
Kultur & Gesellschaft
Im Reinen sein: Gefiltertes Leben – Wie viel Gutes ist zu viel?
Je schwerer die Atmosphäre, desto intensiver unsere Bemühungen, sie zu reinigen. Doch mit zunehmender Filterung wachsen unsere Empfindlichkeiten. Sind die modernen Schutzmechanismen wirklich die Antwort auf unsere Herausforderungen, oder büßen wir durch unser Streben nach Störungsfreiheit unsere Überlebensfähigkeit ein?
Das Lüften gilt als Akt der Erneuerung – aber tut es das wirklich? Über die Frischluft gelangen oft neue Verschmutzungen in unseren Alltag. Leben wir nicht in einer Ära, die von der Sehnsucht nach Reinheit beherrscht wird, mit einem immer stärkeren Drang, unsere Umgebung, unseren Körper und unsere Wahrnehmungen strenger zu regulieren?
Mit Themen wie Zigarettenqualm, feinem Staub und Schadstoffbelastungen setzen wir uns auseinander und betrachten Filter als Werkzeuge der Technik, Kultur und Politik. Früher waren sie essenziell für das Überleben, heute sind sie Bestandteil moderner Hygiene-, Sicherheits- und Effizienzstrategien.
Je wirkungsvoller diese Filter sind, desto weniger scheint die Fähigkeit vorhanden, Mehrdeutigkeiten, Störungen und Gegensätze zu akzeptieren. Muss das Leben tatsächlich so makellos sein?
Liv Apollonia Scharbatke, Autorin, Expertin für Kommunikationswissenschaften und Spezialistin für therapeutisches Schreiben, erforscht, wie Menschen ihre Existenz durch Erzählungen interpretieren und gestalten. Während ihrer Studienzeit an der Filmakademie Baden-Württemberg setzte sie mehrfach prämierte Kurzfilmprojekte um. Derzeit ist sie als Fernsehautorin tätig und widmet sich der Arbeit an ihrem ersten Roman. Auf ihrem Blog "Happy Writing" teilt sie regelmäßig Artikel über kreatives Schreiben und die Kunst der Schreibtherapie.
Im Reinen sein: Gefiltertes Leben – Wie viel Gutes ist zu viel? im Überblick
| Sendezeit | So, 23.08.2026 | 09:30 - 10:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Essay und Diskurs" |