00:16 Samira krächzt frühmorgendlich in den Äther, es wird heute eine besondere Folge! Erstens, weil sie nur aus Whatsappnachrichten besteht, weil wir beide in Zügen sein mussten und zweitens: es ist die zwanzigste Folge! Samira ist davon geschockt UND überrascht! Auch Instagram feiert, da sind es schon zehn Jahre und Trump feiert sich sowieso immer, dafür feiern wir das Recherchenetzwerk Correctiv und wieder mal Hannah Arendt.
03:48 Friedemann im Zug erwischt, er bringt eine These zur Ost-Deep-Story mit und über Corona müssen wir auch sprechen. Wohltemperierte Sorge nach einem Laisser-Faire-Sommer?Er als selbsterklärter "leiser Optimist" übt sich in pragmatischer Menschenkenntnis, Samira findet das „besorgniserregend“ der Kanzlerin zwar auch besorgniserregend, aber auch beruhigend
09:02: Trumps Independence-Day-Show und sein cineastisches Gefangensein im affective-Feedback-Loop, welches dazu führt, dass die Ärzte im Fernsehen lügen, um ihn in eine gute Stimmung zu versetzen. Friedemann hat fast Mitleid mit dem Umstand, dass seine Angst nicht mehr als stark zu gelten größer zu sein scheint als sein Überlebenstrieb
19:50 Friedemann dechiffriert auf Samiras Bitte den enigmatischen Satz „I went to the real school, not the one with books” und parallelisiert zu Putins Umgang mit Wahrheit als Kräfteverhältnis
22:09 Friedemann erklärt warum Instagram das intelligenteste Netzwerk in der Geschichte des Internets ist und zeigt anhand von drei Faktoren, wie es auch das mächtigste Netzwerk werden konnte
27:11 Samiras Überlegungen zum Selfie als Identitätsstiftung und zum Spiegelselfie als gesellschaftlich anerkannter Narzissmus führen uns zu Nazis auf Instagram und der Recherche von Correctiv
34:07Um das Jubiläum zu feiern haben wir unsere 10 inhaltsdünnsten, nervigsten, stilblütigsten Begriffe rausgesucht, ganz im Geiste von Flauberts Dictionnaire der Allgemeinplätze – und dröseln die abwechselnd auf:MeinungsfreiheitKlartextSpaltung/PolarisierungDeutschfeindlichkeit/Fremdenfeindlichkeit/Ausländerfeindlichkeit“Unsere Gedanken sind bei” als deutsche “thoughts and prayers”BeziehungstatEhrlich machenWunderbarLinksextremUmstrittenEinzelfallLeitkultur
59:12 Friedemann erklärt mit Hilfe seines „Friedemann &-„ Gesprächs mit Clueso die ostdeutsche Deep Story, die auf einer narrativen Dissonanz basiert (oder warum wir auch hier erstmal im Dunkeln tapsen)
01:04:47 Ciao und Cheers!
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Nachrichten
Piratensender Powerplay Folgen
Das politische Gespräch am Ende der Woche. Kein News-Rückblick, sondern Analysen mit Haltung. Von Samira El Ouassil und Friedemann Karig. Updates, Rabattcodes und Infos zu unseren Werbepartner:innen findet ihr hier: https://linktr.ee/piratensenderpowerplay Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Folgen von Piratensender Powerplay
237 Folgen
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Folge vom 10.10.2020E16: "Halloweenkostüm: sehr umstrittener Sternenstaub"
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Folge vom 03.10.2020E15: "Objektive Lügen & neutrale Extremisten“00:45: Susan Sontag, Samira Samstag und Friedemann Freitag begrüßen heute die Zugeschalteten in aller Welt. Friedemann fühlt sich aber wie ein Betrunkener im Spiegelkabinett. 02:00: Die Speisekarte: Lagerfeuer-Romantik am Montagabend, als ganz Mediendeutschland die Nazi-Doku „Rechts. Deutsch. Radikal“ von und mit Thilo Mischke auf dem Politiksender PRO7 schaut, Sinn und Unsinn von False Balance und vermeintlicher Objektivität (vor allem hinsichtlich Klimakrise), eine Shitshow namens Debatte. 