
Hörspiel
"Ich doch nöd" von Helmut Peschina
Zwei Personen zeigen gegenseitiges Interesse und umkreisen einander. Sie kommen ins Gespräch, ziehen sich zurück, nähern sich erneut an und öffnen einander ihre inneren Schranken. Auch wenn das Verstehen fehlt, entsteht eine gewisse Nähe. Ob es dabei um zwei Männer geht, scheint zunächst irrelevant zu sein. Oder vielleicht doch nicht?
Zufällige Begegnungen führen zwei Männer immer wieder zusammen – sei es im Café, in der Straßenbahn, auf dem Bürgersteig oder sogar an einem Urinal. Sofort verspüren sie Sympathie und beginnen, sich auszutauschen. Einer von ihnen erfährt zufällig, dass der andere schwul ist. So entfaltet sich ein Teufelskreis aus Ängsten, Verdächtigungen und Rückzügen, gemischt mit Neugier. Im Gespräch wird klar: Die gängigen Stereotypen erweisen sich als unwahr. Der homosexuelle Mann wurde nicht verführt, der Ehepartner lebt in keiner unglücklichen Beziehung, und das Kind dient nicht nur als Lösung eines fragilen Familienzusammenhalts. Immer wieder keimt der Wunsch auf, Zeit miteinander zu verbringen, sich besser kennenzulernen und dabei die eigenen individuellen Grenzen zu respektieren. Dieser Wunsch resultiert weniger aus einer neurotischen Notwendigkeit zur Abgrenzung als aus einem stetig wachsenden Respekt voreinander.
""Ich doch nöd" von Helmut Peschina" im Überblick
"Ich doch nöd" von Helmut Peschina
von Helmut Peschina
Mit Peter Holliger, Hans Schenker
Produktion: 1983
| Sendezeit | Fr, 22.05.2026 | 20:03 - 21:00 Uhr |
| Sendung | SRF 1 "SRF 1 Hörspiel" |