Mit seinem erdigen Sound, unerschütterlichem Groove und grosser stilistischen Offenheit hat Christian McBride den Jazz unserer Zeit geprägt. Seit den 1990er-Jahren gehört er zu den gefragtesten Bassisten überhaupt, hat auf mehr als 400 Alben mitgewirkt und für sein Werk bis dato 11 Grammys erhalten.
Als Sideman ist er gefragt wie kaum ein anderer, aber es kommt noch besser. Christian McBride hat über die Jahre auch ein spektakuläres Schaffen als Bandleader, Komponist und Arrangeur Von Duoformationen über Pianotrio bis zu orchestralen Grossprojekten mit Big Band und Gospelchor zeigt der US-Amerikaner eine bemerkenswerte Breite. Trotz aller Vielseitigkeit wirkt McBrides Werk aber nicht beliebig, denn es bleibt stets tief verankert in der US-Jazztradition. Für sein Geschichtsbewusstsein ist der 54-jährige bei der jungen Musikergeneration bekannt; als eine Art Gedächtnis der US-Jazzcommunity beschreiben ihn seine Mentees.
Was Christian McBride als Bassisten, als Komponisten und Bandleader auszeichnet und wie er mit seinem Geschichtsbewusstsein zur Schlüsselfigur der US-amerikanischen Jazzcommunity wurde: darüber diskutiert Annina Salis mit dem Schweizer Bassisten, Label-Koleiter und Festivalkurator Luca Sisera.
Die gespielten Titel:
Interpret:in: Titel (Album / Label):
- Christian McBride: EGAD (Number Two Express / Verve)
- Joe Henderson: Isfahan (Lush Life: The Music of Billy Strayhorn / Verve)
- Super Bass: Brown Funk (Super Bass. Recorded Live at Sculler's / Telarc)
- Christian McBride&Sting: Consider Me Gone (Conversations with Christian / Mack Avenue Records)
- Christian McBride Big Band: Sahara (Bringin' It / Mack Avenue Records)
- Christian McBride: A View from the Mountain Top (The Movement Revisited. A Musical Portrait of Four Icons / Mack Avenue Records)
- Christian McBride: Sister Rosa (The Movement Revisited. A Musical Portrait of Four Icons / Mack Avenue Records)
- Christian McBride's New Jawn: The Lurkers (Prime / Mack Avenue Music Group)
- Christian McBride & Ursa Major: More Is (More Is (Single) / Mack Avenue Records)
Jazz
Jazz Collection HD Folgen
Wir stellen die Grossen des Jazz und verwandter Musiksparten in exemplarischen Aufnahmen vor – im Gespräch mit Gästen, die sich bestens auskennen im weiten Feld von Blues bis World. Analysen haben hier ebenso Platz wie Anekdoten. Leitung: Peter Bürli Redaktion: Peter Bürli, Eric Facon, Jodok Hess, Annina Salis Kontakt: info@srf2kultur.ch
Folgen von Jazz Collection HD
14 Folgen
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Folge vom 15.09.2026Bassist Christian McBride - Schlüsselfigur des Jazz
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Folge vom 01.09.2026John Coltrane - mit Riesenschritten auf den Jazz-OlympIn seinen nur zehn Jahren als Bandleader stellte John Coltrane ein Werk hin, an dem sich Jazzmusikerinnen und vor allem Saxophonisten auch 100 Jahre nach seiner Geburt noch abarbeiten. Er trieb mit «Giant Steps» den Bebop auf die Spitze, nahm mit «My Favorite Things» seine Erkennungsmelodie auf, schuf mit Duke Ellington oder Sänger Johnny Hartmann Werke von betörender Schönheit und entwickelte dann eine modale Spielweise von verstörender Intensität. Warum dieses Coltrane-Jahrzehnt bis heute eine solche Strahlkraft hat und inwiefern der Mensch und Musiker Coltrane auch für Musiker:innen in den 2020er-Jahren noch Priester und Provokation in einem ist, das diskutiert die Saxophonistin Angelika Niescier in der JazzCollection mit Jodok Hess. Die gespielten Titel: Interpret:in: Titel (Album / Label) Thelonious Monk & John Coltrane: Nutty (Thelonious Monk with John Coltrane / Riverside) John Coltrane: My Favorite Things (My Favorite Things / Atlantic) John Coltrane: Africa / Brass (Africa/Brass / Impulse) John Coltrane: In a Sentimental Mood (Duke Ellington & John Coltrane / Impulse) John Coltrane: Crescent (Crescent / Impulse) John Coltrane: Autumn Serenade (John Coltrane and Johnny Hartmann / Impulse)
