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Zukunft Denken – Podcast

Woher kommen wir, wo stehen wir und wie finden wir unsere Zukunft wieder?

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Folgen von Zukunft Denken – Podcast

146 Folgen
  • Folge vom 27.05.2021
    042 – Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
    In dieser Episode diskutiere ich unsere gesellschaftliche Verwundbarkeit mit Herbert Saurugg. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen, im Besonderen auch auf unser europäisches Stromversorgungssystem und die Gefahren eines Blackouts. Herbert Saurugg ist Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge und ist internationaler Blackout- und Krisenvorsorgeexperte, Autor zahlreicher Fachpublikationen sowie gefragter Keynote-Speaker und Interviewpartner zum Thema »ein europaweiter Strom-, Infrastruktur- sowie Versorgungsausfall«. Er beschäftigt sich seit 10 Jahren mit der steigenden Komplexität und Fragilität lebenswichtiger Infrastrukturen sowie mit den möglichen Lösungsansätzen, wie die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern wieder robuster und antifragil gestaltet werden kann.  In dieser Episode frage ich, was Katastrophenschutz im 21. Jahrhundert ausmacht, welche Rolle die immer stärkere Vernetzung aller technischer und gesellschaftlicher Systeme in diesem Zusammenhang spielen. Denn Strom, Internet, Kommunikation, Lieferketten und wieder Stromversorgung stehen in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Können wir etwa die IT-Systeme nach einem kompletten (ungeplanten) Shutdown überhaupt wieder hochfahren? Wer hat diese Erfahrung im großen Maßstab? Was verstehen wir in diesem Kontext unter Resilienz und Robustheit sowie Antifragilität?  Warum ist Antizipation und rechtzeitiges, regelmäßiges Lernen wichtig (lernen und verhindern von Ausfällen, aber ebenso die Vorbereitung auf die Bewältigung eines Ausfalls wesentlicher technischer Infrastruktur)? Wir fürchten uns heute oft vor Volatilität, aber in der Praxis ist Volatilität gerade nicht das Problem, wir stecken häufig im Verlässlichkeits- / Sicherheitsparadox fest und haben immer mehr Rückfallebenen abgebaut: Effizienz steht vor Resilienz: »Most modern efficiencies are deferred punishment.«, Nassim Taleb Eine – etwa bei der Energiewende – selten diskutierte Frage von großer Bedeutung ist: Wie lange dauert es, bis wir als Gesellschaft eine Großtechnologie im Griff haben? Nur weil wir uns eine Groß-Infrastruktur vorstellen können und die einzelnen Teile kennen, bedeutet dies noch lange nicht, dass wir sie auch als komplexes System begreifen. Im Zuge der Energiewende hin zu »erneuerbaren« Energien verlieren wir gerade große Teile an »Momentanreserven«. Warum sind diese aber zentral für die Netzstabilität? Dass die Gefahr eines europaweiten Strom-Blackouts nicht nur theoretisch ist, hat ein Vorfall im Jänner 2021 gezeigt: was ist mit dem europäischen Stromnetz passiert, wie kann es sein, dass wir knapp vor einem Blackout gestanden sind, und die Medien über dieses extrem wichtige Ereignis fast nicht berichtet haben? Warum war das die schwerste Störung seit Jahrzehnten und was sind die Folgen für die Zukunft? Herbert Saurugg erklärt, was ein (europaweites) Blackout bedeuten könnte: wie kann es dazu kommen, was wären die Folgen für verschiedene gesellschaftliche Systeme? Wie lange würde es dauern, bis wir einen »Normalzustand« wieder hergestellt hätten? »Spätestens am Ende der ersten Woche wäre eine Katastrophe zu erwarten, d. h. die gesundheitliche Schädigung bzw. der Tod sehr vieler Menschen sowie eine mit lokal bzw. regional verfügbaren Mitteln und personellen Kapazitäten nicht mehr zu bewältigende Problemlage.«, TAB-Studie Was sind weitere Hintergründe und Zusammenhänge in der europäischen Stromversorgung, die zu einem Blackout führen können: Privatisierung, Erzeugung, Verbrauch, Stromhandel? Welche Rolle spielt die »Energiewende« in der zunehmenden Fragilität unserer Netze und warum spielen Stromspeicher eine fundamentale Rolle in einem robusten Netz? Welche Leistung bringen Solar- oder Windanlagen in der Praxis tatsächlich und was stimmt hier häufig bei der Kommunikation nicht? Haben wir es gerade mit einer Energiewende oder eher einer Realitätsverweigerung, mit einer Technik- oder Kulturwende zu tun? Was sollten wir individuell, als Gesellschaft und politisch unternehmen um eine ernstzunehmende Energiewende hinzubekommen, welche Vorbereitungsmaßnahmen sollte jeder von uns in den Alltag integrieren? Können wir von der Natur lernen, gemeinschaftliche Unterstrukturen, funktionale Einheiten, Energiezellensystem schaffen um Störungen nicht großflächig ausbrechen zu lassen?  