Den ersten Grammy als Bandleader, für dieses Album? Den hat Sullivan Fortner nicht kommen sehen. Das Album entstand spontan, mit einer ad hoc Band.
Sullivan Fortner, dieser brillante Pianist, scheint sich nicht allzu viel aus Preisen zu machen. Das sei das schöne an seiner Kunst, sagt er: Jeder Tag sei ein neues weisses Blatt. Der Grammy für das «Best Jazz Instrumental» Album dürfte ihn dennoch gefreut haben, auch wenn er bereits in der Vergangenheit liegt – und er sich selbst sowieso nicht als Jazzmusiker versteht. Es geht ihm um Musik, nicht um Genres. Und darum, Mensch zu sein.
00:20 – Talk
Sullivan Fortner erzählt, wo er war, als er von seinem Grammy erfahren hat. Warum er sich selber nicht Jazzpianist nennt. Und er verrät, ob er mit der Sängerin Cécile McLorin Salvant wirklich zusammen ist.
23:38 – Wochenrückblick
(Zeitpunkt der Aufnahme: Freitag, 20.03., 12 Uhr)
Vom Grammy für Sullivan Fortner zum Oscar für Ludwig Göranssons Filmmusik zum Film «Sinners». Der schwedische Komponist ist ein Wahlamerikaner, der dank der Blues-Begeisterung seines Vaters zur Gitarre kam und dank der Gitarre schliesslich zur Zusammenarbeit mit dem Regisseur von «Sinners», Ryan Coder.
40:45 – Konzert-Tipp
Eine Uraufführung der Schweizer Komponistin Cécile Marti in Basel verspricht ein Klangabenteuer.
45:15 – Musikfrage
Mit der Musikwissenschaftlerin Cristina Urchueguía: Warum heisst der Ton H ausserhalb des deutschen Sprachraums überall B?
49:30 – Neu in meiner Playlist
«In My Dreams», das neue Album von Bill Frisell – ein Gitarrist, der immer wieder zu überraschen vermag.
AlbumBunt gemischt
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Im Musikmagazin nehmen wir Sie mit zu den Musikerinnen und Musikern und bieten Gesprächsstoff für alle, die Musik lieben. Ihr Samstagmorgen mit Klassik, Jazz und zeitgenössischer Musik aus der Schweiz und der ganzen Welt. Team: Annelis Berger, Florian Hauser, Jodok Hess, Luca Koch, Annina Salis
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Folge vom 21.03.2026Pianist Sullivan Fortner: «Es geht darum, Mensch zu sein.»
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Folge vom 14.03.2026Portugals Fadista Mariza: «Ohne Singen kann ich nicht leben.»Wie die Luft zum Atmen empfindet Mariza den Fado. Gesangsstunden hatte sie nie – Mariza hat das Singen auf der Strasse aufgeschnappt in ihrer Kindheit im traditionellen Quartier Moureria in der Nähe des Hafens in Lissabon. Heute ist die 52jährige Sängerin die wichtigste Fado-Stimme Portugals. Sie bleibt den Wurzeln des Fado treu, öffnet aber das Genre weit über Portugal hinaus, indem sie Elemente von Jazz, Flamenco, Bossa Nova und afrikanische Einflüsse in den Fado integriert. Mariza hat das traditionelle Genre erneuert und global relevant gemacht. 00:18 – Talk Mariza erzählt von ihrer unbändigen Liebe für den Fado und teilt ihre Kindheitserinnerungen in Mosambik und Lissabon. Sie verrät, dass sie sich immer stärker nach einem ruhigen Familienleben sehne. Und warum es dann dennoch nicht infrage kommt, aufzuhören. 26:47 – Musikfrage Mit der Sopranistin Sylvia Nopper: Wann und wo wird im Gesang heutzutage Vibrato als Gestaltungsmittel eingesetzt? 34.21 – Wochenrückblick (Zeitpunkt der Aufnahme: Freitag, 13.03., 12 Uhr) Wenn Timothée Chalamet über Ballett und Oper schnödet, dann schiessen die Opernhäuser kreativ zurück: Wie die unbeabsichtigte Beleidigung zum PR-Erfolg wurde. 45:36 – Neu in meiner Playlist Shabaka – Of the Earth: Der Londoner Jazzmusiker produziert sich sein eigenes spannendes Klanguniversum zwischen allen Genres. 45:16 – Konzert-Tipp Extraterrestrisch: Robert Laidlows Werk «Exoplanets» am Interfinity Festival verspricht moderne Orchestermusik der Spitzenklasse.
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Folge vom 07.03.2026Klangfülle so oder so: Johanna MalangréDie Dirigentin Johanna Malangré: Die Orgel hat sie auf die Klangfülle und die Klangfarben des Orchesters gebracht. Weg vom Klavier, hin zum Dirigieren. Inzwischen hat sie einen steilen Start hingelegt: Sie bekam einen Platz in der prestigeträchtigen Dirigierklasse von Johannes Schläfli in Zürich. Dann war sie mehrmals an der Academy des Lucerne Festival als Assistentin und später als Gastdirigentin. Und seit einigen Jahren ist Malangré eine der wenigen Generalmusikdirektorinnen überhaupt in Europa. Und zwar beim Orchestre de Picardie in Frankreich. Wie das alles angefangen hat - das erzählt Johanna Malangré in Basel im Konzertsaal des Don Bosco auf der Orgelbank. Wo sie auch mal in die Tasten greift. 03:15 - Talk: Mit Johanna Malangré 27:15 - Wichtige Themen der Woche 35:30 - Ensemble Tritonus feiert 40 Jahre 47:45 - Musikfrage der Woche: Hilft Jazz der Demokratie? Eine Ausstellung im Jazzinstitut Darmstadt zum Thema «Voices of Change - politische Ausdrucksformen im Jazz». 52:00 - Konzerttipp Sol Gabetta auf den Spuren von Lise Cristiani - am 12. März im KKL Luzern.
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Folge vom 28.02.2026Musik hilft, schwerem Inhalt ein friedliches Kleid zu gebenWie reden wir über den Tod? Meistens gar nicht. Die Pianistin und Sängerin Meret Siebenhaar möchte da einen Beitrag leisten, «um vielleicht ein paar kleine Schritte weiterzukommen», und verarbeitet auf ihrem Album "Goodbye Lullabies" den Suizid ihres Bruders. Offen und behutsam gleichzeitig. 00.52 - Das Gespräch: Meret Siebenhaar bewegt sich schon länger zwischen Pop und freier Improvisation und gibt Einblicke in einen schmerzhaften, aber lebensbejahenden Prozess. 29.25 - Der Wochenrückblick: Zwei Geigengeschichten (eine holzig, die andere haarsträubend). Und eine Band, die aus Not geboren wurde: Das Composer Jazz Orchestra. 39.05 - Konzerttipp: Elektronik trifft auf Oper am Close Encounters Festival im Zürcher Jazzclub Moods. 40.44 - Neu auf der Playlist: Die Band Espuma Antigua, die Barockmusik ins Jetzt holt. 48.13 - Musikfrage: Macht Notenlesen die Kreativität kaputt? Trompeter Simon Höfele gibt Auskunft und findet: Noten sind wichtig, aber nicht alles.