
LiteraturKlangkunst
Elfriede Jelinek und die Dichtung
Indem sie die Kontinuität des Faschismus in der österreichischen Gesellschaft zum Thema machte, erhielt sie den Titel der "Nestbeschmutzerin" in den rechten Boulevardmedien. Durch ihre Auseinandersetzung mit weiblicher Sexualität im Patriarchat avancierte sie zu einer bedeutenden Figur der jungen, internationalen feministischen Literaturszene.
Im Jahr 2004 wurde Elfriede Jelinek mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. An ihrem 80. Geburtstag, der auf den 20. Oktober fällt, erörtert das Radioprogramm "Blaue Stunde" einen weniger beachteten Teil ihres umfassenden Oeuvres: ihre Lyrik. Die Gedichte werden von der Burgtheaterschauspielerin Sylvie Rohrer vorgetragen.
Elfriede Jelinek nutzt die Sprache nicht nur als Mittel zum Erzählen, sondern lässt sie ihre eigene Geschichte entfalten. Die Worte gewinnen Autonomie, jede ihrer Ebenen und Bedeutungen wird sorgfältig erkundet. Durch diesen Prozess wird das gesprochene Wort zu einer Umrundung des Kernthemas, indem es die Vielschichtigkeit der Bedeutungsfelder einer einzelnen Wortwurzel enthüllt. Dieser poetische Ausdruck deckt die ideologischen Dimensionen der Sprache auf.
"Elfriede Jelinek und die Dichtung" im Überblick
Elfriede Jelinek und die Dichtung
von Elfriede Jelinek
Mit Sylvie Rohrer
| Sendezeit | Mo, 19.10.2026 | 21:00 - 21:55 Uhr |
| Sendung | Ö1 "Blaue Stunde" |