
Feature
Unerkannte Tötungsdelikte – Missstände bei der Leichenschau
In Deutschland werden jedes Jahr etwa 1000 Tötungsdelikte nicht erkannt. Eine gründliche Untersuchung der Verstorbenen könnte dabei helfen, diese Fälle aufzudecken. Allerdings haben viele Ärzte und Ärztinnen seit ihrer Studienzeit keinen intensiven Kontakt mehr mit Verstorbenen gehabt. Hausärzte verzichten häufig auf weitergehende Untersuchungen, um den Familien der Verstorbenen unnötige Ermittlungen zu ersparen. Polizei und Justiz sind überlastet, und die Zahl der durchgeführten Obduktionen ist hierzulande gering. Eine zusätzliche Untersuchung der Leichname im Krematorium wird gelegentlich gut honoriert, jedoch oft unzureichend durchgeführt. Besonders problematisch sind Todesfälle in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Im Fall des Krankenpflegers Niels Högel wurden alle 87 Morde als natürliche Todesfälle deklariert.
"Unerkannte Tötungsdelikte – Missstände bei der Leichenschau " im Überblick
Unerkannte Tötungsdelikte – Missstände bei der Leichenschau
von Martina Keller
Produktion: 2026
| Sendezeit | Fr, 02.10.2026 | 15:00 - 16:00 Uhr |
| Sendung | SWR Kultur "Feature" |