Hits der 90er, 2000er & von heuteOldies gemischtKultur & Gesellschaft
Meilensteine Special: Open Air – 50 Jahre Loreley Folgen
In der Sommerpause der "Meilensteine" geht es vom 6. Juli bis 3. August 2026 auf eine Zeitreise durch unglaubliche, coole fünf Jahrzehnte voller legendärer Momente auf der Open Air Bühne Loreley. Hört die Geschichten von Stars wie Genesis-Gitarrist Steve Hackett, Dire Straits-Bassist John Illsley und Wolfgang Niedecken. Erlebt, wie The Police oder U2 ihre Karrieren auf der Open-Air-Bühne gestartet haben. Der Podcast entführt euch in die Anfänge der deutschen Open Air-Kultur, erzählt Geschichten von Freiheit und Größenwahn, von Sonnenaufgängen über dem Rhein und von Musik, die Generationen prägte. Mit Interviews und Originalaufnahmen taucht ihr in die Welt der Loreley ein – ein Ort, an dem Hippies tanzten, Legenden geboren wurden und der Geist der 70er-Jahre noch heute spürbar ist. Habt ihr Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Ihr erreicht die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.
Folgen von Meilensteine Special: Open Air – 50 Jahre Loreley
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Folge vom 22.06.2026Buena Vista Social Club – "Buena Vista Social Club"Benannt nach dem "Club Social" im Stadtviertel "Buena Vista" der kubanischen Hauptstadt, sucht und setzt sich Gitarrist und Produzent Ry Cooder seine Band aus Altmeistern kubanischer Musik zusammen. Daraus entsteht das erfolgreichste Weltmusik-Album aller Zeiten: "Buena Vista Social Club". In den 40er- und 50er-Jahren haben sich in den Stadtvierteln Havannas viele "Clubs" gegründet, die aber mehr als Vereine zu sehen sind und weniger als Musikclubs, wie wir sie heute aus unserer Gesellschaft kennen, erklärt Musikredakteur Benjamin Brendebach im Podcast. In den Clubs haben sich unterschiedliche soziale Gruppen zusammengefunden, zum Beispiel aus verschiedenen Berufsgruppen. Musik war dabei oft ein elementarer Teil des Zusammenseins. Einer dieser Clubs ist eben der Grundstein für dieses Album geworden, der "Club Social" im Stadtviertel "Buena Vista" in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Und eben in diesem Club sind zu der Zeit neue Rhythmen entstanden und geprägt worden, die wir heute – vor allem auch aus der Tanzschule – kennen. Während es heutzutage üblich ist, dass Musiker, wenn sie ins Studio gehen, um Songs aufzunehmen, nicht gemeinsam im Tonstudio stehen, sondern jede Instrumenten- und Gesangsspur einzeln und nacheinander aufzeichnen. So wird unter anderem sichergestellt, dass jede Spur perfekt eingespielt worden ist – perfekt im Rhythmus und ohne störende Nebengeräusche. Beim "Buena Vista Social Club" war das ganz anders, erzählt Benjamin Brendebach. Das Besondere daran ist auch, dass es eben keine fest bestehende Gruppe war und alles sehr organisiert war, sondern dass es eine Art musikalisches Kollektiv aus dieser Stadt bzw. dem Viertel gewesen ist. Wenn für einen Song noch ein Pianist gebraucht wurde, hat man sich überlegt, wer könnte denn zum Beispiel das Klavier spielen? Dann ist man zu der Wohnung in der Nachbarschaft gegangen und hat diesen Bekannten einfach dazugeholt, so umschreibt es Brendebach und fügt hinzu: "Das macht es eben auch aus". Für Musikredakteur Benjamin Brendebach signalisiert dieses Album vor allem, dass man als Hörer und Musikfan offen bleiben sollte, was das Musikalische angeht. Und für Musikredakteurin Katharina Heinius zeigt dieses Album, dass wir musikalisch und kulturell verbunden sind. "Diese Musik ist wie ein Schmelztigel! […] Dieses Album zeigt einfach, dass Musik verbindet." Katharina Heinius über die Bedeutung von "Buena Vista Social Club“ __________ Alle Shownotes und weiterführenden Links zur Folge "Buena Vista Social Club" findet ihr unter https://www.swr.de/swr1/ __________ Ihr wollt mehr Podcasts wie diesen? Abonniert die Meilensteine! Fragen, Kritik, Anregungen? Schreibt uns an meilensteine@swr.de
