Eine Neuaufnahme von Brechts "Lukullus"
Eine Neuaufnahme von Brechts "Lukullus" © Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0

Hörspiel

"Lukullus" von Bertolt Brecht, Samuel Schwarz und Raphael Urweider

Das Hörspiel "Das Verhör des Lukullus" (1939) von Bertolt Brecht kann als insgeheim Kritik an Hitler verstanden werden. Das Radio Beromünster sendete es 1940 zum ersten Mal. Die Wiederauflage durch den Regisseur Samuel Schwarz beweist, dass Brechts Arbeit nicht an Geltungskraft verloren hat.

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Über 80 Jahre liegen zwischen dem Originalhörspiel Bertolt Brechts und der Renaissance-Version Samuel Schwarz‘. "Lukullus" ist und bleibt durchschlagskräftig. Das Werk entstand im Herbst des Jahres 1939, kurz nach dem der Krieg ausgebrochen war. Brecht selbst befand sich damals schon in seinem schwedischen Exil.

Die Erzählung beginnt mit dem zu Grabe tragen des Römers Lukullus, einem Feldherrn, der in der Schlacht gefallen war. Es war für seine Rigorosität bekannt und als gnadenloser Kriegsherr gefürchtet. Wenn es seiner Sache diente, nahm er keine Rücksicht auf den Verlust von Menschenleben.

Kaum kommt Lukullus ins Reich der Toten, muss er sich für seine Schreckenstaten verantworten. Das Gericht der Unterwelt konfrontiert ihn mit all dem Unrecht, das er zu verantworten hatte. Lukullus argumentiert, er habe nur zum Wohle des Römischen Reiches gehandelt.

Die Originalversion des Hörspiels geht auf Regisseur Ernst Bringolf zurück und wurde erstmals 1940 auf Radio Beromünster ausgestrahlt. Die Radiostation aus der Schweiz begab sich damit ins Fadenkreuz der Nazis, schließlich war die Hitler-Kritik, die das Stück verbreiten sollte, naheliegend.

Der Regisseur der heutigen Ausgabe, Samuel Schwarz, setzt sich nun auch mit der Entstehungsgeschichte des Hörspiels auseinander. "Das Verhör des Lukullus" gilt nicht nur für die Zeit des Zweiten Weltkriegs, sondern ist heute noch aktuell im Angesicht der willkürlichen Gewalttaten Wladimir Putins. Die Inszenierung Schwarz‘ bezieht sich dabei auf die zeitgenössische Medienwelt zwischen Fake News und Selbstvermarktung. Schwarz nimmt die Hörenden mit auf eine Reise voller offener Fragen und hofft, irgendwo zwischen dem Römischen Reich, Nazi-Deutschland und dem WEF in Davos Antworten zu finden.

""Lukullus" von Bertolt Brecht, Samuel Schwarz und Raphael Urweider" im Überblick

"Lukullus" von Bertolt Brecht, Samuel Schwarz und Raphael Urweider

von Bertolt Brecht, Samuel Schwarz, Raphael Urweider

Mit Ntando Cele, Gina D'Orio, Wanda Wylowa, Philippe Graber, Luc Müller

Produktion: 2018

Sendezeit Sa, 08.08.2026 | 20:00 - 21:00 Uhr
Sendung SRF 2 Kultur "Hörspiel SRF 2"
Radiosendung