04:55: Wir haben „Rechts. Deutsch. Radikal“ gesehen, und fanden diese Dokumentation sicher sehenswert, weil sie etwas greifbar und verstehbar gemacht hat, was unbedingt ans Licht muss. Den raren TV-Lagerfeuermoment fanden wir beachtenswert. Die Ästhetisierung in ihrer ganzen inneren wie äußeren Hässlichkeit gelungen. 13:20: Vor allem aber haben wir ihren Macher Thilo Mischke zu Gast, er beantwortet drei schnelle Fragen: wie war seine Woche, warum redet er mit Rechtsextremen, wieso kamen keine Betroffenen zu Wort? Danke, Thilo! Mehr dazu auf seinen Kanälen und in seinem joyn-Podcast „Thilo Mischke Uncovered“. 22.21: Lisa Lizentia und das nächste Dilemma: wie kritisch darf, kann, muss man gegenüber Aussteigerinnen sein? Wie den Weg nicht verbauen, aber auch kein doppeltes Spiel zulassen? „Words are cheap“, findet Friedemann, und zitiert seltenerweise die Bibel. 27:47: Immer diese Scherereien mit dieser „Objektivität“, einem der Lieblingswörter der Wirrköpfe und Wutbürger: Kann man auf die Klimakrise eigentlich überhaupt verschiedene Perspektiven haben? Und wieso verzweifelt Samira an der False Balance, die der ARD-Chefredakteur Rainald Becker angedeutet hat für die Kommentare im Sender, die ab jetzt „Meinungen“ heißen? Und was ist das Overton-Window nochmal? 35:21: Mangelnde Objektivität als derailender Vorwurf, wo kommt sie eigentlich her? Friedemann hat ein schlaues Buch gelesen und kolportiert die Entstehungsgeschichte der Objektivität mit der Erfindung der Photographie feat. Ernst Haeckel. Am Ende gewinnen wieder mal die Konstruktivistinnen, hurra. 43:31: Samira wirbt für die intersubjektive Objektivität und eine Transparenz, die in der Postfaktizität besser ist als jede versuchte Objektivität. Das Ideal der Neutralität bringt es hingegen einfach nicht mehr. 48:31: Die Debatte zwischen Trump und Biden, puh. Samira hat sich alles angeschaut, Friedemann nicht. Samira hat einen sehr schlechten Text darüber bei SPON geschrieben. Und dann bekommt Trump auch noch Corona. Samira beklagt das hufeisende Framing der Beobachtung und pocht auf ihr Recht auf Schock. 57:41: Es heißt also jetzt nicht mehr Trump gegen Biden, sondern Trump gegen die Demokratie. Friedemann pocht auch sein Recht auf Schock. Die weitere Eskalation ist nur logisch. Ein Präsident aus Verzweiflung, wir sind nicht begeistert. Die ostdeutsche Deep Story dann nächste Woche. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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Folge vom 26.09.2020E14: "Angst essen Wahrheit auf"00:30: Einleitung, Komplimente, Bonbons für alle. 01:00: Anglizismen-Verbot im Piratensender! Und was heute sonst noch passiert: Chauvis, Klima, Lügen. Ein ganz normaler Tag bei PP eben. 05:00: Wir beginnen mit der Männerrepublik, einer Buchempfehlung (ausnahmsweise, nämlich: „Männerrepublik"), mit Lindner und Chebli und dem ganzen frauenfeindlichen Quatsch dieser Woche. Samira entlarvt den Sexismus der politischen Klasse. Dann fragt sie Friedemann, wie Mannsein eigentlich für ihn so geht. 11:20: Friedemann versucht eine Antwort. Man verabredet eine eigene Folge für all things Gender. Friedemann möchte aber noch kurz die FDP an sich einordnen aka sich über sie lustig machen. Und über den für Männer nicht nachempfindbaren (Online-)Hass gegen Frauen sprechen. 18:00: Überleitung zur Klimakrise: wo kommt diese Reaktanz her gegen individuelle Verhaltensänderung? Friedemann hat eine Studie ( „Don´t tell me what to do. Resistance to Climate Change Messages Suggesting Behavior Changes.“) gefunden und präsentiert sie stolz. Sie befindet allerdings etwas recht deprimierendes. 