Der Pianist Elias Ackerley ist Solist des Abends
Der Pianist Elias Ackerley ist Solist des Abends © Andrei Ghergar / freeimages.com

Klassische MusikKlassik-Konzerte & Oper

Oberstorfer Musiksommer - Klavierabend Elias Ackerley

Beethoven begann die Arbeit an seiner Klaviersonate hauptsächlich im Jahr 1805 und beendete sie spätestens 1806 vollständig. Das musikalische Ausdrucksmittel "appassionato" steht für "mit Intensität gespielt", taucht jedoch nicht in dieser Klaviersonate, op. 57, auf. Der bekannte Name "Appassionata", unter dem das Stück häufig präsentiert wird, ist nicht Beethovens Wahl. Er wurde erstmals 1838 auf dem Titelblatt einer Fassung für Klavier zu vier Händen vom Hamburger Verleger Cranz gedruckt. Diese Verbindung wurde so überzeugend hergestellt, dass der Titel fortan fest mit der Sonate verankert war.

"Es steckt Überlegung drin", sagte Robert Schumann, als er am 16. April 1838 die Vollendung seiner Kreisleriana ankündigte. Spätere Entwicklungen gaben ihm recht. Generationen von Interpreten und Musikhistorikern grübelten über die Bedeutung dieses Titels. Schumann meinte, es könne "nur deutschen Menschen" einleuchten, da die Figur des exzentrischen und inspirierten Kapellmeisters Johannes Kreisler ein fiktionaler Charakter von E. T. A. Hoffmann war, der seine Bekanntheit weitgehend in Deutschland während der Hochromantik hatte.

Bereits 1909 bemerkte Carl Reinecke über die Kreisleriana: "Früher war dieser Titel ein Rätsel für viele, und heute ist er es vielleicht noch mehr, da E. T. A. Hoffmanns fantasievolle Erzählungen kaum noch gelesen werden. In diesen Geschichten formte er die außergewöhnliche Figur des bedauernswerten Kapellmeisters Johannes Kreisler, der allein in den Werken Johann Sebastian Bachs und in seinen innersten Gedanken lebte." Für Schumann stand zweifellos die Gestalt Kreislers im Vordergrund. Welcher Zug faszinierte Schumann an Kreisler? Schumanns erster Biograf, Wasielewski, war der Ansicht, dass es die Liebe war.

Er sah die Wurzel für Schumanns Titel in den vielfältigen Ausdrucksformen von Liebesleid, die zu jener Zeit Schumanns Seele durchdrangen, und deutete Kreisleriana als Ausdruck von Schumanns Sehnsucht nach einer Verbindung mit Clara, die 1838 noch ungewiss war.

Franz Liszts Werke sind dem allgemeinen Publikum weitgehend vertraut. Aber auch in seinem Schaffen gibt es weniger bekannte Stücke. So wie seine "Rhapsodie espagnole". Dieses Klavierstück entführt die Zuhörer auf unverwechselbare Weise in die klangliche Welt der spanischen Folklore.

Hat Liszt seine "Rhapsodie espagnole" jemals selbst in der Öffentlichkeit zum Besten gegeben? Darüber gibt es keine gesicherten Informationen. Auch die Inspiration, die ihn zu diesem Werk bewog, bleibt ein ungelöstes Geheimnis. Er schrieb das Stück nicht in seiner gewohnten Umgebung, sondern in Rom im Jahr 1863. Seine ausgedehnte Reise durch Spanien und Portugal lag zu diesem Zeitpunkt fast zwei Jahrzehnte zurück. Ermöglichte der Komponist das Werk, weil spanische Folklore in der klassischen Musik populär wurde? Ungeachtet dessen ist klar: Liszt bot den Pianisten mit diesem Werk eine Herausforderung, die größte Aufmerksamkeit und Hingabe erfordert. Die "Rhapsodie espagnole" gilt, wie viele seiner Kompositionen, als extrem anspruchsvoll zu spielen.

"Oberstorfer Musiksommer - Klavierabend Elias Ackerley" im Überblick

Oberstorfer Musiksommer - Klavierabend Elias Ackerley

von Bach, Busoni, Schumann, Beethoven, Liszt

Mit Elias Ackerley, Klavier

Oberstdorf Haus, Saal Breitachklamm

12. August 2026

Sendezeit Fr, 21.08.2026 | 18:03 - 20:00 Uhr
Sendung BR-KLASSIK "Festspielzeit"
Radiosendung