
JazzBluesWeltmusik gemischt
Verboten gute Lieder
Das ohne Gesang auskommende Instrumentalstück "Rumble" des renommierten Gitarristen Link Wray wurde von vielen Radiostationen der 1950er-Jahre als potenziell gefährlich für die amerikanische Hörerschaft angesehen. Deshalb erhielt das Musikstück, das 1958 auf den Markt kam, ein striktes Ausstrahlungsverbot. Erstaunlich ist dies, weil die Musik schlicht eine kämpferische Straßenstimmung einfangen wollte und kein einziges gesungenes Wort enthielt.
Trotzdem sorgte der damals neue Rock'n'Roll-Klassiker auf den Radiowellen für Aufsehen, indem er lediglich mit einem provokativen Namen und drei starken, verzerrten Akkorden auskam. Es war nicht das erste Mal, dass Radioanstalten die Rolle der Moralwächter übernahmen, indem sie Musik zensierten – nicht selten aus heute nicht mehr oder nur schwer verständlichen Anlässen. So wurde beispielsweise Bing Crosbys Version des Liedes "Deep In the Heart Of Texas" im Jahr 1942 von der BBC in Kriegszeiten an Werktagen tagsüber blockiert, da man befürchtete, die beschwingte Melodie könnte Fabrikmitarbeiter vom Arbeiten abhalten, um im Rhythmus des Liedes zu klatschen. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist "Lola" von The Kinks aus dem Jahr 1970, das wegen seiner einprägsamen Melodie und der Erzählung einer verwirrenden Begegnung in einer Bar für Unruhe bei den Senderverantwortlichen sorgte. Besonders sorgte nicht die Gender-Thematik, sondern die Erwähnung eines bestimmten Softdrinks für Aufsehen. Auch andere umstrittene Songs von Künstlern wie Bobby "Boris" Pickett, The Kingsmen oder die deutschsprachigen Werke von Werner Pirchner und Manuela fielen der Zensur zum Opfer.
Verboten gute Lieder im Überblick
| Sendezeit | So, 31.05.2026 | 17:10 - 17:55 Uhr |
| Sendung | Ö1 "Spielräume Spezial" |