
Feature
Umstrittene Rückholung ukrainischer Heimkinder
Zu Beginn des russischen Überfalls suchten der Direktor und das Betreuungsteam eines ukrainischen Heims Zuflucht in Österreich und nahmen dabei die Kinder mit. Die kleinen Kinder verbrachten im sicheren Neudauberg im Burgenland über drei Jahre, wo sie tatkräftig von Unterstützer:innen aus Österreich betreut wurden. Unerwartet entschied sich der ukrainische Staat, die Kinder zurückzuholen, obwohl das Kriegsgeschehen im Land andauerte.
Im März 2022 setzte der Verein "Kleine Herzen" in Zusammenarbeit mit einer ukrainischen Partnerorganisation eine rasche Rettungsaktion um, bei der 63 Heimkinder aus Kropyvnytskyi nach Österreich gebracht wurden. Diese Kinder, die unter staatlicher Obhut lebten, waren meist mental und körperlich eingeschränkt. In einem ehemaligen Vier-Sterne-Hotel in Neudauberg, Burgenland, fanden sie ein neues Zuhause. Der Alltag der Kinder wurde durch die Hilfe zahlreicher österreichischer Helfer:innen zu einer normalen und friedlichen Kindheit, die über drei Jahre andauerte. Dennoch geschah am 1. Juni 2025 das Unvorhergesehene: Die Kinder wurden vom ukrainischen Staat in das kriegsgebeutelte Heimatland zurückgeführt, trotz des vergeblichen Widerstands unter anderem seitens des Vereins "Kleine Herzen". Der Feature-Autor Jan Decker zeichnet die Ereignisse dieser Rettungs- und Unterkunftsaktion nach und stellt die Frage, welche Gründe zur Rückführung führten und wie sowohl die Helfenden aus Österreich als auch aus der Ukraine mit dieser Entwicklung umgehen.
"Umstrittene Rückholung ukrainischer Heimkinder" im Überblick
Umstrittene Rückholung ukrainischer Heimkinder
von Jan Decker
| Sendezeit | Sa, 27.06.2026 | 09:05 - 10:00 Uhr |
| Sendung | Ö1 "Hörbilder" |