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Klassische MusikKultur & Gesellschaft

BackstageClassical

Der Podcast von BackstageClassical.com – Der Musikjournalist Axel Brüggemann trifft in unregelmäßigen Abständen die Player der klassischen Musik und redet, kurz oder lang, über Themen, die die Welt der Musik bewegen: Oper, Konzert und Bühne.

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Folgen von BackstageClassical

125 Folgen
  • Folge vom 10.04.2025
    Guten Morgen, Frau Heineke!
    Der Streaminganbieter Qobuz ist der erste, der seine Verteil-Mechanismen öffentlich macht. Ein Gespräch mit der Country-Managerin für Deutschland, Mareile Heineke. PARIS – Der Streaminganbieter Qobuz, versteht sich als Verfechter fairer Künstlerausschüttungen und hoher Klangqualität. Nun hat er erstmals detaillierte Einblicke in seine Zahlungen an Rechteinhaber gegeben. Im Jahr 2024 zahlte Qobuz durchschnittlich rund 0,018 Euro pro Stream, »das heißt, für 1000 Streams zahlen wir rund 18 Euro und zwei Cent«, erklärt Mareile Heineke, Countrymanagerin für die DACH-Region bei Qobuz, im Gespräch mit dem Podcast Backstage Classical. Zählung beginnt ab 30 Sekunden Pro abgespieltem Titel, der länger als 30 Sekunden gehört wird, zahlt Qobuz den genannten Betrag. Das gängige Abrechnungsmodell in der Branche, einschließlich Qobuz, basiert auf dem »Marketshare«, bei dem alle Streams in einen Topf fließen und proportional verteilt werden. Nutzerzentrierte Modelle, bei denen jeder einzelne Stream direkt einem Künstler zugeordnet und vergütet wird, seien laut Heineke noch wenig ausgereift. Auch der Average Revenue per User ist bei Qobuz überdurchschnittlich hoch. »Der durchschnittliche Umsatz pro User liegt bei ungefähr 118 Euro, während der Marktdurchschnitt bei 21,73 Euro liegt«, sagte Heineke und führte diesen signifikant höheren Durchschnitt darauf zurück, dass Qobuz im Gegensatz zu vielen Konkurrenten keine kostenlosen, werbefinanzierten Abonnements anbietet. Qobuz behält einen Teil der Abonnementgebühren ein, um die eigenen Kosten zu decken: Etwa 70% des Umsatzes werden an die Rechteinhaber ausgeschüttet. Von Menschen kuratiert Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal von Qobuz gegenüber anderen großen Streamingplattformen sei der starke Fokus auf redaktionelle Kuration anstelle von Algorithmen. »Alles, was wir den Userinnen und Usern präsentieren, ist von unserer Redaktion von Hand ausgewählt«, betonte Heineke. Qobuz sehe darin ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Die Playlists und Empfehlungen werden von einem Redaktionsteam zusammengestellt, das jede Woche Neuerscheinungen sichtet und Rezensionen verfasst, um den Nutzern ein »gesamtheitliches Erlebnis« zu bieten. Diese Philosophie spiegele sich auch in der Entscheidung wider, Klassik nicht in einer separaten App auszulagern, sondern im Standardangebot zu integrieren, um so ein breiteres Publikum anzusprechen. »Wir möchten, dass die Klassik auch ein größeres Publikum anspricht«, bekräftigte Heineke. Die Katalogisierung von klassischer Musik stellt für Streamingdienste aufgrund der Komplexität von Werken, Interpreten und Satzbezeichnungen eine besondere Herausforderung dar. Qobuz begegnet dieser Herausforderung durch die Anreicherung der Metadaten auf Album- und Trackebene, um detaillierte Informationen zu Komponisten, Interpreten, Toningenieuren und weiteren Beteiligten bereitzustellen. Das Ende der CD? Bezüglich der Zukunft der CD äußerte sich Heineke skeptisch: »Ich glaube, die CD wird langfristig nicht bestehen. Das liegt einfach daran, dass es kein besonders schönes Medium ist – also rein vom vom haptischen und visuellen her.« Im Gegensatz dazu erlebe die Schallplatte als physisches »Kunstobjekt« derzeit eine Renaissance. Im Unterschied zu einigen anderen Plattformen ermöglicht Qobuz Amateuren nicht, ihre Musik direkt hochzuladen. Stattdessen ist eine Zusammenarbeit mit einem digitalen Vertrieb erforderlich, um die Musik auf die Plattform zu bringen und Streaming-Manipulationen vorzubeugen. Für unabhängige Künstler existieren jedoch sogenannte technische Aggregatoren, die diese Vertriebsrolle übernehmen können. Heineke wies auch auf nationale Unterschiede im Musikgeschmack hin. So würden französische Nutzer tendenziell mehr französische Musik und World Music hören als beispielsweise deutsche Konsumenten. Mit Blick auf die Zukunft der Musikindustrie erwartet Heineke eine zunehmende Bedeutung von künstlicher Intelligenz, sieht aber gleichzeitig einen wachsenden Wunsch de
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  • Folge vom 27.03.2025
    Guten Morgen, Vera Nemirova!
