Klangkunst und Sprachexperiment. Ingeborg Bachmanns Version des antiken «Undine»-Mythos: Die Wasserfrau ist hier eine geistig unabhängige, selbständige Muse, die die Männer versteht, und zu der diese sich hingezogen fühlen.
Wer das Hörspiel am Radio hören will:
Samstag, 27.06.2026, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Undine sieht sich indessen von den Männern – die sie «Ungeheuer», «Monster» oder einfach nur «Hans» nennt – verraten und rechnet mit ihnen ab. Bachmann verleiht Undine allerdings nicht nur die Stärke und die Selbständigkeit, die sonst nur Männern zugesprochen werden, sondern unterwirft sie auch dem Zwang, die Männer zu lieben. Sie muss aus dem Meer auftauchen, Hans rufen, die Männer locken und besitzen.
Das «unwahrscheinlich Geglückte» (Peter von Matt) des Textes hat eine nicht geglückte, vielmehr noch verratene Liebe zum Gegenstand, die Unmöglichkeit einer absoluten Liebe in der Welt der Menschen, der Männer und ihrer Frauen, die sich aus ihren erstarrten Ordnungen nicht herauslocken lassen. Undine ist nicht die Frau schlechthin, sondern eher eine Gegenfrau, die Stimme des ganz Anderen.
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Mit: Inka Friedrich und Monika Koch sowie Lauren Newton (Gesang) und Fritz Hauser (Perkussion)
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Komposition: Fritz Hauser – Tontechnik: Jack Jakob und Jacqueline Stocker – Regie: Fritz Hauser und Stephan Heilmann
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Produktion: SRF 1993
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Dauer: 49’
Hörspiel
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Das ist SRF Hörspiel: Ob als aktuelles Dialekt-Hörspiel, als rasant inszenierter Radio-Krimi oder als intimes Hörstück, es erwarten Sie überraschende Hörgeschichten
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Folge vom 25.06.2026«Undine geht» von Ingeborg Bachmann
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Folge vom 25.06.2026«Ein Geschäft mit Träumen» von Ingeborg BachmannHörspiel-Klassiker und ein Stück Radiogeschichte: Ingeborg Bachmanns erstes Hörspiel, verfasst um 1950. Nach Feierabend gerät der Angestellte Laurenz in ein Geschäft, in dem es Träume zu kaufen gibt. Träume, in denen man die Wünsche und Nöte, die Ängste und Hoffnungen des Alltags kompensieren kann. Laurenz, eine gründliche, penible Natur, dienstbeflissen und angepasst an die Wünsche seiner Kollegen und Vorgesetzten, erlebt in den Träumen sein eigenes Dasein so, wie ein Kinogänger Filme erlebt – als überhöhte Spiegelungen seines eigenen Daseins. Erst im dritten Traum erkennt er sich wieder. Doch was er hier wagt, das verwehrt er sich im Alltagsleben: Er gesteht seiner Bürokollegin Anna seine Liebe. ____________________ Mit: Ralf Schermuly (Laurenz), Herlinde Latzko (Anna), Wolfgang Hiller (Mandl), Walter Oberhuber (Nowak), Hans-Günther Müller (Generaldirektor), Klaus Seidel (Verkäufer), Günter Gube (Drehorgelmann), Rainer zur Linde (Matrose), Michael Schacht (Funker), Siegfried Meisner (Schiffsoffizier) ____________________ Musik: Willy Bischof – Tontechnik: Helmut Dimmig – Regie: Klaus W. Leonhard ____________________ Produktion: SRF 1977 ____________________ Dauer: 58’
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Folge vom 25.06.2026«Der gute Gott von Manhattan» von Ingeborg BachmannHörspiel-Klassiker. Eine leidenschaftliche Liebe in New York wird dem Urteil eines mystischen Gottes unterzogen. Ingeborg Bachmanns preisgekröntes Hörspiel zeigt die Unvereinbarkeit tiefer Gefühle mit einer rationalen Welt – poetisch, kritisch und zeitlos aktuell. Der gute Gott von Manhattan ist angeklagt, das Mädchen Jennifer im Zimmer eines New Yorker Hotels durch eine Bombenexplosion ermordet zu haben. Dem Richter erklärt er, er habe sich mit dieser Tat, und auch allen vorhergegangenen, nur zum Anwalt der auf Konventionen und Masshalten beruhenden Weltordnung gemacht. Diese sei durch die Masslosigkeit der Liebe der Getöteten bedroht worden. Er erzählt die Geschichte der Liebe Jennifers zu Jan, um darzulegen, dass diese Liebe, die an nichts mehr gemessen und mit nichts mehr verglichen werden konnte, verderblicher für die Ordnung sei als jedes Verbrechen, als alle Ketzereien. «Wo Liebe auftaucht, entsteht ein Wirbel wie vor dem ersten Schöpfungstag.» ____________________ Mit: Hanns Ernst Jäger (Der gute Gott), Alfons Hoffmann (Richter), Rainer zur Linde (Jan), Gudrun Herms (Jennifer), Otwin Kühlhorn (Eichhörnchen Billy), Susi Aeberhard (Eichhörnchen Franki), Paul Felix Binz (Gerichtsdiener), Ursula Streuli (Zigeunerin), Hans-Günther Müller (Bettler) u.v.a. ____________________ Musik: Willy Bischof – Tontechnik: Helmut Dimmig – Regie: Klaus W. Leonhard ____________________ Produktion: SRF 1971 ____________________ Dauer: 101’
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Folge vom 18.06.2026«Dr. med. R. Clavadetscher, prakt. Arzt» von Hans Karl MüllerHausarztpraxen sind dauerüberlastet. Das war schon in den 1970er-Jahren der Fall. Hausarzt Dr. Clavadetscher kennt den stressigen Alltag: überfülltes Wartezimmer, unzählige Hausbesuche, endlose Tage … und trotzdem versucht der Arzt seinem Auftrag gerecht zu werden. Seit den idyllisch anmutenden Tagen eines «Dr. Hilfiker» in den frühen Fünfziger- und denjenigen von «Dr. med. Clavadetscher» in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts hat sich manches verändert. Der Alltag eines Hausarztes ist nach wie vor stressig, Hausbesuche finden aber kaum noch statt, und die Kosten im Gesundheitswesen explodieren. Hans Karl Müller war selber Arzt und wusste daher sehr genau, worüber er 1974 schrieb. Sein Stück zeigt das entscheidende Ringen um die Erfüllung des ärztlichen Auftrages an der Front auf. Dabei wird die fiktive Handlung mit eigenen Kommentaren ergänzt. ____________________ Mit: Paul Bühlmann (Dr. med. Clavadetscher), Margrit Rainer (Schwester Käthy), Bella Neri (Susi), Walter Andreas Müller (Dr. med. Reding), Inigo Gallo (Herr Semadeni), Flavia Schnyder (Frau Caviezel), Sibylle Courvoisier (Frau Villars), Eduard Huber (Vertreter), Gregor Vogel (Hüttenwart) u.v.a. ____________________ Regie: Hans Jedlitschka ____________________ Produktion: SRF 1974 ____________________ Dauer: 84’