Während der NS-Zeit wurden viele Menschen mit der Guillotine hingerichtet. Alles war "legal"
Während der NS-Zeit wurden viele Menschen mit der Guillotine hingerichtet. Alles war "legal" © Martin Boulanger / freeimages.com

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Der Umgang mit den Guillotinen der NS-Zeit

In Vergessenheit geraten sind die "legalen" Todesurteile und Hinrichtungen von etwa 12.000 Menschen mit der Guillotine zwischen 1933 und 1945 in Deutschland. Gründe für ein Todesurteil waren politischer Widerstand, Schwarzschlachtung oder Homosexualität. Die Guillotine werden heute noch aufbewahrt.

Während des Zeitraums zwischen 1933 und 1945 wurden etwa 12.000 Menschen offiziell zum Tode verurteilt und meist mit der Guillotine hingerichtet. Leider sind die meisten von ihnen heute vergessen. Bereits der politische Widerstand, das Hören von " Feindsendern " , Schwarzschlachtung, Homosexualität oder kleine Vergehen reichte aus, um ein Todesurteil zu erhalten. Diese Vergehen wurden laut der NS-Ideologie als "Gewohnheitsverbrecher" und "Volksschädlinge" entlarvt.

Diese Vergehen wurden laut der NS-Ideologie als "Gewohnheitsverbrecher" und "Volksschädlinge" entlarvt. Einige dieser Guillotinen sind heute in den Depots von Museen und Gedenkstätten zu finden, wie das Bayerische Nationalmuseum, das das Fallbeil, mit dem die Mitglieder der Weißen Rose hingerichtet wurden, bewahrt.

Doch wie soll man mit diesem Erbe verfahren? Auf Anweisung der Politik wird die Tötungsmaschine streng unter Verschluss gehalten, niemand darf Einsicht dazu bekommen. Zwei der insgesamt 22 Guillotinen aus der NS-Zeit sind öffentlich in Deutschland zu besichtigen. Doch ist das Ausstellen solcher Exponate pietätlose Verherrlichung von Schrecken? Oder sind sie als historische Bürgen dienlich? Oder gar als Brücke zu einem Thema, das bisher wenig Beachtung gefunden hat: Dem juristisch abgesicherten Tötungsalltag in der NS-Zeit.

"Der Umgang mit den Guillotinen der NS-Zeit" im Überblick

Der Umgang mit den Guillotinen der NS-Zeit

von Ulrich Trebbin

Sendezeit Mi, 04.10.2023 | 19:30 - 20:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk Kultur "Zeitfragen Feature - Kultur und Geschichte"
Radiosendung