
Klassik-Konzerte & Oper
Festival d‘Aix-en-Provence
In den 1950er Jahren auf Sardinien liegt ein Dorf, das fest in seinen alten Bräuchen verankert ist. Nach altem Ritual wird Maria, das jüngste Mitglied einer kinderlosen Familie, von Tzia Bonaria als Tochter angenommen. Die Dorfbewohner fürchten und respektieren sie, denn sie ist eine Accabadora: Bei Tageslicht näht sie geschickt Gewänder, doch bei Nacht übernimmt sie die Rolle einer Schicksalsbringerin, die das Leben beendet, um langes Leiden zu erlösen. Wird Maria in der Lage sein, bis zum Ende die Tochter dieser letzten Mutter zu bleiben?
Michela Murgias packender Roman erzählt von der Weitergabe von Traditionen, durchdrungen von den leisen Stimmen der Vorfahren. Diese Erzählung entfachte in Francesco Filidei ein starkes Verlangen nach Opernkunst: Er ist sich seiner Bestimmung bewusst, die er seinen sardischen Ursprüngen zuschreibt, und sehnt sich danach, dieser Welt voller außergewöhnlicher vokaler Fantasie, ihr gesamtes poetisches Potenzial zu verleihen.
Valentina Carrasco verdeutlicht durch die Einbindung der tiefgehenden Motive einer kraftvollen Kultur die ständige Präsenz eines Landes, das sowohl Nahrung als auch Enge bietet, sowie die zwiespältige Natur einer Figur, die wie eine Schale einen kostbaren Kern verbirgt.
"Festival d‘Aix-en-Provence" im Überblick
Festival d‘Aix-en-Provence
von Filidei
Mit Leitung: Lucie Leguay / Noa Frenkel als Tzia Bonaria Urrai; Rachel Masclet als Maria; Orchestre de l’ Opéra National de Lyon
Jeu de Paume Theater
12.07.2026
| Sendezeit | Sa, 10.10.2026 | 19:05 - 21:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Oper/Konzert" |