
LiteraturLesung
"Frische Feigen" und andere Prosa | Teil 10 von 15
Teil 10/15 | Der gebürtige Berliner Walter Benjamin, Jahrgang 1892, hat einen enormen Nachklang. Als Exilant verstarb er 1940 auf der Flucht nach Spanien. Seit den 1960er-Jahren gilt er als bedeutender deutscher Intellektueller des 20. Jahrhunderts, der außerhalb der Norm agierte.
Walter Benjamins beeindruckende Wirkung beruht sowohl auf der Breite als auch auf dem Eigensinn seines Denkens. Dieses wird genährt durch eine reiche bürgerliche Bildung, vielseitige analytische Interessen, die sowohl auf marxistische Theorie und jüdische Metaphysik als auch auf historische Spielzeuge oder Graphologie gerichtet sind, sowie auf die Mehrfachbegabung eines Genies.
Der Philosoph, Publizist und Kritiker Benjamin war ein scheuer, in seiner verwinkelten Sprache der Metapher ergebener Dichter. Speziell kurze Prosa waren Seins, die er in umfangreichen, zumeist verstreut erschienenen Werk als Notiz, Skizze und Miniatur ins heimliche Zentrum setzte.
Die ersten Folgen dieser Auswahl waren Reisen, die aus Benjamins Prosaarbeiten stammen: vom Reisebericht (u.a. über Neapel und Marseille) über Interpretationen des literarischen genius loci (Paris und Weimar) bis zu den Fragen der Reiselektüre. Anschließend geht es um "Genüsse", zu denen neben frischen Feigen, Borscht und Maulbeer-Omelette auch ein Haschisch-Selbstversuch zählt, sowie um das Bücher-Sammeln. Zum Schluss des Kapitels geht es um die Kindheit und die Träume sowie seine "Wege zum Erfolg in dreizehn Thesen".
""Frische Feigen" und andere Prosa " im Überblick
"Frische Feigen" und andere Prosa
von Walter Benjamin
Mit Daniel Minetti
Produktion: 2011
| Sendezeit | Fr, 22.09.2023 | 14:00 - 14:30 Uhr |
| Sendung | MDR KULTUR "Die Klassikerlesung" |