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Folge vom 04.08.2026Louis Armstrong: Die Seele in jeder Note«Jedesmal, wenn dieser Mann die Trompete an die Lippen setzt - und sei es, um nur drei Töne zu üben - tut er das mit seiner ganzen Seele». Der berühmte Dirigent Leonard Bernstein ist es, der diese zentrale Zutat im Zaubertrank von Louis Armstrong benannt hat, ans Publikum gewandt, im Sommer 1956. Armstrong hatte soeben ein Konzert gegeben zusammen mit den New York Philharmonic. Dass dem zu Beginn mausarmen Jungen aus New Orleans dieser Weg gelingt, ist schon einmalig genug. Dass er ein paar Jahre später mit «Hello, Dolly!» sogar die Beatles vom ersten Platz in den Charts verdrängt, macht ihn endgültig zum Superstar. Was das allerdings hiess für ihn, die Seele in jede Note zu legen, warum es dafür viel mehr braucht als ein breites Grinsen, und inwiefern Louis Armstrong auch Zähne zeigen konnte: das diskutiert, zum 125. Geburtstag von Louis Armstrong, der Berner Trompeter Lukas Thoeni in der Jazz Collection mit Jodok Hess. Die gespielten Titel: Interpret:in: Titel (Album / Label) - Louis Armstrong: Hello, Dolly! (Louis Armstrong: The Definitive. Ken Burns Jazz / Columbia) - Louis Armstrong: Dippermouth Blues (The complete King Oliver's Creole Jazz Band 1923 / MM) - Louis Armstrong: Hotter Than That (Louis Armstrong: Great Original Performances 1923-1931 / BBC) - Louis Armstrong: West Ende Blues (Louis Armstrong: 1928-1931 / Hermes) - Louis Armstrong: Skokiaan (Louis Armstrong and the All-Stars: I Love Jazz / Verve) - Louis Armstrong: St. Louis Blues (Louis Armstrong: Satchmo The Great / Sony) - Louis Armstrong & Ella Fitzgerald: Can't We Be Friends? (Ella Fitzgerald and Louis Armstrong: Ella and Louis / Verve) - Louis Armstrong & Duke Ellington: It Don't Mean a Thing (Louis Armstrong & Duke Ellington: The Great Summit / Roulette) - Louis Armstrong: What a Wonderful World (Louis Armstrong: The Definitive. Ken Burns Jazz / Columbia)
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Folge vom 21.07.2026Camille Bertault: Jazzgesang als BewältigungsstrategieAngefangen hat sie mit klassischem Klavier – bis sie mit achtzehn in eine grosse musikalische Krise gerät und die Musik an den Nagel hängt. Das Problem: Lampenfieber und die Angst vor falschen Tönen. Erst mit der Jazzimprovisation und dem Gesang findet Camille Bertault zu jener Verspieltheit und Leichtigkeit, für die sie heute so bewundert und geliebt wird. Zwischen virtuosen Scat-Improvisationen und charmanten Selfie-Videos auf Social Media finden bei der lebhaften Künstlerin aber durchaus auch vertiefte Themen Platz – erzählt die Sängerin Tatiana Nova, die in dieser Jazz Collection Gast von Roman Hošek ist. Die gespielten Titel: Interpret:in: Titel (Album / Label) - Camille Bertault: Quoi de plus anodin [Empty pockets] (En vie / Sunnyside Records) - Camille Bertault: Là uù tu vas [Giant Steps] (Pas de géant / Okeh Records) - Camille Bertault: Ma muse (Le tigre / Okeh Records) - Camille Bertault & David Helbock: Frevo (Playground / ACT Music) - Brussels Jazz Orchestra with Camille Bertault: La Javanaise (Gainsbourg / Brussels Jazz Orchestra) - Camille Bertault: Dodo (Bonjour mon amour / Vita Productions) - Camille Bertault: Folhas secas (Voz e Vocês / Sunnyside Communications)