
Hörspiel
MAMA MEGA von Ava Tabita Yul
Marlis und Liv sitzen in der Therapiestunde von Dr. Wu. Mutter zu sein, erweist sich als wenig romantisch. Mit postnatalen Depressionen, chronischer Müdigkeit und den merkwürdigen Momenten auf dem Spielplatz kämpfen sie darum, das Idealbild einer perfekten Mutter aufrechtzuerhalten, während sie gleichzeitig versuchen, nicht den Verstand zu verlieren. Dr. Wu rät den erschöpften Patientinnen, das Computerspiel "MAMA MEGA" auszuprobieren. Ein bisschen Spielen für das seelische Wohlbefinden, warum auch nicht? Es bietet eine Gelegenheit, Dampf abzulassen.
Die Jury erklärt: "MAMA MEGA", ein Hörspiel von Dunja Arnaszus, inspiriert von Ava Tabita Yuls gleichnamigem Bühnenwerk, erzählt flott und mitreißend über Mutterschaft, gesellschaftliche Rollenmuster, Überlastung und Zuwendung. Es gelingt, ohne Jammern auszukommen, und überrascht am Ende. Die dunklen Seiten des Themas werden angesprochen, aber nicht übertrieben dargestellt. Stattdessen findet man im Computerspiel einen Ausweg. Illusionen werden nicht geschaffen; es gibt keinen Ausbruch aus der traditionellen Familie, den man sich wünscht. Doch diese Sehnsucht besteht ohnehin nicht. Die Satire ist im Hörspiel meisterhaft umgesetzt, die Sprecherinnen und Sprecher verdeutlichen intensiv Angst, Ermüdung, Enttäuschung und Resignation; die dramaturgische Feinheit ist auch formal beeindruckend.
"MAMA MEGA von Ava Tabita Yul" im Überblick
MAMA MEGA von Ava Tabita Yul
von Ava Tabita Yul
Mit Ursula Werner, Fiona Metscher, Eva Löbau, Nina Kronjäger, Birte Schnöink, Flavia Lefèvre, Juno Walser
Produktion: 2025
| Sendezeit | Sa, 02.05.2026 | 20:05 - 22:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Hörspiel" |