
FeatureKultur & Gesellschaft
Arbeiterselbstverwaltung in Jugoslawien
Im Jahr 1950 erhielten die Arbeiter in den jugoslawischen Produktionsstätten die Befugnis, demokratisch über die Herstellung zu beschließen. Auf diese Weise sollte sich schrittweise ein selbstverwaltetes sozialistisches System etablieren.
Nach einem Bruch mit Joseph Stalin im Jahr 1948 schlug der jugoslawische Präsident Josip Broz Tito eine unabhängige sozialistische Richtung ein. Um sich von der starren sowjetischen Planwirtschaft zu lösen, entwickelte Jugoslawien das Konzept der Arbeiterselbstverwaltung. Dieser Ansatz sah vor, dass die Beschäftigten ihre Unternehmen eigenständig leiten, wodurch die Rolle des Staates schrittweise verringert werden sollte. Anstelle von Fünfjahresplänen und festgelegten Produktionszielen durch die Regierung sollten die jeweiligen Arbeitsgruppen ihre eigenen Ziele bestimmen. Konkret bedeutete das, dass sowohl männliche als auch weibliche Arbeitskräfte ab 1950 die Verantwortung übernahmen. In sämtlichen Industriebetrieben des Landes wurden Arbeiterräte ins Leben gerufen, die in demokratischer Manier alle Entscheidungen fällten und so zum Fundament des neuen sozialistischen Modells wurden. Doch die Frage bleibt: War dieses Vorhaben erfolgreich?
"Arbeiterselbstverwaltung in Jugoslawien" im Überblick
Arbeiterselbstverwaltung in Jugoslawien
von Bartholomäus Laffert, Lucia Steinwender
| Sendezeit | Mi, 29.04.2026 | 19:30 - 20:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Zeitfragen Feature - Kultur und Geschichte" |