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Folge vom 15.06.2026The Smiths – "The Queen Is Dead"1986 hat die britische Band The Smiths ihr drittes Album "The Queen Is Dead" veröffentlicht. Es zählt mit Blick auf die Chartpositionierungen zu den international erfolgreichsten Alben der Gruppe, neben ihrem Album "Meat Is Murder". "The Queen Is Dead" von The Smiths ist Morrisseys Abrechnung mit dem britischen Königshaus, erklärt Frank König im Meilensteine Podcast. Und es ist gleichzeitig Wegbereiter für den Britpop, der Mitte der 90er die Charts erobern sollte. Das Album "The Queen Is Dead" ist auch der direkte Nachfolger ihres Meilenstein-Albums "Meat Is Murder" aus dem Jahr 1985, von dem wir unter anderem den Hit "How Soon Is Now?" kennen. Neben der genialen Gitarrenarbeit von Johnny Marr, steht auch bei diesem Album die polarisierende Figur Morrissey im Vordergrund. Zum einen mit seinem besonderen Stil und seinen außergewöhnlichen Gesangsmelodien, vor allem aber auch wegen seiner Texte und seinem öffentlichen Auftreten, das oft von Provokation geprägt ist. Was davon ernst gemeint ist und was nicht, ist oft nur sehr schwer auseinanderzuhalten. "Es zieht sich auch durch dieses Album. Auf der einen Seite dieses "Ihr könnt uns alle mal" und auf der anderen, dieses Trotzdem-geliebt-werden-wollen, scheint so immanent zu sein bei ihm", sagt Podcast-Host Frank König über die verschiedenen Signale, die Morrissey aussendet. Auch abseits der Musik hat Morrissey seine Provokationen nach außen getragen und sich und die Band immer so inszeniert, dass sie zu wenig Unterstützung (zum Beispiel durch die Plattenfirma) bekommen hätten und sie eigentlich viel erfolgreicher sein müssten. Zu der Zeit hat die Management-Aufgaben keine Agentur oder ein offizieller Manager übernommen, sondern Gitarrist Johnny Marr zusätzlich zu seiner musikalischen Arbeit. Zum Mangel an öffentlicher Aufmerksamkeit in den 80ern kann noch angefügt werden, dass die Gruppe sich in den 80ern selbst lange dagegen gewehrt hat, Musikvideos zu drehen, was damals das bestimmende Medium gewesen ist, erklärt Podcast Gast und Morrissey-Experte Klaus Biehler. Das erste Musikvideo gab es dann zu dem Song "The Boy With The Thorn In His Side" vom Album "The Queen Is Dead". Für Musikredakteurin Katharina Heinius ist "The Queen Is Dead" ein zeitloses Album, weil es eine Art Bindeglied ist. Die Band ist beeinflusst von der Musik der Rolling Stones, der Beatles, vom Soul der 60er Jahre genauso wie von Bands wie den New York Dolls. Diese Einflüsse nimmt die Band, besonders auf diesem Album, verarbeitet sie und wird damit zum Vorläufer des Britpop. __________ Alle Shownotes und weiterführenden Links zur Folge "The Queen Is Dead" findet ihr auf www.swr1.de __________ Ihr wollt mehr Podcasts wie diesen? Abonniert die Meilensteine! Fragen, Kritik, Anregungen? Schreibt uns an meilensteine@swr.de
