
FeaturePolitik
Spätabbruch, Fetozid und palliative Geburt
Zahlreiche werdende Mütter sind sich der Optionen nicht bewusst, die zur Verfügung stehen, wenn ein Baby mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung erwartet wird. Für Eltern in freudiger Erwartung ist es ein harter Schlag, zu erfahren, dass ihr Kind schwerwiegende gesundheitliche Einschränkungen oder keine Überlebenschance hat. In vielen Fällen entscheiden sie sich für einen späten Schwangerschaftsabbruch, bei dem der Geburtsvorgang frühzeitig eingeleitet wird. Dabei stirbt das Kind während der Entbindung oder wird noch in der Gebärmutter durch eine Injektion getötet, die den Fetozid initiiert.
Die Möglichkeit der palliativen Geburt ist hingegen weniger geläufig. Hierbei trägt die werdende Mutter ihr Baby trotz einer niederschmetternden Diagnose bis zum berechneten Geburtstermin aus und bringt es dann auf natürlichem Wege zur Welt. Ein Team aus entbundenen Hebammen, Gynäkologen und Kinderärzten begleitet den Geburtsvorgang und kann bei Bedarf Schmerz- oder Atemprobleme des Neugeborenen lindern. Eltern, die diese Erfahrung gemacht haben, berichten von einem wertvollen Abschiedsmoment, der ohne den körperlichen Prozess der Geburt nicht möglich gewesen wäre.
Das Feature beleuchtet sowohl die bestehenden als auch die fehlenden Strukturen, die bei der palliativen Geburt eine Rolle spielen. Er zeigt auf, wie die wenigen spezialisierten Teams arbeiten und wie sie Eltern in dieser belastenden Zeit unterstützen, indem sie ihnen helfen, eine wertvolle, wenn auch kurze Zeit mit ihrem Kind zu verbringen, bevor sie sich für immer verabschieden.
"Spätabbruch, Fetozid und palliative Geburt" im Überblick
Spätabbruch, Fetozid und palliative Geburt
von Stefanie Müller-Frank
| Sendezeit | Mo, 20.07.2026 | 19:30 - 20:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Zeitfragen Feature - Politik und Soziales" |