Und nicht zuletzt spricht Herbert Saurugg eine Idee an, die in einer Technik-verliebten Welt vergessen ist: manchmal kann man Systeme durch Entfernen von Technik verbessern! Mehr ist nicht in allen Fällen besser! Referenzen Herbert Saurugg Fachblog: www.saurugg.net Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge https://www.saurugg.net/blackout Leitfäden und Hilfestellungen für die Eigenvorsorge und Selbsthilfe Email office@saurugg.net Twitter: @herbertsaurugg  LinkedIn: Herbert Saurugg Andere Episoden Episode 10: Komplizierte Komplexität Episode 17: Kooperation Episode 23: Frozen Accidents Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit Episode 27: Wicked Problems Episode 36: Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland Episode 40: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger Fachliche Referenzen Die Grenzen des Wachstums, Bericht an den Club of Rome zur Lage der Menschheit (1972) Die Grenzen des Denkens (2010) Die neuen Grenzen des Wachstums (1993) Bericht Bundesrechnungshof „Umsetzung der Energiewende im Hinblick auf die Versorgungssicherheit“ (2021) TAB-Studie: „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften durch Stromausfall“ (2011) Großstörung am 08. Jänner 2021 Europa auf dem Weg in die Katastrophe (2021) Nassim Taleb, Antifragilität – Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen (2013) Resilienz „Weniger ist mehr“ fällt schwer, ORF (2021)  
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  • Folge vom 06.05.2021
    041 – Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
    Die Idee zu dieser Episode ist mir gekommen, als mir ein altes Buch von Bertrand Russell in die Hände gefallen ist: Marriage and Morals. Ein heute (wie sich herausstellen wird zum Glück) recht unbekanntes Werk von ihm. Bertrand Russell war ein Philosoph, Logiker und public intellectual, den ich sehr schätze. Er ist 1872 geboren und 1970 gestorben, war einer der führenden Wissenschafter, Philosophen und Intellektuellen seiner Zeit. Ein Mensch, der in seinen Handlungen über seine Lebenszeit offensichtlich versucht hat die Gesellschaft in eine positive Richtung weiterzuentwickeln. Er befürwortete früh im 20. Jahrhundert das Frauenwahlrecht, wurde zweimal für seine Friedensbemühungen inhaftiert, war Atheist und unterstützte linke Ideen, obwohl er selbst einem alten Adelsgeschlecht entstammte.  Viele seiner Bücher sind bis heute – aus gutem Grund – gerne gelesen. So ist die Auseinandersetzung  (für mich) mit Marriage and Morals alles andere als einfach. In dieser Episode beschränkte ich mich auf ein Kapitel aus diesem Buch, das sich mit Eugenik beschäftigt. Unter Eugenik versteht man im weiten Sinne die Anwendung technischer oder politische Mittel oder Maßnahmen, mit dem Ziel, die Anteil vermeintlich positiver Erbanlagen in der Bevölkerung zu verbessern. Im Deutschen ist ein Begriff der NS-Zeit, die sogenannte Rassenhygiene, sehr eng damit verwandt. Russell äußert in diesem Kapitel Ansichten, die – wie in der Episode diskutiert wird – mit einem heutigen Blick auf die Welt in keiner Weise mehr vereinbar sind. Gerade darum war diese Auseinandersetzung für mich so lehrreich: Wie kann es sein, dass einer der führenden Intellektuellen seiner Zeit auf solche gedanklichen Abwege kommt? Was bedeutet dies über die Dinge die ich oder andere Menschen in der heutigen Zeit vertreten?  Russel war nicht der erste und wird nicht der letzte Intellektuelle bleiben, der sich in einem Thema verirrt. So schreibt etwa Karl Popper über Platon: »Er war ein großer Philosoph. Er hat die Philosophie begründet und hat viele großartige Ideen gehabt. Aber ich habe versucht zu zeigen, daß ein großer Philosoph auch sehr schlimme Dinge vertreten kann. In einer Zeit, die eine Aufklärungszeit war, in der andere Denker gegen die Sklaverei waren, schrieb Platon wie ein arroganter Sklavenhalter und trat für die Sklaverei ein.