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Folge vom 08.06.2026Blink-182 – "Take Off Your Pants And Jacket"2001 haben die amerikanischen Punkrocker von Blink-182 ihr Album "Take Off Your Pants And Jacket" herausgebracht, auf dem auch Hits wie "The Rock Show" oder "First Date" sind. Nach ihrem internationalen Durchbruch mit dem Album "Enema Of The State" hatten sich die Möglichkeiten für Mark Hoppus, Tom DeLonge und Travis Barker vervielfacht, was die (finanzielle) Umsetzung ihres nächsten Albums betraf. Über die musikalische Ausrichtung war die Band sich jedoch nicht immer ganz einig. Sänger und Bassist Mark Hoppus wollte im Grunde genommen nochmal ein zweites "Enema Of The State" schreiben, während Tom DeLonge sich zumindest in Teilen eine musikalische Weiterentwicklung erhoffte. Musikalisch durfte es für DeLonge etwas ernsthafter und düsterer werden. Damit wurden die Spannungen innerhalb der Band größer, aber das Album "Take Off Your Pants and Jacket" auch deutlich vielfältiger. Inhaltlich beschäftigen sich Blink-182 auf "Take Off Your Pants and Jacket" wie auch schon auf dem Vorgängeralbum hauptsächlich mit pubertärem Humor. Es finden sich aber auch Themen des Erwachsenwerdens auf der Platte. Als Beispiele seien hier Themen wie jugendliche Unsicherheit, Einsamkeit oder eben auch traumatische Erlebnisse genannt, wie die Scheidung der Eltern – ein sehr persönlicher Song von Sänger und Gitarrist Tom DeLonge. Blink-182 gelten heute oft als die Band, die wie keine zweite das Genre des Pop-Punk definiert hat. Dabei haben sie mit ihren persönlichen Einflüssen aus legendären Punkbands wie NOFX, The Descendents, Bad Religion sowie Bands wie The Cure ihren Sound geschaffen. Dafür haben sie eben die Energie und das Tempo des Punks mit der Melancholie und Eingängigkeit von Popmusik vereint. Das Rückgrat der Musik – und wenn man so will auch des Erfolgs – von Blink-182 ist das Schlagzeugspiel von Travis Barker. Der begleitet die Band mit seinem Drumming nicht einfach, sondern er spielt so ausgefeilt und kreativ, dass die Drums nicht nur der Pulsschlag der schnellen Songs sind, sondern auch gleichzeitig Leadinstrument. Das Timing bei "Take Off Your Pants And Jacket" war perfekt für Blink-182. MTV war groß, Skateboards und Highschool-Komödien hatten ihre Hochzeit, und für all das konnten Blink mit ihrer Musik sozusagen den Soundtrack liefern. Damit konnten sie genau diese Generation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen so stark prägen, denn sie haben mit ihrer Musik ein Lebensgefühl eingefangen. __________ Über diese Songs vom Album "Take Off Your Pants And Jacket" sprechen wir im Podcast • (11:25) – "Anthem Part Two" • (40:03) – "First Date" • (42:41) – "The Rock Show" • (48:11) – "Stay Together For The Kids" __________ Alle Shownotes und weiterführenden Links zur Folge "Take Off Your Pants And Jacket" findet ihr hier: https://x.swr.de/s/link182akeffourants __________ Ihr wollt mehr Podcasts wie diesen? Abonniert die Meilensteine! Fragen, Kritik, Anregungen? Schreibt uns an meilensteine@swr.de
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Folge vom 01.06.2026Die Toten Hosen – "Opium fürs Volk"Die Toten Hosen gehen auf große Abschiedstour. In dieser Folge ehren wir deshalb die Düsseldorfer Punkband und sprechen über das legendäre Konzeptalbum "Opium fürs Volk" von 1996. Dazu gehören auch Hits wie "Bonnie & Clyde" und "Paradies". Als die Toten Hosen im Frühjahr 2026 ihre Tour "Trink aus! Wir müssen gehen" ankündigen, ahnen viele Fans schon, dass es sich um einen Abschied handelt. Für die Meilensteine-Redaktion stand fest: Es wird Zeit, die Jungs rund um Leadsänger Campino zu ehren. Nur mit welchem Album? In unserem Online-Voting habt ihr euch für "Opium fürs Volk" entschieden. Es ist im selben Jahr wie "Le Frisur" von Die Ärzte erschienen – und ebenfalls ein Konzeptalbum. Einer, der Die Toten Hosen nicht nur kennt, sondern auch gut mit ihnen befreundet ist, ist Ingo Knollmann von den Donots. Als Podcastgast in dieser Folge erzählt er, dass die Hosen sein allererstes Konzert waren und ihn dazu inspiriert haben, eine eigene Band zu gründen. 