
Feature
Das Joch der Sherpa von Ernst Weber
Die Gemeinschaft der Sherpa bewohnt die Region am Fuß des majestätischen Mount Everest. Ihr Dasein ist geprägt von kargen Äckern, anstrengenden körperlichen Tätigkeiten, erheblichen Gefahren und fragwürdigen Erfolgen auf den Gipfeln. Viele von ihnen verlassen auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen ihre Heimat.
Im Frühling begleitet Mingma Nuru Sherpa Wanderer und Alpinisten durch das Khumbu-Tal in Richtung Mount Everest. Während der Sommermonate ist er landwirtschaftlich in der steirischen Ortschaft Admont tätig, und seine Ehefrau arbeitet in einer Almwirtschaft. Mingmas Leben, das im Wechsel zwischen Nepal und Österreich geführt wird, repräsentiert die Situation zahlreicher Sherpas, deren atemberaubende Heimatlandschaft ihnen oftmals nicht die erhoffte Lebensgrundlage bietet.
Mit ihren Ursprüngen in Tibet sind die Sherpa seit etwa vier Jahrhunderten im östlichen Nepal ansässig. Auf Höhen von bis zu 4.000 Metern befinden sich ihre Dörfer, am Fuße der höchsten Erhebungen der Welt. Die spärlichen landwirtschaftlichen Flächen reichen kaum zur Versorgung aus. Der Tourismus avanciert für viele Familien zur Haupteinnahmequelle.
Sherpas transportieren schwere Lasten über schmale Gebirgspfade, und befördern Nahrungsmittel, Zelte, Sauerstoffbehälter und Ausstattung für Expeditionen. Sie sichern Pfade und führen Gäste auf Trekkingtouren durch das Hochgebirge. Zudem bewirtschaften sie Unterkünfte und Herbergen. Erfahrene Bergführer erzielen ein gutes Einkommen, doch viele Träger verrichten harte Arbeit zu niedrigem Lohn unter enormen Risiken.
Der wachsende Tourismus im Himalaya verschärft die Belastungen für Mensch und Umwelt. Interessenten auf den Achttausendern nehmen zu, ebenso wie Müllmengen und Sicherheitsprobleme. Die Sherpas übernehmen in der Regel die gefährlichsten Tätigkeiten - sie treffen zuerst auf Lawinen, Gletscherspalten und einstürzende Eisbrocken. Die kurze touristische Hochsaison zwingt viele, alternative Beschäftigungen in Kathmandu oder im Ausland, etwa in Österreich, zu suchen, welches für einige zur zweiten Arbeitsstätte geworden ist.
Ernst Weber war auf dem Weg zum Basislager des Everest unterwegs und unterhielt sich auf seiner Reise mit Mingma Nuru Sherpa sowie anderen Bewohnern. Sein Radiofeature beleuchtet das Leben in der extremen Umgebung der höchsten Gipfel, den Spagat zwischen Tradition und Veränderung – und die Menschen, die den Traum vom Mount Everest erst ermöglichen.
"Das Joch der Sherpa von Ernst Weber" im Überblick
Das Joch der Sherpa von Ernst Weber
von Ernst Weber
Produktion: 2026
| Sendezeit | Sa, 19.09.2026 | 09:05 - 10:00 Uhr |
| Sendung | Ö1 "Hörbilder" |