Die Flüchtlinge und ihre Camps in der algerischen Wüste
Die Flüchtlinge und ihre Camps in der algerischen Wüste © lombs / freeimages.com

Feature

Westsahara. Heißer Sand und ein verlorenes Land.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert leben die Sahrawi in algerischen Wüstenlagern, isoliert von ihrem Heimatland Westsahara. Ein Bericht über eine übersehene Gemeinschaft, die unermüdlich nach Autonomie strebt.

Die Westsahara, ein von Marokko kontrolliertes Territorium an der nordafrikanischen Atlantikküste, wurde 1975 zum Schauplatz eines Konflikts zwischen Marokko und der sahrawischen Bevölkerung. Hunderttausende flohen tief in die Wüste oder über die Grenze nach Algerien, wo sie sich in improvisierten Camps aus Zelten ansiedelten. Der 1991 von der UNO vermittelte Waffenstillstand beinhaltete die Zusage eines Referendums, bei dem die Sahrawi wählen sollten, ob sie Teil Marokkos bleiben oder einen unabhängigen Staat errichten möchten. Doch dieser Volksentscheid wurde nie durchgeführt. Seit fünf Jahrzehnten halten die Menschen dort aus. Die Zeltstädte entwickelten sich allmählich zu Lehm- und dann zu Betonhäusern.

Für diese Reportage begab sich Olivia Wimmer zu den Flüchtlingslagern der Sahrawi. Dort begegnete sie der herzensguten Mahjuba, der mutigen Fatma und Hafz, der von Anstrengung und Hoffnungslosigkeit umgeben ist, trotzdem aber von seinen zielstrebigen Freunden unterstützt wird. Ihr tägliches Leben ist voller Träume und Wünsche, doch vor allem von Ermüdung und Perspektivlosigkeit gekennzeichnet. Die Westsahara, ihr Land der Sehnsucht, haben sie nie gesehen, da alle drei in den Lagern geboren wurden.

Eine massive, 2700 Kilometer lange Mauer, errichtet von Marokko, sowie ausgedehnte Minenfelder trennen sie von ihrer Heimat. Das unbarmherzige Klima der algerischen Steinwüste mit sengender Sommerhitze macht das Leben dort zusätzlich schwierig. Internationale Hilfsorganisationen unterstützen die Familien mit notwendigen Lebensmitteln und Wasser, aber die Versorgung ist nicht immer ausreichend. Die medizinische und schulische Infrastruktur ist rudimentär, und Arbeitsmöglichkeiten oder Freizeitangebote für die Jugend sind kaum vorhanden. Diese Umstände erschweren es, ein Leben jenseits des bloßen Überlebens zu führen. Aufgrund dieser anhaltenden Abhängigkeit und der alltäglichen Einschränkungen sind viele bereit, erneut zu kämpfen, denn die junge Generation der Sahrawi hat das Warten satt.

Jetzt anhören
  • im Online-Player
  • im phonostar-Player
  • Was ist das?
    Radio hören mit phonostar Help layer phonostarplayer Um Radio anzuhören, stehen dir bei phonostar zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder hörst du mit dem Online-Player direkt in deinem Browser, oder du nutzt den phonostar-Player. Der phonostar-Player ist eine kostenlose Software für PC und Mac, mit der du Radio unabhängig von deinem Browser finden, hören und sogar aufnehmen kannst. ›››› phonostar-Player gratis herunterladen X
Aufnehmen

"Westsahara. Heißer Sand und ein verlorenes Land." im Überblick

Westsahara. Heißer Sand und ein verlorenes Land.

von Olivia Wimmer

Mit Alina Fritsch, Dominic Oley, Fanny Altenburger, Raphael Muff, Philip Scheiner, Felix Kammerer, Rainer Doppler, Michael Köppel, Olivia Wimmer

Sendezeit Sa, 11.04.2026 | 09:05 - 10:00 Uhr
Sendung Ö1 "Hörbilder"
Radiosendung