23:40: Samira ergänzt Erkenntnisse zu Wissenschaftsfeindlichkeit im Rahmen negativer Implikationen. Wie bewerten wir dahingehend gewisse Bundestagsbeschlüsse hinsichtlich Plastik-Verboten? Naja, geht schon. Aber. 31:55: Wird Trump sich selbst zum König von Amerikaland krönen und uns alle unterjochen? Wie panisch muss man werden, wenn er sich maliziös in Doppeldeutigkeiten ergeht? Friedemann will einmal ganz genau hinschauen, wie genau sich Trump seit Jahren zur selbsterfüllenden Prophezeiung macht. 44:00: Samira ist ebenso noch optimistisch, weil Trump („Anti-Merkel“) eben auch seine Gegnerinnen mobilisiert. Sie formuliert aber erstmal eine neue Sprechakttheorie. Friedemann gefällt das. 48:55: Hannah Arendt hatte eine Zeitmaschine und konnte deshalb vor Jahrzehnten schon den perfekten Kommentar zu diesen Lügnern in der Politik schreiben (und zu der wunderbaren Serie DEVS). Nur die CSU und ihr Gaslighting (ist das eine gute Metapher?), die hat selbst sie nicht vorhergesehen. 52:50: Ende mit Ankündigung einer Deutsch-Deep-Story-Folge nächste Woche wegen 30 Jahre Einheit. Tschüss! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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Folge vom 19.09.2020E13: "Peinliche Pannen bei Preteens"00:20: Garantiert keine Kunstfiguren: Privatdetektiv Friedemann ist verkatert und hatte extrem schlechte Laune, Kommissarin Samira ist zu Hilfe und besser drauf.2:40: Wir sprechen heute über die medialen Murmeltiertage - wieso diskutieren wir in Sachen Migration, Rechtsextremismus und so vielem anderen eigentlich immer wieder das gleiche? Samira holt mit Luhmann aus.04:30: Die Nachrichtenwerttheorie und ihre Schwester, die Nachrichtenlebenszyklustheorie. Wie bringen wir die richtigen Nachrichten in die richtige Phase? Wie wird ein konstantes Problem wie bspw. Moria nicht „alt“?08:10: Hyperobjekte (Klima, globale Asymmetrie/Transparenz) sind zu groß dafür, wir sind zu sehr Teil dessen für eine angemessene Berichterstattung. Stattdessen: Abstumpfung an Bildern?12:40: Problematische Empathie, Kunstaktionen als effektiverer Journalismus, Susan Sontag und das Leiden anderer. Wie viel sollte man Opfer inszenieren? Wann führt das zu Reaktanz statt Mitleid?17:50: Die Betroffenen sollen sprechen. So geschehen im Europaparlament. Ein Opfer des Brands in Moria, dem wir zuhören wollen, hat das Wort.21:40: Die Gleichzeitigkeit von solchen Berichten und der Instrumentalisierung der Bilder machen Friedemann fertig. Griechenland scheint die Geflüchteten zur emotionalen Erpressung und zum Anti-Virtue-Signalling zu nutzen, die deutsche Regierung wiederum bleibt kalt. Darüber zu berichten ist konventionell kaum möglich. 31:00: So ähnlich bei er ewigen Polizeiextremismus-Quizshow: wie viele Einzelfälle sind eigentlich kein Einzelfall mehr? Die mediale Verarbeitung bringt Samira sehr zum Lachen, immerhin. Und wo kommen eigentlich Fakten her? Aus dem Satz des Jahres!37:00: Feuilleton-Text der Woche: Lars Weisbrods „Zeichenpolitik“-statt-Identitätspolitik in der ZEIT. Samira war ratlos, Friedemann eher rastlos. Und weil der Text genau die gleichen Fehler macht wie fast alle Texte zu diesem Thema, sprechen wir ausnahmsweise ausführlich über seine Zeichen. Bottom Line: Über Friedemann wird keine menschenfeindliche Satire gemacht.51:30: Samira hat ein Problem mit einem Wirklichkeitsbegriff, der Zeichen und Realität dual oder kompetitiv denkt. Dabei machen Zeichen Realität doch erst sichtbar, alles andere ist Whatboutism.56:00: Was hat das mit dem Netflix-Film „Cuties“ zu tun? Viel, weil hier militante Zeichenpolitik aka Cancel Culture von rechts wirkt. Samira fand den Film an sich so 6/10, also kann man ihn gut im Anschluss gucken und sich ein Urteil bilden. Samiras Lieblingsfilm ever ist hingegen… aber hört selbst. Ciao! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.