« Zunächst versuche ich in dieser Episode einen Schritt zurück zu machen und den Kontext der Zeit, das Verständnis von Eugenik kurz darzustellen. Menschen sind immer auch Kinder ihrer Zeit – welche Rolle spielt das in ihrem Denken? Dann kehren wir zu Russel und auch in die heutige Zeit zurück: Wie sollen wir Menschen der Vergangenheit beurteilen? Menschen, mit denen wir heute (intellektuelle oder politische) Konflikte haben? Dürfen wir Menschen verurteilen, die sich »Ausrutscher« erlaubt haben? Unter welchen Umständen? »Wer Eindeutigkeit erstrebt, wird darauf beharren, dass es stets nur eine einzige Wahrheit geben kann und dass diese Wahrheit auch eindeutig erkennbar ist.«, Thomas Bauer Ich denke, dass wir wesentlich mehr intellektuelle Bescheidenheit fordern müssen, sowohl in dem was wir behaupten, aber auch in dem was wir kritisieren. Dies ist eine für mich schwierig zu verdauende Folge. Ich hoffe, es ist mir gelungen diesen Themenbereich angemessen zu diskutieren. Ich freue mich daher gerade bei dieser Episode ganz besonders auf Feedback und Kritik. »Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen«, Karl Popper Referenzen Bertrand Russel Bertrand Russell: Biographie in der Encyclopedia Britannica Bertrand Russell in der Stanford Encyclopedia of Philosophy Das Russell-Einstein Manifest Bücher von Bertrand Russel Eroberung des Glücks: Neue Wege zu einer besseren Lebensgestaltung Lob des Müßiggangs Warum ich kein Christ bin Philosophie des Abendlandes Marriage and Morals, H. Liverlight (1929) fachliche Referenzen Philipp Blom, Die zerrissenen Jahre, dtv (2016) Richard David Precht, Sei du selbst, Goldmann (2019) Karl Popper, Ich weiß, dass ich nichts weiß, und kaum das, Ullstein Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt, Piper (2009) Thomas Bauer, Vereindeutigung der Welt, Reclam (2018)
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  • Folge vom 14.04.2021
    040 – Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
    In Episode 31 habe ich mich mit Tom Konrad über die Rolle von Software in der modernen Gesellschaft ausgetauscht. Diese Episode hat zahlreiche Dinge angesprochen, aber auch noch viele Aspekte offen gelassen. Daher freue ich mich, dass Philipp Reisinger in dieser zweiten Episode in diesem Themenbereich zur Verfügung gestanden ist. Philipp ist bei SBA-Research Experte für organisatorische Informationssicherheitsberatung, hält Zertifizierungs-Vorbereitungs-Trainings und ist Lektor an der FH St. Pölten.  Wir sprechen in dieser Episode über die Auswirkung von Software-Fehlern – warum sich die virtuelle Welt hier völlig anders verhält als die physische Welt. Wir führen dann den Begriff der Software-Nachhaltigkeit ein, und diskutieren die ungleiche Verteilung von Nutzen und Schaden wenn elementare Prinzipien der Nachhaltigkeit nicht erfüllt werden. Wir sprechen über zahlreiche negative Beispiele mangelnder Qualität und Nachhaltigkeit wesentlicher digitaler Infrastruktur, von Flugzeugabstürzen, digitaler Übernahme von Autos während der Fahrt, Manipulation von Wahlen durch Wahlcomputer und den massiven Hack von US-Infrastruktur (»Solar Winds«). XKCD: Voting Software Software und Digitalisierung sind heute Tagesthemen, aber auf welchen Prämissen beruht dieser Drang zur Digitalisierung aller Lebensbereiche? Wer gewinnt, wer verliert? Sollten wir Digitalisierung neu denken? Kann Lean Digitisation eine Alternative sein? Sollten wir bestimmte Lebensbereiche oder Industriefelder bewusst nicht Digitalisieren und analog betreiben? Werden wir angesichts des großen Ungleichgewichts zwischen einzelnen Großunternehmen, die von der Digitalisierung gewinnen und den Kosten, die vielfach die Gesellschaft trägt ohne signifikante Regulierung auskommen? Erste Schritte gibt es bereits mit der Datenschutzgrundverordnung sowie der NIS-Richtlinie. Aber welche Risiken sind mit Regulierung verbunden? Referenzen Philipp Reisinger Philipp Reisinger / SBA-Research Philipp Reisinger / FH-St. Pölten Andere Episoden Episode 19 und Episode 20:  Offene Systeme: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer Episode 24: Hangover: Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben – Gespräch mit Peter Purgathofer Episode 30: Techno-Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove Episode 31: Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad