Der Drang, die Welt zu erkunden, ist ein tiefes menschliches Bedürfnis über alle Zeiten und Kulturepochen hinweg, Garant und Motor für Fortschritt. Das "Fernweh" aber ist eine romantische Kategorie, und in der Tat ist es noch nicht lange her, dass die Menschen begonnen haben, aus reinem Vergnügen zu reisen - eine "Bedürfnisindustrie" dafür zu schaffen, wie es Hans Magnus Enzensberger ausdrückte, der eine Theorie des Tourismus entwarf. Den ersten Massentourismus gab es Mitte des 19. Jahrhunderts in unseren Breitengraden am Rhein, und es waren die Engländer, die die "Rheinromantik" erfanden. In der Sendung begeben wir uns selbst auf die Reise: von den Karawanenzügen der alten Zeit über die Pilgerreisen des Mittelalters und die wagemutigen Seefahrten im Zeitalter der Entdeckungen bis zum "Teutonengrill" an europäischen Mittelmeerstränden, von Odysseus bis Neckermann, von Captain Cook über Robinson Crusoe bis hin zum modernen Tourismus samt seiner Ambivalenzen, Kollateralschäden und vermeintlichen Alternativangebote. Das sentimentalische Fernweh indes, Ausdruck eines romantisch gebrochenen Lebensgefühls, ist eine unerfüllbare Sehnsucht geblieben.
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Dokumentation und Reportage Folgen
Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts
Folgen von Dokumentation und Reportage
23 Folgen
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Folge vom 09.06.2025Fernweh - Geschichte einer menschlichen Sehnsucht
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Folge vom 28.05.2025Die Zweite Chance - "Ich fange mein Leben komplett von vorne an"Man kann Chancen ergreifen oder sie verpassen. Wie aber sieht es aus mit der sogenannten "zweiten Chance"? Auf jeden Fall bekommt man sie nicht einfach geschenkt. Will man sie ergreifen, muss einiges dafür getan werden. Es erfordert eingehende Selbstbefragung und Öffnung auf eine neue Lebensperspektive hin. Wie kann man sich etwa nach Fehlentscheidungen, Scheitern oder gravierenden Lebenseinschnitten eine zweite Chance geben? Und wie sieht es aus mit dem "second wind" im Alter? Denn auch der Schritt aus dem Berufsleben heraus bedeutet eine Herausforderung. Er kann eine neue Perspektive eröffnen, aber auch Ängste auslösen. Wie beschreiben Menschen, die ihre zweite Chance ergriffen haben, ihren Weg dahin? Darüber sprechen Menschen mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen in diesem Feature.
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Folge vom 29.06.2024Auf dem Berge. Sinnbilder eines mythischen OrtesEisige Höhen: Orte der Gotteserfahrung oder der Selbsterkenntnis - Berge erheben sich über die alltägliche Ebene der Menschheit und reichen in die Nähe des Himmels. Heilige Berge, das ist etwa bei den Griechen der Olymp, im Alten Testament der Berg Sinai, der Gottesberg Horeb, an dem Mose dem Gott Jahweh begegnete oder der Berg Tabor in Galiäa, eine vorchristliche Kultstätte der Antike und im Christentum Ort der Verklärung Jesu Christi, der heilige Berg Elbrus im Kaukasus oder in Japan der Fujiyama. Die Berge sind Orte der Gottesnähe und des Erkenntnisgewinns, Orte der Reflexion, der Sinnstiftung und des inneren Wachstums. Dagegen stehen sie aber auch für gefährliche Isolierung und Abgrenzung, für Überheblichkeit und Entfernung von der menschlichen Gemeinschaft. Ein Feature über die vielfältigen Bedeutungen der Berge in Kultur, Literatur und Religion - über Gipfelstürmer und philosophische Höhenflüge.