Sie sind lustige Verkleidungen oder lebensrettende Narrenkappen – hinter Masken lauert oft Verborgenes. Nicht so bei Anna Clyne. Die Londoner Vergnügungsgärten des 18. Jahrhunderts forderten sie 2013 zu einem kurzen, ausgelassenen Spiel heraus, bestehend einfach aus Tanz und Musik. Ganz anders bei Dmitri Schostakowitsch.
Die pausbäckige Fröhlichkeit der Sinfonie Nr. 5 wirkt aufgesetzt, erzwungen. Der Komponist hat mit dem Werk nichts weniger als sein Leben während der Stalin-Ära gerettet. Wütend, wie ein unfreiwilliger, herausgeprügelter Jubel, muss deren Schlussapotheose klingen.
Ihren liebsten Komponisten, so nennen die Amerikaner Samuel Barber – nicht nur wegen des berühmten Adagios für Streicher. Das Violinkonzert, eines der schönsten aus den 1930er-Jahren, dem Violinkonzert-Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, beschert Gänsehautmomente mit
schwelgerischem Gestus und süffigen Melodien.
Klassische MusikKultur & Gesellschaft
Muss es sein? Der Konzertpodcast des RSB Folgen
Zu jedem Sinfoniekonzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin erklären Katharina Neuschaefer (Kat) und Susanne Westenfelder (Fia), warum es sich unbedingt lohnt, das Konzert zu besuchen. Subjektiv, unterhaltsam, und Sie müssen nicht Musikwissenschaft studiert haben, um den Podcast zu genießen.
Folgen von Muss es sein? Der Konzertpodcast des RSB
84 Folgen
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Folge vom 21.09.2026Marin Alsop dirigiert Clyne, Barber und Schostakowitsch
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Folge vom 31.08.2026Vladimir Jurowski dirigiert Denissow, Vieru und RachmaninowUneingeschränkt sein Einmal alles ausprobieren, Farben, Formen, Techniken – das wollte der deutsche Maler Daniel Richter in dem nebenstehenden Bild. Daniel Richters Kunstwerke begleiten uns durch die gesamte Saison 2026/2027. Das Eröffnungskonzert bietet sogleich die Möglichkeit, Korrespondenzen „zwischen abstrakter Malerei und Musik“ (Edison Denissow, 1970) zu erkunden. Denissow, ein Freund und Weggefährte von Schnittke und Gubaidulina in der früheren UdSSR, bereitet mit seinem fein ausgeleuchteten Orchesterwerk „Peinture“ den Boden für die filigrane Sinfonie (1973) des jüdisch-rumänischen Künstlers Anatol Vieru, der 2026 einhundert Jahre alt geworden wäre – „Herzrasen“, „Psalm“ und „Ungezügelte Melodie“ sind die Sinfoniesätze überschrieben. Nicht opulent genug kann es klingen in Sergei Rachmaninows „Glocken“. Menschliche Stationen, von der Geburt über die Hochzeit, die Stürme des Lebens bis hin zum Tod finden dort ihren Widerhall.
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Folge vom 16.06.2026Katharina Wincor dirigiert Read Thomas, Say und BeethovenWenn man an Frieden denkt, denkt man vielleicht an Stille. An ein ruhiges Fleckchen Natur, an Vogelgezwitscher, an das Plätschern eines Bachs. Beethoven hätte das unterschrieben. Aber manchmal – und das ist der Gedanke, der dieses Konzert zusammenhält – muss man erst schreien, bevor man schweigen kann. Um welches Konzert geht es? Um das letzte der Saison! Höhepunkt und Endspurt. Aber ein Friedlicher. Einer, bei dem es keine Verlierer gibt. Am 2. Juli dirigiert Katharina Wincor das Rundfunk Sinfonieorchester. Die Solocellistin ist die grandiose Camille Thomas. Fia stellt euch das letzte Konzert der Spielzeit 2025/26 vor. Viel Spaß beim Reinhören!
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Folge vom 15.06.2026Jonathan Nott dirigiert Elgar und TschaikowskyKat präsentiert euch hier das Konzertprogramm vom 28.06.2026, das ein bisschen ist, wie ein Ausflug ins Gym. Einerseits Maximal-Kraft-Training mit Elgars unfassbarem Violinkonzert in h-Moll, op.61. Gespielt von der britischen Geigerin Nicola Benedetti. Und danach ein Wellness-Treatment mit der wunderschönen, selten zu hörenden dritten Sinfonie in D-Dur, op.29 von Peter Tschaikowski. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin musiziert unter der Leitung von Jonathan Nott. Viel Spaß beim Anhören der neuen Episode.