
Klassik-Konzerte & Oper
zamus:early music festival 2026
Ein bemerkenswertes Musikereignis verknüpft die dringlichen Mahnungen der Klimabewegung mit den Vorhersagen der antiken Seherin Kassandra.
Kassandra macht eindringliche Vorhersagen: Sie prophezeit Blutvergießen, zerstörte Festungen und trauernde Frauen, kann jedoch Trojas Untergang nicht abwenden. Der Barockkomponist Benedetto Marcello hat diese Visionen wirkungsvoll in seiner Kantate "Cassandra" festgehalten. Dieses Stück steht im Mittelpunkt eines von zwei Konzerten, die im Rahmen des zamus:early music festivals im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks aufgeführt werden.
Das Ensemble tiefsaits kombiniert in ihrer Darbietung Kassandras Warnungen mit Ausschnitten aus Reden von Umweltaktivisten der letzten fünf Jahrzehnte: Steht auch unsere Zukunft auf dem Spiel? Das zweite Konzert dreht sich um "Plectrum Musicum", eine Reihe von Sonaten von Philipp Friedrich Buchner. Zum Zeitpunkt ihrer Entstehung im Jahr 1662 war der verheerende Dreißigjährige Krieg, der bis 1648 auch Buchners Heimatstadt Wertheim schwer getroffen hatte, bereits Vergangenheit. Buchners Kompositionen verschmelzen die italienische Leidenschaft mit der deutschen Kompositionstechnik und sind somit ein Vorbild für harmonische Vereinigung in der Kunst.
"zamus:early music festival 2026" im Überblick
zamus:early music festival 2026
von Legrenzi, Rosenmüller, Buchner, Marcello
Mit Ensemble Primary Colours; Ensemble tiefsaits; Yongbeom Kwon, Alt; Daniel Trumbull, Cembalo, Orgel
Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln
27.5.2026
| Sendezeit | So, 31.05.2026 | 21:05 - 23:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Konzertdokument der Woche" |