
Hörspiel
"Der Gehülfe" - Hinfälliger Kapitalismus in der Nussschale von Robert Walser
Der Regisseur und Klangkünstler Stefan Weber hat Robert Walsers Werk "Der Gehülfe" aus dem Jahr 1908 in ein Hörspiel verwandelt.
Der junge Joseph Marti bewirbt sich als Assistent bei dem erfolglosen Erfinder Carl Tobler. Herr und Frau Tobler leben immer mehr auf Pump in ihrer Villa, während die Patente des Ingenieurs die Erwartungen nicht erfüllen. Ihr Leben dreht sich zunehmend um eine Werbe-Uhr, durch die Tobler wohlhabende Investoren gewinnen möchte. Mit steigender Verzweiflung wächst seine Angeberei, die er zunehmend an seinem Umfeld, insbesondere an seiner Gattin, auslässt. Die Dorfbewohner:innen beobachten den Verfall der Villa Tobler mit wachsender Schadenfreude, während Joseph Marti, der Erzähler und seltsam unbeteiligte Hauptcharakter dieser Geschichte, das Geschehen nüchtern aufgreift, Gedichte für sich selbst schreibt und mit Frau Tobler mehr oder weniger anständige Momente teilt.
Webers Mischung aus Sprache und Klang präsentiert uns das kleine Dorf Bärenswil und seine Bewohner:innen als lebendiges Abbild gescheiterter menschlicher Beziehungen. Bei der Verdichtung des Inhalts wurden verschiedene Schichten von Walsers literarischem Irrsinn reduziert, doch die typische Eigenart seiner Charaktere bleibt unverändert erhalten.
""Der Gehülfe" - Hinfälliger Kapitalismus in der Nussschale von Robert Walser" im Überblick
"Der Gehülfe" - Hinfälliger Kapitalismus in der Nussschale von Robert Walser
von Robert Walser
| Sendezeit | Sa, 28.03.2026 | 14:00 - 15:00 Uhr |
| Sendung | Ö1 "Hörspiel" |