Siggi Jepsen schreibt einen Aufsatz über seinen Vater und setzt sich mit der Vätergeneration auseinander
Siggi Jepsen schreibt einen Aufsatz über seinen Vater und setzt sich mit der Vätergeneration auseinander © Rainer Sturm / pixelio.de

HörspielLesung

Siegfried Lenz: Deutschstunde | Teil 8 von 40

Teil 8/40 | Siggi Jepsen muss über die "Freuden der Pflicht" schreiben. Dabei erinnert er sich an seinen Vater, einen Polizeiwachtmeister, der das Malverbot des Malers Nansen überwachte. 

Jetzt anhören
  • im Online-Player
  • im phonostar-Player
  • Was ist das?
    Radio hören mit phonostar Help layer phonostarplayer Um Radio anzuhören, stehen dir bei phonostar zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder hörst du mit dem Online-Player direkt in deinem Browser, oder du nutzt den phonostar-Player. Der phonostar-Player ist eine kostenlose Software für PC und Mac, mit der du Radio unabhängig von deinem Browser finden, hören und sogar aufnehmen kannst. ›››› phonostar-Player gratis herunterladen X
Aufnehmen

Das Thema des Aufsatzes in der Deutschstunde lautet "Die Freuden der Pflicht". Siggi Jepsen sitzt an seinem Heft und überlegt, wie er anfangen soll. Sein Vater, ein Polizeiwachtmeister, der das Malverbot gegen den Maler Nansen pflichtbewusst durchsetzte, kommt ihm in den Sinn. Das Verbot wurde vor und nach 1933 erlassen, und sein Vater war so gewissenhaft, dass er sogar weiße Leinwände beschlagnahmte. Für Siggi wird der Aufsatz zu einer Art Lebensbericht, in dem er sich mit sich selbst und der Generation seines Vaters auseinandersetzt.

Der 1968 veröffentlichte Roman "Deutschstunde" von Siegfried Lenz ist stark in seiner Zeit verankert. Nach dem Vorbild des Expressionisten Emil Nolde erschuf Lenz die Figur des Malers Nansen und vertrat die Ansicht, dass Nolde sowohl Opfer als auch Gegner der Nationalsozialisten war. Diese Auffassung wurde insbesondere seit 2014 korrigiert und präzisiert. Emil Nolde, gebürtig Hans Emil Hansen, bekannte sich zur nationalsozialistischen Ideologie. Er war ein aktiver Antisemit und Denunziant.

Zum Autor

Siegfried Lenz kam 1926 in Lyck/Ostpreußen (heute Ełk/Polen) zur Welt. Er gehört zu den wichtigsten deutschen Schriftstellern der Nachkriegsliteratur. Sein Debütroman "Es waren Habichte in der Luft" erschien 1951, gefolgt von 15 weiteren Romanen und zahlreichen Erzählungen, darunter der Band "So zärtlich war Suleyken" (1955). Lenz bekam bedeutende Preise verliehen, darunter der Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und der Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte. Durch den Erfolg seines Romans "Deutschstunde" (1968) erlangte Siegfried Lenz auch internationalen Bekanntheit. Mit der Novelle "Schweigeminute" gelang ihm 2008 ein weiterer Erfolg bei Presse und Publikum. 2014 verstarb er in Hamburg.

Folgen von "Siegfried Lenz: Deutschstunde"

37 Folgen