
Klassische Musik
RSB-Saisonstart mit Anatol Vierus Sinfonie Nr. 2
In der zweiten Sinfonie von Anatol Vieru begegnen uns sowohl harte rhythmische Impulse als auch schillernde Klangstrukturen. Bereits im Auftaktsatz kollidiert ein "stolpernder" Walzer im 5/4-Takt mit burlesken Elementen à la Gustav Mahler. Daraus erheben sich aus tieferen Registern aufsteigende Klangfontänen, die an die Skulpturen von Constantin Brâncuși erinnern.
Vieru hat in seiner Sinfonie die traumatischen Erfahrungen des Jahres 1941 verarbeitet, als er als Jude in Rumänien nur knapp dem Schrecken des Pogroms von Iași entkam. Das Musikstück entstand 1973 während seines Stipendiums beim DAAD in West-Berlin. Vieru war Teil einer "goldenen Generation" von Komponisten aus Rumänien, die sowohl den Krieg als auch das kommunistische Regime erlebten. Diese Gruppe hielt nicht nur den politischen Herausforderungen der letzten Jahre unter Ceausescu stand, sondern erschuf auch einen unverwechselbaren musikalischen Stil.
"RSB-Saisonstart mit Anatol Vierus Sinfonie Nr. 2" im Überblick
RSB-Saisonstart mit Anatol Vierus Sinfonie Nr. 2
von Vieru
Mit Leitung: Vladimir Jurowski / Rundfunk Sinfonieorchester Berlin
Berliner Philharmonie
13.9.2026
| Sendezeit | Mi, 21.10.2026 | 22:05 - 22:50 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Spielweisen" |