
Klassische Musik
Steve Reich monumentale "Desert Music"
Bei der Cresc-Biennale für zeitgenössische Musik, welche vom hr-Sinfonieorchester zusammen mit dem Ensemble Modern alle zwei Jahre organisiert wird, wurde ein Stück für Chor und Orchester präsentiert. Es diente als akustische Allegorie auf das in der Wissenschaft bekannte "Schwarmverhalten".
Eine Vielzahl an rhythmischen und melodischen Elementen wird darin verflochten, um eine Gruppendynamik zu schaffen, die das Individuelle übersteigt. Mit seinen charakteristischen, sich stetig wandelnden, repetitiven Motiven, lässt Reich das Klangbild fast spürbar in Zeitlupe fortschreiten. Dieses Konzept harmonierte perfekt mit dem Festival-Leitgedanken "Schwärmen".
Ähnlich wie ein Schwarm Vögel agiert jeder Teilnehmer autonom, doch zusammen formen sie ein kohärentes und harmonisches Gesamtbild. Die litauische Komponistin Justė Janulytė ist für ihre reduzierten, monochromen Klangwelten bekannt, die sie mit einem feinen Gespür für klangliche Dramaturgie in langsame, fließende Übergänge verwandelt. Sie experimentiert mit der Integration einzelner Stimmen in eine kollektive Struktur und lässt die Übergänge nahezu unbemerkt verlaufen. Im Auftrag des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt komponierte sie ein neues Werk für großes Orchester, dessen Premiere im Rahmen der cresc-Biennale stattfand.
"Steve Reich monumentale "Desert Music"" im Überblick
Steve Reich monumentale "Desert Music"
von Janulytė, Reich
Mit Leitung: Brad Lubman / Synergy Vocals; hr-Sinfonieorchester
hr-Sendesaal
7. Februar 2026
| Sendezeit | Di, 06.10.2026 | 13:00 - 15:00 Uhr |
| Sendung | hr2-kultur "Mittagskonzert mit dem hr-Sinfonieorchester" |