmosphäre einzigartig.

Die renommierten Schwetzinger SWR Festspiele 2026 sind vom 24. April bis 23. Mai 2026 und bringen wieder einmal ein unvergessliches Programm mit. In den Veranstaltungen werden Gewohnheiten durchbrochen und bekannte und neue, unbekannte Welten eröffnet. In dieser Saison wird "Haltung" gezeigt! Dieses Konzept zieht sich durch eine musikalische Zeitreise, die von der Renaissance bis in die Gegenwart reicht. Und laut der künstlerischen Leiterin der Schwetzinger SWR Festspiele, Cornelia Bend, ist "Haltung ein integraler Bestandteil jeder künstlerischen Disziplin." Für das Festival bedeutet es Offenheit, Verantwortung übernehmen und eine flexible Position einnehmen, die andere Perspektiven zulässt. Kunst schafft Verbindungen – sei es durch Erleben, Dialog oder gemeinsames Staunen. Zudem verbindet das Festival künstlerischen Hochgenuss, innovative Konzertformate sowie zugängliche Künstler:innen und wird durch ein vielfältiges Vermittlungsangebot ergänzt.

Zur Festspieleröffnung erklingt die Uraufführung des Werks "Malina", eine Oper, die auf dem Roman von Ingeborg Bachmann basiert, anlässlich ihres 100. Geburtstags. Diese wurde von Karola Obermüller und Peter Gilbert komponiert, Tina Hartmann schrieb das Libretto und die Inszenierung übernahm Franziska Angerer. Das literarische Werk erkundet das Thema der Männlichkeit im Weiblichen und thematisiert Aspekte von Stimme, Geschlechtsidentität sowie die damit verbundenen Diskurs- und Interpretationshoheiten. Claudio Monteverdis "L’Orfeo" bietet mit seiner Premiere einen spannenden Gegensatz zu der Erstaufführung von "Malina". In dieser bahnbrechenden Oper übernimmt Julian Prégardien die Rolle des Orfeo. Prégardien, der für seine Auftritte in Schwetzingen gefeiert wird, ist ein fest etablierter und beliebter Künstler.

Zu den drei Residenzkünstlern der Schwetzinger SWR Festspiele 2026 zählen Dorothee Oberlinger, Sophie Pacini, Jörg Halubek und das Signum Quartett. Diese Künstler:innen sowie ein Residenz-Ensemble bekommen die Ehre, ihr Können und ihre facettenreichen Arbeiten zu zeigen und mit dem Publikum zu interagieren und sich auszutauschen. Dorothee Oberlinger demonstriert eindrucksvoll die klanglichen Facetten der Blockflöte: Das Instrument kann sowohl melodisch erklingen, als auch sanft klagen und fröhlich trällern. Sie malt dabei lebhafte Bilder barocker Sirenen und erzählt Geschichten über die Liebe und eine imaginäre Zeitspanne zwischen Sommer und Herbst. In ihrer Rolle als Expertin für historisch fundierte Aufführungspraktiken gründete Oberlinger ein eigenes Ensemble, das sie nach ihrer bevorzugten Ära benannte: dem Jahr 1700. Sophie Pacini gilt weltweit als renommierte Pianistin. Darüber hinaus engagiert sie sich als Musikpädagogin und moderiert im Radio – eine dynamische und äußerst kreative Persönlichkeit. Besonders zeichnet sie sich dadurch aus, dass sie in Frauenhäusern Auftritte für Frauen organisiert. In Schwetzingen tritt sie sowohl solo als auch mit bekannten Künstlern auf. Jörg Halubek, ein vielseitiger Künstler, wirkt sowohl als Dirigent, Cembalospieler als auch Organist. Er ist das führende Mitglied des Ensembles Il Gusto Barocco und fokussiert sich leidenschaftlich auf entlegene Bereiche der sogenannten Alten Musik. Bei einem Auftritt in Schwetzingen steht Halubek am Pult für Monteverdis Oper L’Orfeo. Darüber hinaus zelebriert er mit einer Barock-Festivität die breite Vielfalt und die charakteristischen Extreme der Musik aus dem frühen 17. Jahrhundert. Mit seinem Werk Eurydike rückt er zudem die feminine Perspektive des Orpheus-Mythos ins Rampenlicht. Das im Jahr 1994 ins Leben gerufene Signum Quartett genießt einen ausgezeichneten Ruf aufgrund seiner raffinierten und ausdrucksstarken Interpretationen. In Schwetzingen zeigt das Ensemble nicht nur die Vielfalt seines musikalischen Spektrums, sondern offenbart auch seine Experimentierfreude: Neben renommierten Kompositionen von Janáček, Schubert und Haydn weckt es Interesse an weniger vertrauten Stücken und entführt das Publikum sogar einmal in seine Rock Lounge.

Das vierwöchige Programm verspricht ein vielfältiges Angebot aus Musik, Tanz und Literatur sowie einige spannende Höhepunkte!

Der Sender SWR2 begleitet die Festspiele mit Liveübertragungen der Konzerte und der Rahmenhandlung. Auch später sind noch weitere Konzertmitschnitte der Schwetzinger Festspiele 2026 im Radio zu hören. 

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