Katrin Schumacher empfiehlt diese Woche: "Die späten Tage" von Natascha Wodin, "Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird" von Saša Stanišić, "Schatten der Gondeln" von John Banville.
Kultur & Gesellschaft
Unter Büchern mit Katrin Schumacher Folgen
Aktuelle Buchbesprechungen, Interviews mit Autoren, Neues vom deutschen und internationalen Buchmarkt und von Büchermenschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen … In „Unter Büchern“ taucht Literaturkritikerin Katrin Schumacher für MDR KULTUR jede Woche in die Welt der Bücher ein.
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Folge vom 14.11.2025Drei der Woche: späte Liebe, Ermutigung, Schauer
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Folge vom 12.11.2025Alte Briefe und neue RomaneDie Themen der Sendung: Anna Seghers: Ich will Wirklichkeit. Liebesbriefe an Rodi 1921–1925. Eine kleine Sensation: die Briefe der jungen Schriftstellerin an ihren zukünftigen Mann, ein poetisches und berührendes Vergnügen. Jörg Schieke stellt sie vor. Jaroslav Rudiš: Gebrauchsanweisung für Bier. Bier wird überall auf der Welt getrunken. Und wenn man sich auskennt, findet man auch fast überall auf der Welt richtig gutes Bier. Der Autor pendelt in Sachen Bier nicht nur zwischen seiner neuen Heimat Berlin und seiner eigentlichen, die im böhmischen Paradies liegt, sondern in seinem neuen Buch durch halb Europa. Wolfgang Schilling hat diese Gebrauchsanweisung nicht nur gelesen, sondern auch getestet. Wlada Kolosowa: Mutters Sprache. Drei miteinander verwobene Geschichten lassen die Wirklichkeit heimatloser Menschen erfahrbar werden, inklusive Liebesgeschichte und russischer Süßigkeiten... Josephine Mosch über eine hinreißende Lektüre. Viktor Martinowitsch: Das Gute siegt. Der Autor gehört zu den wichtigsten kritischen Stimmen aus Belarus. In seinem neuen Roman führt er in den Minsker Sommer 2020, in die Massenproteste gegen das Lukaschenko-Regime und zu Matwej, der unverschuldet zwischen die Fronten von Protestierenden und Staatsmacht stolpewrt. Vorgestellt von Jörg Schieke. Christoph Nußbaumeder: Das Herz von allem. 1796 - ein deutscher Auswanderer kommt in die USA, um an einer Expedition teilzunehmen. Ein packender Abenteuerroman über Schuld und Unschuld einer jungen Nation, den Alexander Suckel vorstellt. Von hier für da: Gedichte für die Gegenwart. Henryk Gericke hat ein Gedicht hat er für MDR Kultur eingelesen. Es stammt aus dem Band "eine kommentierte auswahl ungeschriebener gesetze".
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Folge vom 05.11.2025Unterwegs: Gespräch mit der Schriftstellerin Anja Kampmann in Leipzig"Ich wollte eine Stimme finden, die davon erzählt, aber die vor allem eine starke Lebendigkeit hat." Anja Kampmann findet diese Stimme in Hedda, ihrer Protagonistin, die in Hamburg nach der Weltwirtschaftskrise versucht, über die Runden zu kommen. Sie arbeitet im Varieté und erlebt die Erosion ihrer Freunde und Bekannten durch die schleichende Machtübernahme der Nazis. Gerade die Frauen leiden unter der Armut, dem Hunger und der einzigen Möglichkeit, etwas zu verdienen: indem sie ihre Körper verkaufen. Ab 1933 sind diese Frauen kriminalisiert, in Heime gesperrt, zur Produktionsarbeit gezwungen und auch zwangssterilisiert worden. Hedda führt als präzise Beobachterin, als Liebende und Leidende, als Kämpferin und ab und an auch zaudernd durch diese unerhörte Atmosphäre bis 1937. Sie empfindet Wut, Bitternis und Wehrlosigkeit – erst recht als ihr Geliebter, ein Kommunist, von den Nazis ermordet wird. Aber sie ist auch voller Zuneigung, Zärtlichkeit und Fürsorge, vor allem für Pauli, ihren beeinträchtigten kleinen Bruder, den sie retten will. Anja Kampmann gelingt es mit "Die Wut ist ein heller Stern", eine gesellschaftliche Stimmung genauso wie den Moment einzufangen und zum Leuchten zu bringen. Ein großer Wurf und von immenser politischer Aktualität ist dieser Roman. Im Gespräch mit Anja Kampmann ist MDR Kultur Literaturredakteurin Katrin Schumacher, eine Aufzeichnung vom 23. Oktober aus der Alten Nikolaischule im Rahmen des Leipziger Festivals "Literarischer Herbst".