
LiteraturLesung
Katerfrühstück von Erich Loest | Teil 12 von 15
Teil 12/15 | Ein sechzigjähriges Jubiläum wird festlich begangen, während ein neues Leben das Licht der Welt erblickt. Ein Schwindler wird aus der Familie ausgeschlossen, parallel wird eine vielversprechende Partnerschaft geplant: Zwei Brüder vergleichen ihre persönlichen Erfolge – einer genießt den Ruhestand und erinnert sich an längst vergessene Lieder, während der andere eine frische Fliesenkollektion namens "Wunderschönes Deutschland" entwickelt.
Bei den Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung wurde reichlich Champagner konsumiert und am nächsten Tag folgte ein schmerzhafter Kater. Um neue Energie zu schöpfen, wird jetzt beherzt zugegriffen.
Diese Familiengeschichte, die ihren Ursprung in den 1950er Jahren hat, als der Kunststudent Wilfried Broeker Sachsen verlassen und im Westen als "Fliesen-Chagall vom Rhein" Anerkennung gefunden hatte, steuert auf den Sommer 1991 zu. Zu diesem Zeitpunkt war es nicht mehr möglich, sich hinter Ausreden und Gerede zu verstecken. Schwägerinnen konnten ihre Rivalitäten offen ausleben. Eine von ihnen musste sich eingestehen, dass die vergangenen Jahrzehnte, die einst ihr Dasein prägten, weiterhin ein Tabu-Thema für sie darstellten. Letztendlich ist nicht alles perfekt, doch einiges hat sich verbessert.
Humorvoll und mit feiner Ironie erzählt Erich Loest die Geschichte einer Familie, die sich zwischen Ost und West entfaltet. Dabei nutzt er anschauliche Charaktere und Ereignisse, die die Jahre nach der Wiedervereinigung prägen.
Zum Autor
Erich Loest (*24. Februar 1926 in Mittweida/Sachsen) absolvierte 1944/45 seinen Kriegsdienst, war 1947-1950 Volontär und Redakteur bei der Leipziger Volkszeitung und arbeitete ab 1950 als freier Schriftsteller (Debüt "Jungen die übrig blieben"). Aus politischen Gründen wurde er 1957 aus der SED ausgeschlossen und zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis in Bautzen verurteilt. Nach seiner Freilassung nahm er seine schriftstellerische Arbeit wieder auf. 1979 trat er aus Protest gegen Zensur aus dem Schriftstellerverband aus und siedelte 1981 in die Bundesrepublik über. 1990 kehrte er nach Leipzig zurück, wo er 1996 zum Ehrenbürger ernannt wurde. Von 1994 bis 1997 war er Vorsitzender des Verbandes Deutscher Schriftsteller. Einige seiner Werke wurden verfilmt, darunter "Nikolaikirche" (1995) unter der Regie von Frank Beyer mit Schauspielern wie Barbara Auer, Daniel Minetti, Ulrich Mühe, Peter Sodann und Otto Sander. Am 12. September 2013 verstarb Erich Loest in Leipzig.
"Katerfrühstück von Erich Loest" im Überblick
Katerfrühstück von Erich Loest
von Erich Loest
Mit Thomas Nicolai
Produktion: 2026
| Sendezeit | Di, 10.03.2026 | 09:00 - 09:40 Uhr |
| Sendung | MDR KULTUR "Lesezeit" |