Was, wenn unsere Alltagsgegenstände ein Eigenleben entwickeln?
Was, wenn unsere Alltagsgegenstände ein Eigenleben entwickeln? © Marco Barnebeck (Telemarco) / pixelio.de

LiteraturLesung

Grotesken und Katastrophen-Geschichten von Hermann Harry Schmitz | Teil 1 von 5

Teil 1/5 |

Hermann Harry Schmitz (1880-1913), ein früher Vertreter des Expressionismus, der als "Dandy vom Rhein" bekannt war, brachte während seiner Lebenszeit lediglich ein einziges Werk auf den Markt: "Der Säugling und andere Tragikomödien" (1911), welches im führenden Verlag des deutschen Expressionismus, Kurt Wolff in Leipzig, veröffentlicht wurde.

In seinen Erzählungen, die zur Zeit der Jahrhundertwende spielen, entwickeln neue Alltagsgegenstände wie Kaffeemaschinen, Automobile, Staubsauger oder auch Badewannen mit Wellengeneratoren ein unheilvolles Eigenleben, welches ihre Besitzer ins Unglück stürzt. Diese Geschichten sind gleichsam allegorische Vorwegnahmen der kommenden großen Unglücke des zwanzigsten Jahrhunderts.

Bereits zu Lebzeiten wurde Schmitz durch seine Erzählungen von Katastrophen und eine eigenwillige Erzählkunst zu einer Kultfigur, deren Bekanntheit weit über seine Heimatstadt Düsseldorf hinausreichte. Seine Erzählungen, die auf genüssliche Art die Absurditäten des bürgerlichen Alltags entlarven, wurden immer wieder neu aufgelegt und erlangten große Verbreitung durch zahlreiche Nachdrucke.

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