Kazuki Yamada als neuer Chefdirigent des DSO Werke von Ives, Grieg, Clyne und Debussy
Kazuki Yamada als neuer Chefdirigent des DSO Werke von Ives, Grieg, Clyne und Debussy © bluebird13 / iStock.com

Klassische Musik

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Kazuki Yamada präsentiert sich mit seinem Debüt als Hauptdirigent des DSO, indem er ein weites Spektrum entfaltet, das die Verbindung zwischen dem menschlichen Wesen, Spiritualität und der Natur beleuchtet. Auf bemerkenswerte Weise beginnt das Konzert: Der Solo-Trompeter wiederholt sein melodisches Rätsel acht Mal, ohne eine resonante Antwort zu erhalten. Währenddessen setzen die Streicher unbeirrt ihre harmonische Abfolge fort, während ein dissonant arrangiertes Quartett aus Flöten immer irritierter wird – zuerst mit einem genervten Blick, dann zunehmend verärgert und am Ende gereizt. Die Frage, die Charles Ives in ›The Unanswered Question‹ stellt, lehnt sich an Ralph Waldo Emersons Gedicht ›The Sphinx‹ an. Darin weist die Sphinx darauf hin, dass die Antwort in der eigenen Person liegt – ein musikalisch-philosophisches Werk, das das unaufhörliche Forschen ehrt, selbst wenn erhoffte Antworten häufig ausbleiben.

Im Gegensatz dazu richtet Edvard Grieg sein Augenmerk in seinem renommierten Klavierkonzert auf seine Umgebung, die ihn von klein auf geprägt hat: die norwegischen Wälder, kristallklaren Seen und die Mitternachtssonne des Sommers – verbunden mit traditioneller Musik wie dem Halling-Tanz, den er geschickt mit dem klassischen Genre verflicht. Ähnlich beschwört Anna Clynes ›Woman of the Mountain‹ nordische Folklore herauf: Das irische Lied ›Sliabh na mBan‹ (Berg der Frauen) beschreibt in fünf Teilen den Weg von Erwachen, über Suche, und Verlangen bis hin zu Entdeckung und schließlich Ankunft. Der Berg Slievenamon überragt mit seinen bewachsenen Hügeln die Landschaft der Grafschaft Tipperary in Irland; sein Gipfel beheimatet uralte Denkmäler und sagenumwobene Gräber – hier sollen laut irischer Mythologie die Eingänge zur mystischen Welt sein. Die Musik von Anna Clyne erzählt von der "Reise einer beeindruckenden Frau, die auf der Suche nach der Liebe den Berg erklimmt".

Claude Debussy hingegen ließ sich bei der Komposition von ›La Mer‹ sowohl vom echten Ozean als auch von japanischer Kunst inspirieren. »Meine ewige Liebe, das Meer, ist von unvergleichlicher Schönheit«, sagte er einst. Mit ›La Mer‹ erinnert er sich an seine Tage in Cannes, Fiumicino und an den Atlantik, in Arcachon: »Ich schöpfe aus einer Fülle vergangener Eindrücke«, beschrieb er. Wie ein impressionistischer Künstler fängt er die faszinierenden Schattenspiele und das Leuchten des Gewässers in Klangfarben ein – und auf dem Titelblatt seiner Noten findet sich ›Die große Welle vor Kanagawa‹ von Hokusai wieder.

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"Deutsches Symphonie-Orchester Berlin" im Überblick

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

von Ives, Grieg, Clyne, Debussy

Mit Leitung: Kazuki Yamada / Alice Sara Ott, Klavier

Berliner Philharmonie

4. Oktober 2026

Sendezeit Mo, 12.10.2026 | 20:03 - 22:00 Uhr
Sendung BR-KLASSIK "Konzert"
Radiosendung