
Hörspiel
Elfriede Jelineks "Oh Wildnis, oh Schutz"
Jelinek hegt Zweifel an der idealisierten Sichtweise einer "unberührten" Natur. Der Wald ist mehr als nur ein Naturraum, er wird wirtschaftlich ausgebeutet, medial präsentiert und politisch aufgeladen. In "Oh Wildnis, oh Schutz vor ihr" richtet sich die Satire gegen die österreichische Verknüpfung von Natur, Heimat, Besitz und Fremdenverkehr. Natur wird zur Handelsware und erscheint gleichzeitig als unpolitischer Ort, hinter dem gesellschaftliche Machtstrukturen verborgen bleiben können.
Otto Brusatti hat Passagen aus Jelineks Roman von 1985 in ein Hörstück überführt, begleitet von Musik vornehmlich von Franz Schubert. "Dieses Werk ist darauf ausgelegt, ein akustisches Erlebnis zu sein, jedoch vor allem als ausgefeilte Hörkunst. Es thematisiert das um sich greifende naive Naturverständnis, das von der Gier nach Profit und Lust überwuchert wird. Eine ältere Dame (mit Scheinlegenden der Landkunst, NS-Nostalgie und Boshaftigkeit), eine junge Managerin (die am Kapitalismus und ihrer Gier scheitert) und ein Arbeiter vom Land (mit dem Verlangen und den bedenklichen Macho-Gelüsten derjenigen aus ländlichen und Waldgegenden)... Die kontinuierliche Musik Franz Schuberts, interpretiert von der Gruppe Mischwerk, irritiert in ihrer Pracht noch intensiver als das Original" (Otto Brusatti).
"Elfriede Jelineks "Oh Wildnis, oh Schutz"" im Überblick
Elfriede Jelineks "Oh Wildnis, oh Schutz"
von Elfriede Jelinek
Mit Elisabeth Orth, Sylvie Rohrer und Karl Markovics
Produktion: 2019
| Sendezeit | Sa, 24.10.2026 | 14:00 - 15:00 Uhr |
| Sendung | Ö1 "Hörspiel" |