    Die Opernregisseurin Vera Nemirova äußert sich im BackstageClassical-Podcast über die Gegenwart und Zukunft der Opernregie. Mit kritischem Blick beleuchtet sie aktuelle Trends und skizziert ihre Vision für die Zukunft des Musiktheaters. Regietheater im Wandel Nemirova sieht den Regisseur als »zweiten Autor«, der die Vorlage kreativ interpretieren und verändern darf, um eine klarere Erzählung zu ermöglichen. Diese Entwicklung habe sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend etabliert und den Regisseur auf Augenhöhe mit den Librettisten und Komponisten gebracht. Kritik an gegenwärtigen Tendenzen Mit Sorge beobachtet Nemirova einen Trend zur »größeren Opulenz in der Bildoptik«. Sie kritisiert kostspielige, überladene Bühnenbilder, die oft mehr der Zeitverschwendung als dem inhaltlichen Beitrag dienen. Auch bemängelt sie die Tendenz mancher Regisseure, sich auf repetitive Muster und Methoden zu beschränken, was zu einer gewissen »Einfallslosigkeit nach dem Erfolg« führe. Sie nennt Beispiele wie die Reduzierung aller Probleme auf psychologische Aspekte oder das Umkehren von Täter- und Opferrollen. Auch die Tendenz, bekannte Opern ohne die titelgebende Figur zu inszenieren, sei bei Regisseuren ein inzwischen auserwähltes Muster. Vorbilder und Hoffnungsträger Nemirova würdigt die Pionierarbeit von Regisseuren wie Peter Konwitschny, Hans Neuenfels, Harry Kupfer und Götz Friedrich, die das heutige Musiktheaterverständnis maßgeblich geprägt haben. Gleichzeitig sieht sie in der jüngeren Generation, vertreten durch Tobias Kratzer und Barry Kosky, vielversprechende Nachfolger, die das Erbe würdig fortführen. Zukunftsvision für die Oper Für die Zukunft der Opernregie plädiert Nemirova für mehr Flexibilität und Offenheit im kreativen Prozess. Sie betont die Notwendigkeit, neue Stücke in die Spielpläne aufzunehmen und innovative Formate zu entwickeln, um ein breiteres, jüngeres Publikum anzusprechen. Besonders am Herzen liegt ihr die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in den kreativen Prozess, was sie als »Investition in die eigene Zukunft« bezeichnet. Nemirova fordert mehr Mut und Innovation von der Institution Oper. Sie hofft auf eine Öffnung zur Gesellschaft, um die Oper aus ihrer elitären Nische zu befreien und für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen. Mit dieser Vision zeichnet Nemirova ein Bild der Opernregie, das sowohl die reichen Traditionen des Genres respektiert als auch mutig in die Zukunft blickt.
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  • Folge vom 23.03.2025
    Guten Morgen, Tuned!
    Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt mit dem Programm Tuned innovative Ansätze in der klassischen Musik mit 3,5 Millionen Euro. Das Geld steht sechs ausgewählten Festivals zur Verfügung: Dem Beethovenfest in Bonn, dem Podium in Esslingen, dem Mozartfest in Würzburg, den Thüringer Bachwochen, dem Detect Classic Festival und Tonali. Ziel ist es, neue Wege für die klassische Musik zu finden und den Austausch zwischen den Festivals zu fördern. Julian Stahl, Programmleiter von Tuned, betont im BackstageClassical-Podcast, dass es darum gehe, ein Gespür für relevante Themen zu entwickeln. Das Förderprogramm verstehe sich nicht als radikaler Neuanfang, sondern wolle bestehende Entwicklungen verstärken. Dabei gehe es um die Neugestaltung von Konzerten und die Rolle des Publikums. Wichtig sei es, verschiedene Positionen ins Gespräch zu bringen und voneinander zu lernen. Die geförderten Festivals, die unterschiedliche Traditionen und Schwerpunkte haben, treten in einen Dialog, indem sie sich gegenseitig besuchen und thematische Wochenenden veranstalten. Im Fokus standen dabei im ersten Jahr der Austausch auf struktureller Ebene und inhaltlich Themen wie ökologische Nachhaltigkeit und der Qualitätsbegriff in der Klassik. Konkrete Beispiele für neue Ansätze sind die Thüringer Bachwochen, die mit dem Projekt 20 für 20 Konzerte im ländlichen Raum in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren organisierten. Das Podium Esslingen setzt auf Artists in Residence mit nicht-klassischem Hintergrund, um genreübergreifende Formate zu entwickeln. Stahl hob hervor, dass es ein Anliegen der Förderung sei, Spielräume für Experimente zu öffnen und die Zusammenarbeit angesichts knapper werdender Mittel zu stärken. Ein Ideenfestival vom 10. bis 12. November in Bochum soll möglichst viele Akteure aus dem Klassikbetrieb zusammenbringen, um aktuelle Debatten zu bündeln und über Zukunftsfragen zu diskutieren. Themen sind beispielsweise zeitgenössische Konzertprogramme und die Zukunftsfähigkeit von Institutionen. Stahl sieht eine Tendenz und Notwendigkeit, dass sich etablierte Institutionen wie Opern- und Konzerthäuser für die Kreativität der freien Szene öffnen und Grenzen abgebaut werden. Wichtig sei es, den Blick nach außen in die Gesellschaft zu richten und auf veränderte Hörgewohnheiten zu reagieren. Trotz aller Veränderungen bleibe die Begeisterung für die Musik und das gemeinsame Musizieren zentral. Interessierte Akteure können die Kulturstiftung des Bundes kontaktieren und sich über die allgemeine Projektförderung bewerben.
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  • Folge vom 06.03.2025
    Guten Morgen, Christian Tetzlaff!
    Der Geiger Christian Tetzlaff hat seine bevorstehenden Konzerte in den USA abgesagt. Wie er in einem Interview mit der New York Times bekannt gab, ist dieser Schritt ein bewusster Protest gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump. In einem ausführlichen Gespräch im BackstageClassical-Podcast erläuterte Tetzlaff seine Beweggründe und zeigte sich tief besorgt über die aktuelle politische Entwicklung in den Vereinigten Staaten. »Die Parallelen zu 1933 sind unübersehbar«, sagte der Musiker und verwies auf seine Gespräche mit dem Historiker Jeremy Eichler, der die Verstrickung von Künstlern in totalitäre Systeme erforscht hat. Tetzlaff kritisierte insbesondere die »Schockstarre« vieler Amerikaner angesichts der schnellen politischen Veränderungen unter Trump. »Diese Geschwindigkeit ist atemberaubend und macht es nachvollziehbar, dass viele Menschen erstarren – aber genau das ist auch sehr gefährlich.« mehr bei: backstageclassical.com
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