1996 waren Die Toten Hosen auf dem bis dato Höhepunkt ihrer Karriere. Mit dem Album "Kauf mich!" erreichten sie Platz eins der deutschen Albumcharts und mussten sich mit der Frage herumschlagen, ob ihre Musik überhaupt noch Punk sei. Sie hatten aber auch ihr eigenes Label gegründet und damit neue Freiheiten gewonnen. Mit "Opium fürs Volk" schlug die Band eine klare Richtung ein: mehr hin zum Stadionrock – und man könnte auch vorsichtig sagen, dass sie dem Mainstream ein Stück näher gekommen sind. Das Konzept fürs Album entwickelte Sänger Campino, nachdem er auf Einladung des Abts Stephan Schröder eine Woche im Benediktinerabtei Königsmünster verbracht hatte. Campino nimmt dort am klösterlichen Leben teil und beschäftigt und sich mit den großen Fragen des Lebens – kein Wunder also, dass der Albumtitel von einem Zitat des Philosophen Karl Marx inspiriert ist. Klar wird der religiöse Bezug direkt auf dem Opener, "Vaterunser", der das wichtigste Gebet der Christen aufgreift und auch wie ein Gebet klingt. Für viele Punk-Fans war das sicherlich ein gewöhnungsbedürftiger Einstieg. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und tiefer ins Album einsteigt, erkennt, dass zwischen der Religions- und Gesellschaftskritik jede Menge Selbstironie steckt. Während in "Und so weiter" deutsche Spießer und ihre Faulheit aufs Korn genommen werden, erlebt das Gangsterpaar in "Bonnie & Clyde" ein Abenteuer nach dem anderen – zumindest stellen sie es sich so vor. Man kann den Song als Hymne für Punks und Gangster interpretieren oder eben daraus schließen, dass alles nur eine Fantasie ist. Genau das zeichnet laut Ingo Knollmann die Toten Hosen aus: "Die Hosen sind in ihrer Art auch Punk, aber eben nicht dieses Brutale, dieses Aggressive. [...] Und das macht es dann auch aus, warum sie wirklich für viele so hörbar sind und auch Campino als Mensch so interessant und sympathisch ist." Neben den verschiedenen Themen und Lebensfragen, die auf dem Album behandelt werden, ist auch die Musik, die zu hören ist, "bemerkenswert vielseitig", findet Host Frank König. Gregorianische Gesänge teilen sich auf dem Album einen Platz mit Dudelsack, Flöten, Streicher, Synthesizer, Punk, Folk, Rock und Reggae. Und diese Mischung, die von einem religiösen roten Faden, durchzogen ist, geht auf. "Opium fürs Volk" gehört zu den meistverkauften Alben in Deutschland, erreichte Platz eins der deutschen Charts und wurde noch im Jahr der Veröffentlichung mit einer Goldenen und einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet. __________ Über diese Songs vom Album "Opium fürs Volk" sprechen wir im Podcast (15:49) – "Vaterunser"(23:44) – "Und so weiter"(26:51) – "Bonnie & Clyde"(36:18) – "Paradies"(43:04) – "Viva la revolution"(47:35) – "10 kleine Jägermeister"__________ Alle Shownotes und weiterführenden Links zur Folge "Opium fürs Volk" findet ihr hier: https://x.swr.de/s/dietotenhosenopiumfuersvolk __________ Ihr wollt mehr Podcasts wie diesen? Abonniert die Meilensteine! Fragen, Kritik, Anregungen? Meldet euch gerne per WhatsApp-Sprachnachricht an die (06131) 92 93 94 95 oder schreibt uns an meilensteine@swr.de