Der Krieg hatte starke Auswirkungen auf  die Beziehungen der Protagonistin hinterlassen
Der Krieg hatte starke Auswirkungen auf die Beziehungen der Protagonistin hinterlassen © Glenda Otero / freeimages.com

Hörspiel

Malina - Tragische Dreieckgeschichte im Spiegel patriarchalischer Gesellschaftsnormen | Teil 1 von 2

Teil 1/2 | Die letzten Worte von Ingeborg Bachmanns geheimnisvollem Roman "Es war Mord" sind mittlerweile berühmt geworden. Mit einer kreativen Verbindung von inneren Monologen, Märchen, Briefen, fiktiven Dialogen und Telefongesprächen erzählt sie eine außergewöhnliche Dreiecksgeschichte.

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Die namenlose Protagonistin lebt zwar mit ihrem Mann Malina zusammen, ist aber in Ivan verliebt. Diese Liebe erwidern tut er nicht. Ivan stellt für sie einen Fluchtpunkt dar, wird wie ein Heiliger behandelt. Das Telefon ist der einzige Weg, mit der Außenwelt zu kommunizieren, und wird so zum Altar, wo sie ihre Sehnsucht ausdrückt.

Die namenlose Protagonistin lebt zwar mit ihrem Mann Malina zusammen, ist aber in Ivan verliebt. Diese liebe erwidern tut er nicht. Ivan stellt für sie einen Fluchtpunkt dar, wird wie ein Heiliger behandelt. Das Telefon ist der einzige Weg, mit der Außenwelt zu kommunizieren, und wird so zum Altar, wo sie ihre Sehnsucht ausdrückt. Tabletten, Angstzustände und Schlaflosigkeit führen dazu, dass ihre Erlebnisse sich in Albträumen widerspiegeln. Darin taucht eine allmächtige Vaterfigur auf, welche ihre Gestalt vom KZ-Schlächter zum Tochtermörder wechselt und dabei immer das Ziel hat, die Protagonistin zu vernichten. Innere Schauplätze und äußere Erscheinungen verschmelzen mehr und mehr. So entsteht ein Vexierspiel aus Missbrauch, historischer Schuld und seelischer Zerstörung.

Noch heute gilt "Malina" als ein Abbild der Unmöglichkeit wahrer Liebe und als ein Zeugnis weiblicher Identität in Beziehung zu Männern. Elfriede Jelinek bemerkte zu Ingeborg Bachmann, dass sie die erste Frau sei, die anhand radikaler poetischer Mittel die Auswirkungen des Krieges, der Qual und der Vernichtung auf die Beziehung zwischen Mann und Frau erfasste.

Zum Autor

Ingeborg Bachmann ist 1926 geboren und 1973 gestorben. Sie war von 1951 bis 1953 Rundfunkredakteurin in Wien und arbeitete danach als freie Schriftstellerin in Italien, München und Zürich. Zu ihren Werken gehörten Lyrik, Prosa, Libretti, Essays, Hörspiele und Übersetzungen. Dafür erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.

"Malina - Tragische Dreieckgeschichte im Spiegel patriarchalischer Gesellschaftsnormen" im Überblick

Malina - Tragische Dreieckgeschichte im Spiegel patriarchalischer Gesellschaftsnormen

von Ingeborg Bachmann

Mit Nina Kunzendorf, Edmund Telgenkämper, Christoph Luser

Produktion: 2020

Sendezeit So, 15.10.2023 | 14:00 - 15:05 Uhr
Sendung hr2-kultur "Hörspiel"
Radiosendung