
Hörspiel
E T T Y - Hörspiel nach den Tagebüchern von Etty Hillesum | Teil 2 von 2
Teil 2/2 | Im zweiten Teil dieses zweiteiligen Hörspiels schildert die niederländische Jüdin Etty Hillesum die zunehmende Unterdrückung und Diskriminierung, unter der die jüdische Gemeinschaft zu leiden hat. In ihren Aufzeichnungen spricht sie ehrlich über das tägliche Erleben der Ungerechtigkeiten und teilt ihre persönlichen Empfindungen dazu mit. Gleichzeitig beginnt sie, tief in sich selbst einzutauchen und über ihre inneren Konflikte zu reflektieren: ihre Ängste, Sehnsüchte, Nervosität sowie das Streben nach Einfachheit, Klarheit und Achtsamkeit. Sie weigert sich, sich in die Rolle eines Opfers drängen zu lassen; stattdessen möchte sie bewusst und selbstbestimmt handeln – ungeachtet der äußeren Herausforderungen.
"Das Böse, das wir bei anderen wahrnehmen, schlummert auch in uns. Ich sehe keinen anderen Weg als den, sich auf das eigene Zentrum zu konzentrieren und dort diese Verderbtheit zu beseitigen. Wir müssen zuerst bei uns selbst beginnen, bevor wir die Welt verbessern wollen," notiert Etty Hillesum am 19. Februar 1942 in ihrem Tagebuch.
Im Sommer desselben Jahres tritt sie eine Tätigkeit im Übergangslager Westerbork an, wo sie im Auftrag des Amsterdamer Judenrats für die soziale Betreuung der Deportierten zuständig ist. Sie wird Zeugin der tiefen Verzweiflung und des Leids um sie herum und bemüht sich, trotz dieser Hölle eine innere Einstellung der Menschlichkeit zu bewahren. Ihre Tagebücher und Briefe geben sowohl die schrecklichen äußeren Bedingungen als auch ihren inneren Widerstand wieder. Etty schreibt über das Praktizieren von Mitgefühl, Verantwortungsbewusstsein und innerem Frieden: "Den Krieg kann man nur bekämpfen, indem man die Liebe in sich selbst entfesselt und ihr die Möglichkeit gibt, zu wachsen." Sie erkennt, dass dies kein naiver Optimismus ist und ergänzt: "Es bedeutet nicht, dass ich nicht auch traurig bin oder mich nie auflehne. Muss man dem Weltschmerz nicht gelegentlich ein Zuhause bieten?"
Am 7. September 1943 wird Etty Hillesum zusammen mit ihren Eltern und Brüdern nach Auschwitz gebracht. Das Rote Kreuz setzt ihr Todesdatum auf den 30. November 1943 fest. Ihre Tagebücher übergab sie im Vorfeld an eine Freundin mit der Bitte, sie zu veröffentlichen. Auf ihrer letzten Nachricht, die sie am 7. September 1943 aus einem fahrenden Güterzug warf, hinterließ sie die Worte: "Wir haben das Lager singend verlassen. Vater und Mutter waren sehr tapfer und gefasst, ebenso Mischa. Drei Tage werden wir unterwegs sein. Danke für eure liebevolle Fürsorge. Lebt wohl von uns vieren. Etty."
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E T T Y - Hörspiel nach den Tagebüchern von Etty Hillesum
von Etty Hillesum
Mit Lou Strenger, Roland Koch, Sabine Muhar, Markus Meyer
Produktion: 2025
| Sendezeit | Mi, 11.11.2026 | 22:05 - 23:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Hörspiel" |