Dirigent James Gaffigan lässt in der Elbphilharmonie Werke von Strauss, Bacewicz, Mendelssohn und Prokofjew spielen
Dirigent James Gaffigan lässt in der Elbphilharmonie Werke von Strauss, Bacewicz, Mendelssohn und Prokofjew spielen © Hackercatxxy / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Klassische Musik

NDR Elbphilharmonie Orchester

In dieser Veranstaltung dreht sich nahezu alles um den großen William Shakespeare. Denn der britische Schriftsteller hat mit seinen bleibenden und immer aktuellen Bühnenwerken eine Vielzahl von Komponisten und musikalischen Stilrichtungen beeinflusst, wie kaum ein anderer Künstler. James Gaffigan, ein US-amerikanischer Dirigent und derzeitiger Generalmusikleiter der Komischen Oper in Berlin, verfolgt diese Spur bei seiner Wiederkehr zum NDR Elbphilharmonie Orchester.

Eröffnet wird das Konzert mit einem frühen und eher unbekannten Werk von Richard Strauss. Lange bevor er mit "Don Juan" seinen endgültigen Durchbruch als Komponist erlebte, widmete sich der kaum über 20-jährige Künstler mit seiner ersten sinfonischen Dichtung dem düsteren Schauspiel Shakespeares, das den Aufstieg und Niedergang des mörderischen Königs Macbeth darstellt. Mit einer "äußerst wilden Klangsprache" (Strauss) gelang es ihm schon hier, das Schicksal der Figuren auf beeindruckende Weise darzulegen. Im Anschluss eröffnet eine ganz andere musikalische Ehrung an Shakespeare den zweiten Konzertteil: Felix Mendelssohn, damals erst 17 Jahre alt und von außergewöhnlicher Begabung, kreierte mit seiner "Sommernachtstraum"-Ouvertüre den Inbegriff der luftigen, schwebenden "Elfenmusik", die sinnbildlich für seinen Stil steht.

Dass Shakespeare neben Dramatik auch humorvolle Seiten hatte, zeigt das abschließende Werk des Programms perfekt auf. Sergej Prokofjew war keineswegs der erste, der die wohl bekannteste Liebesgeschichte der Welt in Musik verwandelte, aber möglicherweise der erfolgreichste: Sein Ballett "Romeo und Julia" vermittelt die tragische Erzählung so nachdrücklich, dass man die Originalworte Shakespeares kaum vermisst. Später komponierte Prokofjew Suiten, basierend auf der Ballettmusik, die sich längst einen festen Platz im Konzertsaal erobert haben.

Ein Werk, das ausnahmsweise ohne Bezug zu Shakespeare präsentiert wird, ist das von einem der führenden Bratschisten unserer Zeit dem Hamburger Publikum vorgestellte Stück: Lawrence Power interpretiert das Violakonzert der polnischen Komponistin Grażyna Bacewicz. In ihrem letzten Lebensjahr verfasst und erstmals im Juni 1969, posthum uraufgeführt, ist dieses Werk der bedeutenden Vertreterin der Moderne vor allem von introvertierten und nostalgischen Klängen geprägt. Oder ist es der warme Klang der Bratsche, der diesen Eindruck hervorruft? So oder so – mit dieser Komposition hat Bacewicz das an Violakonzerten nicht überreich gesäte Repertoire ohne Zweifel tiefgreifend erweitert!

Jetzt anhören
  • im Online-Player
  • im phonostar-Player
  • Was ist das?
    Radio hören mit phonostar Help layer phonostarplayer Um Radio anzuhören, stehen dir bei phonostar zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder hörst du mit dem Online-Player direkt in deinem Browser, oder du nutzt den phonostar-Player. Der phonostar-Player ist eine kostenlose Software für PC und Mac, mit der du Radio unabhängig von deinem Browser finden, hören und sogar aufnehmen kannst. ›››› phonostar-Player gratis herunterladen X
Aufnehmen

"NDR Elbphilharmonie Orchester" im Überblick

NDR Elbphilharmonie Orchester

von Strauss, Bacewicz, Mendelssohn, Prokofjew

Mit Leitung: James Gaffigan / Lawrence Power, Viola

Elbphilharmonie, Hamburg

22. März 2026

Sendezeit Mo, 27.04.2026 | 20:03 - 22:00 Uhr
Sendung BR-KLASSIK "Konzert"
Radiosendung