Ein Sohn versucht die Frauenbilder zu enträtseln, die ihm in den Jahren begegnet sind
Ein Sohn versucht die Frauenbilder zu enträtseln, die ihm in den Jahren begegnet sind © Stacy Braswell / freeimages.com

Hörspiel

"Meine Mütter" von Andreas Liebmann

Ein Sohn hinterfragt seine Wurzeln im wohlhabenden Zürcher Bürgertum. Er versucht, die Frauenbilder zu entschlüsseln, die sein Leben geprägt haben. Wird ihm das Verständnis seines Werdegangs als Mann erleichtert, wenn er die auffallend parallelen Rollen der Frauen im Spannungsfeld von Wohlstand, Bildung und Abhängigkeit durchschaut?

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Der Schriftsteller und Theaterregisseur Andreas Liebmann setzt seine persönliche Untersuchung mit einem ersten Hörspiel für den SRF fort. In einem fiktiven "Podcast aus dem Jenseits" versammelt ein Sohn, der zugleich Vater ist, drei Frauen, die ihm vom Züriberg bestens bekannt sind und die er als "Meine Mütter" bezeichnet. Ihnen gesteht er jedoch sofort: "In eurer starren Art kann ich euch nicht auseinanderhalten." Dennoch leben Paula, Rabbea und Ronja jeweils in eleganten Villen, sind in Ehen mit dominanten, oft abwesenden Männern, träumen von einer kreativen Laufbahn und erfolgreichen Nachkommen. Vor allem streben sie nach einer selbstbestimmten Existenz. Das Ausbrechen gelingt jedoch nur teilweise. Sie nehmen sich gewisse Freiheiten und feiern jene Frauen, die es in der Schweizer Gesellschaft ganz nach oben geschafft haben. Dennoch reicht es nicht zur völligen Befreiung, sie bleiben in ihrem festgefahrenen "Ibsen-Leben" altzürcherischer Art gefangen.

"Das Hörspiel basiert auf zahlreichen Dialogen mit Frauen aus der Umgebung des Autors und seiner Eltern, sowohl lebenden als auch verstorbenen, sowie auf Kindheitserinnerungen. Es sucht nach Splittern einer patriarchalisch geprägten, schwindenden oder bereits vergangenen Welt, um schließlich in der Gegenwart anzukommen – jener Gegenwart, die bereits die Donner der kommenden Zeiten erahnt. Die Fragen zu Geschlechterrollen haben sich nicht alleine verändert. Wie redet man heute über das Aufwachsen, über Leben und Tod? Wohin entwickeln sich die Rollenbilder, auf welchen Fundamenten wird in Zukunft getanzt?" (Andreas Liebmann)

Zum Autor

Der 1972 geborene Andreas Liebmann erhielt seine Ausbildung an der Schauspiel Akademie Zürich, bekannt als ZHDK. Tätigkeiten als Performer und Autor führten ihn u. a. ans HAU und die Sophiensäle in Berlin, zu den X-Firmen (Theater der Welt 2014), in die Rote Fabrik Zürich, sowie zu den Theatern in Freiburg und Stuttgart. Er wohnt mit seiner Familie in Kopenhagen und ist dort seit 2015 als Dozent für konzept- und ideenbasierte Regie an der Theaterhochschule tätig. In Kopenhagen leitet er zudem sein spezielles Theaterprojekt "Tårnby Park Studio", in dem Festivals und eigene performative Ausdrucksformen gestaltet werden.

""Meine Mütter" von Andreas Liebmann" im Überblick

"Meine Mütter" von Andreas Liebmann

von Andreas Liebmann

Mit Fabienne Hadorn, Anna-Katharina Müller, Ursula Reiter, Andreas Liebmann

Produktion: 2026

Sendezeit Fr, 09.10.2026 | 20:03 - 21:00 Uhr
Sendung SRF 1 "SRF 1 Hörspiel"
Radiosendung