Episode 35: Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung Fachliche Referenzen Security in the real and virtual world (Presentation by Philipp Reisinger) Boeing 737 Max MCAS  Risiken Automatisierung im Flugverkehr Video Jeep Hack Artikel Jeep Hack Tesla Flotten Hack Langsames Patchen von Software Problemen am Beispiel Microsoft Exchange AWS Ausfall beeinträchtigt IOT 2017 AWS Ausfall beeinträchtigt IOT 2020 USA Gesetzesvorschlag analoge Steuerung Kraftwerke Solarwinds Hack und ökonomische Fehlanreize  Information Security Economics und Informations Sammlung Google Building Secure & Reliable Systems Initial vs. Sustained Velocity Security in the real and virtual world Maersk Not Petya Angriff Missbrauch Aufzeichnung von Überwachungskameras durch Servicetechniker Geplante Obsolenz IOT Wahlcomputer Paper Ballot  und Schneier Blog Wahlsoftware Schwachstelle Schweiz Navy baut Touchscreens wegen Unfallgefahr aus F-35 Touchscreen führt zu Fehleingaben Touchscreens als Sicherheitsrisiko im Auto Produkthaftung für Softwareschwachstellen Argumentation für mehr Regulierung bezüglich Software Sicherheit EU Richtlinie zur Wartung digitaler Güter (Update Pflicht) Akerlof Siprale Verdrängung guter/qualitativer Anbieter aus einem Markt  The long shadow of innovation, or: Lean digitisation and the car
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  • Folge vom 22.03.2021
    039 – Follow the Science?
    »Science does not say you shouldn’t pee on high-voltage lines, it says urine is an excellent conductor.«, Axel Bojanowski, Twitter Header »Follow the science«, also »Folge der Wissenschaft« ist das Motto oder die Forderung vieler Umweltbewegungen aber auch zunehmend politischer Akteure.  Was ist von dem Slogan zu halten? Was könnte falsch daran sein, den Erkenntnissen der Wissenschaft zu folgen? Bei genauerer Betrachtung stellt sich die Sache leider (wie so häufig) etwas komplexer dar.  Diese Frage öffnet drei grundsätzliche Ebenen: In welchem Umfang können wir Wissenschaft und Erkenntnis vertrauen? Denn Follow the Science setzt natürlich hohe Ansprüche an die Qualität des Wissens. Gibt es in komplexen Systemen überhaupt eine klare Beschreibung von Problemen und Lösungen? Oder ist schon diese Betrachtung problematisch? Selbst wenn wir diese ersten beiden (schwerwiegenden) Aspekte einmal ignorieren, stellen wir fest, dass es dennoch sehr fundamentale Gründe gibt, warum follow the science in der naiven Form kaum haltbar ist. In dieser Episode geht es  daher alleine um den dritten Aspekt. Die ersten beiden Aspekte wurden in anderen Episoden bereits diskutiert (s.u.). Anhand von vier Gedankenexperimenten wird die Problemlage deutlich gemacht: Welche Rolle spielt die Wissenschaft in der Entscheidungsfindung? Kann aus wissenschaftlicher Erkenntnis unmittelbar Aktivitäten abgeleitet werden? Wie ist das Zusammenspiel von ethischer Bewertung, gesellschaftlichen Werten und naturwissenschaftlicher Erkenntnis? In dieser Episode gilt ganz besonders: Teilen Sie Ihre Überlegungen mit mir! »Es gibt keine bedrohlichere und entwürdigendere Doktrin als die Vorstellung, dass wir die Verantwortung für die Entscheidungen unserer Gesellschaft irgendwie aus der Hand geben können, indem wir sie einigen wenigen, mit einem besonderen Zauber ausgestatteten Wissenschaftlern übertragen.«, Jacob Bronowski (1956) Referenzen Andere Episoden: (1) Welcher Erkenntnis können wir trauen Episode 13 und Episode 14: (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1 & 2 Episode 11: Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten! Andere Episoden: (2) Probleme und Lösungen Episode 6: Messen was messbar ist – über die Idee aus Messbarkeit heraus die Welt zu begreifen Episode 10: Komplizierte Komplexität Episode 27: Wicked Problems Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit Episode 37: Probleme und Lösungen Fachliche Referenzen Margaret Heffernan, Uncharted: How to Map the Future. Simon & Schuster UK (2020) Roman Krznaric, The Good Ancestor, WH Allen; 1. Edition (2020) Peter Singer, Drowning Child Experiment Max Weber, Die »Objektivität« sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis (1904) Richard David Precht, Sei du selbst, Goldmann (2019) Jacob Bronowksi, Science and Human Values (1956)
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