
Hörspiel
"Elektra" von Helmut Peschina nach Sophokles
Seit langer Zeit wartet Elektra sehnsüchtig auf die Ankunft ihres Bruders Orestes. Gemeinsam planen sie, den Mord an ihrem Vater Agamemnon zu rächen. Agamemnon, einst König von Mykene, wurde nach der Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg von seiner Gattin Klytaimnestra und deren Liebhaber Aigisthos getötet. Diese blutige Tat war selbst ein Vergeltungsakt, denn zu Kriegsbeginn hatte Agamemnon ihre Tochter Iphigenie geopfert.
Klytaimnestra regiert nun mit Aigisthos über Mykene. Im Palast leben ihre Töchter Elektra und Chrysothemis, doch ihr Dasein ist von einer bedrückenden Gefangenschaft geprägt. Während Chrysothemis versucht, sich mit den Umständen zu arrangieren, klammert sich Elektra fest an die Erinnerung an ihren Vater und hofft auf eine Gelegenheit zur Vergeltung. Als jedoch die niederschmetternde Nachricht eintrifft, dass Orestes bei einem Unfall gestorben sei, scheint alle Hoffnung verloren. Elektra fühlt sich endgültig verlassen und entschließt sich, die Rache eigenhändig auszuführen, sollte ihr niemand zur Seite stehen.
Schon in der Antike hat Sophokles in seiner Version der Elektra-Tragödie ein düsteres Bild einer Familie gemalt, in der Gewalt stets neue Gewalt nach sich zieht. Auch in Helmut Peschinas zeitgemäßer Hörspielfassung bleiben die Fragen nach Schuld und Gerechtigkeit absichtlich unbeantwortet. Jede der zentralen weiblichen Figuren - Elektra, Klytaimnestra und Chrysothemis - handelt aus ihrem eigenen Verständnis heraus.
Hier stehen nicht große Gesten im Vordergrund, sondern die feinfühlige und zurückhaltende Darstellung der Schauspielerinnen und Schauspieler. Gerade diese Nüchternheit lässt die antike Handlung erstaunlich relevant erscheinen.
""Elektra" von Helmut Peschina nach Sophokles" im Überblick
"Elektra" von Helmut Peschina nach Sophokles
von Helmut Peschina
Mit Sarah Viktoria Frick, Max Gindorff, Lilith Häßle, Dorothee Hartinger
Produktion: 2021
| Sendezeit | Sa, 23.05.2026 | 14:00 - 15:00 Uhr |
| Sendung | Ö1 "Hörspiel" |