Ingeborg Bachmanns Interpretation der antiken Mythologie "Undine"
Ingeborg Bachmanns Interpretation der antiken Mythologie "Undine" © Dreinagel / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0

Hörspiel

"Undine geht" von Ingeborg Bachmann

Klanghafte Kunst und sprachliche Erkundungen prägen Ingeborg Bachmanns Neuinterpretation des alten "Undine"-Mythos. In dieser Version stellt die Wasserfrau eine intellektuell autonome und eigenständige Muse dar, die ein tiefes Verständnis für Männer besitzt und von diesen bewundert wird.

Gleichzeitig nennt Undine die Männer, die sie umgeben, häufig als "Ungeheuer", "Monster" oder einfach "Hans", da sie sich von ihnen verraten fühlt und mit ihnen abrechnet. Bachmann stattet Undine mit Eigenschaften wie Stärke und Unabhängigkeit aus, die traditionell Männern zugeschrieben werden. Dennoch zwingt sie Undine, diese Männer zu lieben. Sie muss aus ihrem Meer aufsteigen, Hans ansprechen, die Männer verlocken und für sich gewinnen.

Die faszinierende Gelungenheit des Werkes, beschrieben von Peter von Matt, liegt in der Darstellung einer unerfüllten, vielmehr sogar betrogenen Liebe. Diese Liebe thematisiert die Unmöglichkeit einer bedingungslosen Hingabe in der menschlichen Welt der Männer und Frauen, welche in ihren festgefahrenen Strukturen verharren. Undine verkörpert nicht die typische Frau, sondern fungiert als Antithese, als Stimme des völlig Fremden.

""Undine geht" von Ingeborg Bachmann" im Überblick

"Undine geht" von Ingeborg Bachmann

von Ingeborg Bachmann

Mit Inka Friedrich, Monika Koch, Lauren Newton, Fritz Hauser

Produktion: 1993

Sendezeit Sa, 27.06.2026 | 20:00 - 21:00 Uhr
Sendung SRF 2 Kultur "Hörspiel SRF 2"
Radiosendung