
Kultur & Gesellschaft
Die Freiheit des Geldes – Und ihre Schattenseiten!
Die Verwendung von Bitcoin und digitalem Geld wird oft als Versprechen der Freiheit gesehen – als eine Flucht aus den Fängen traditioneller Finanzinstitute und der staatlichen Überwachung in Richtung einer gerechten Geldordnung. Doch wie verhält sich dieser Traum zur politischen Realität?
Der Trend reißt nicht ab; Bitcoin wird als neue, überragende Währung und als Revolution des Finanzwesens gefeiert. Aber was genau ist diese Währung? Wer erschafft sie, wer überwacht sie und wer profitiert von ihren unterschiedlichen Formen? Wie lässt sich Souveränität definieren, wenn Geld nicht mehr als kollektives Gut, sondern als technische Ressource, limitierter Rohstoff oder Spekulationsobjekt betrachtet wird?
Es ist notwendig, die großen Versprechen und die freiheitsliebenden Visionen digitaler Währungen auf den Prüfstand zu stellen, um das tatsächliche Zusammenspiel von Kapital, Macht und gesellschaftlicher Teilhabe zu verstehen. Dabei geht es um die entscheidende Frage, welche wirtschaftliche Ausrichtung wir verfolgen möchten, wer über die Voraussetzungen der Freiheit bestimmt – und weshalb Geld niemals lediglich ein neutrales Tauschmittel, sondern stets auch ein politisches Werkzeug ist.
Aaron Sahr, Philosoph und Soziologe, führt die Forschungsgruppe Monetäre Souveränität am Hamburger Institut für Sozialforschung. Für seine Arbeiten zur politischen Ökonomie und Geldpolitik erhielt er 2019 den Franz-Xaver-Kaufmann-Preis. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen "Keystroke-Kapitalismus: Ungleichheit auf Knopfdruck" (2017), "Die monetäre Maschine: Eine Kritik der finanziellen Vernunft" (2022) und kürzlich: "Fake Coins: Digitales Geld und analoge Freiheit" (2026).
Die Freiheit des Geldes – Und ihre Schattenseiten! im Überblick
| Sendezeit | So, 27.09.2026 | 09:30 - 10:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Essay und Diskurs" |