
Lesung
Lesung: Hans Pleschinski - "Bildnis eines Unsichtbaren"
Ein deutscher Schüler, der sein Abitur gemacht hat, reist Mitte der 1970er Jahre mit seinem wertvollen Taufbesteck in der Tasche nach Paris und sucht sich eine Unterkunft in einem Hostel. Am darauffolgenden Morgen erblickt er einen attraktiven jungen Mann, der ihm gegenüber sitzt, und seine Neugier ist geweckt. Gemeinsam mit Serge entdeckt der Erzähler die Stadt Paris. Doch nicht Serge, sondern ein älterer Mann namens Volker, der als Galerist arbeitet und ein echter Bohémien ist, wird letztendlich zu seinem Begleiter.
Im Roman "Bildnis eines Unsichtbaren" beschreibt Hans Pleschinski die unbändige Lebensfreude jener Zeit. Er verbindet Eindrücke aus der Provinz mit der Schilderung einer intensiven Liebe und der schwulen Subkultur in München. Das farbenfrohe Bild dieser Epoche, das Pleschinski im Jahr 2002 berühmt machte und nun in einer Neuauflage erschienen ist, wird durch den Beginn der Aids-Krise untermalt. Zu Pleschinskis 70. Geburtstag werfen Jens Bisky und Anja Kampmann im "Studio LCB" einen Blick auf sein vielfältiges Werk.
Neben seinen Romanen, die von seinen eigenen Erfahrungen inspiriert sind, und seinen brillanten Satiren des Zeitgeistes, hat Pleschinski auch bemerkenswerte literaturhistorische Untersuchungen über Thomas Mann in "Königsallee" und Gerhart Hauptmann in "Wiesenstein" verfasst. Als Herausgeber und Übersetzer hat er einen bedeutenden Beitrag zur französischen Literatur des 18. Jahrhunderts geleistet und den Geist von Persönlichkeiten wie Madame de Pompadour, dem Herzog von Croÿ und Marie Antoinettes Zofe Henriette Campan vermittelt.
"Lesung: Hans Pleschinski - "Bildnis eines Unsichtbaren"" im Überblick
Lesung: Hans Pleschinski - "Bildnis eines Unsichtbaren"
von Hans Pleschinski
| Sendezeit | Sa, 30.05.2026 | 20:05 - 22:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Studio LCB" |