NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
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Folge vom 15.07.2022Der Heilige Stuhl zur PalästinafrageDas Verhältnis des Vatikan zum Staat Israel gilt seit eh und je als kompliziert; erst seit 1994 unterhält man überhaupt diplomatische Beziehungen. Streitpunkt zuvor waren lange der Status von Jerusalem und die Kontrolle über die heiligen christlichen Stätten, und dieser Konflikt reicht, wie unser heutiger Artikel aus der Deutschen Allgemeinen Zeitung vom 15. Juli 1922 belegt, sogar bereits weit in die britische Mandatszeit über Palästina zurück. Schon damals wollte Rom im ‘Heiligen Land‘ gerne mitreden und beobachtete alle britisch-zionistischen Annäherungsversuche mit Argwohn. Von den Muslimen im Land ist in dem Artikel nur wenig die Rede, und wenn, dann in heute nicht mehr gebräuchlicher Terminologie. Es liest Paula Leu.
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Folge vom 14.07.2022Aphorismen aus dem Nachlass Walther RathenausMan kennt das Phänomen auch aus unseren Tagen: Kaum ist eine berühmte Autorin, ein berühmter Autor gestorben, wird eilig ihr Nachlass geplündert und jede noch so beiläufige Zeile zur postumen Veröffentlichung gebracht. Walther Rathenau war zwar nicht hauptberuflich schriftstellerisch tätig; als echter Workaholic fand er neben seinen fordernden Betätigungen als Staatsmann und als Wirtschaftskapitän gleichwohl auch noch Zeit, sich ausführlich schriftlich zu verschiedensten Fragen des Weltgeschehens zu äußern. Für die Berliner Volks-Zeitung war es insofern durchaus ein Coup, am 14. Juli 1922, also knappe drei Wochen nach dem verheerenden Attentat auf Rathenau, bislang noch unveröffentlichte Aphorismen von ihm erstmals einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Frank Riede bringt sie zur Anhörung.
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Folge vom 13.07.2022Aufzeichnung von TelefongesprächenWird man immer informiert, ob ein Zoom-Call aufgezeichnet wird? Sagt man immer „Nein“, wenn man nicht einverstanden ist, dass bei einer Hotline der Anruf zu Trainingszwecken aufgezeichnet wird? Fragen, mit denen sich offensichtlich auch schon Telephonist_innen 1922 beschäftigen mussten, wenn auch unter anderen technischen Vorzeichen. Die Berliner-Börsen Zeitung jedenfalls ist ganz begeistert ob der Möglichkeiten des neuen „Telegrapohons“, das es in der Ausgabe vom 16. Juli vorstellt. Paula Leu zeichnet auf.
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Folge vom 12.07.2022Absichtliche Irreführung der Polizei?Auch beinahe drei Wochen nach der Ermordung Rathenaus jagte die Polizei die beiden Mörder, die die tödlichen Schüsse aus dem vorbeifahrenden Auto abgegeben, bzw. die Handgranate geworfen hatten. Eine Sichtung von beiden bei Gardelegen in Sachsen-Anhalt führte zu einer großräumigen Einkreisung durch Polizeikräfte. Die Bevölkerung war zur Mitarbeit aufgerufen. Das nach dem Druckerstreik erstmals wieder erscheinende Berliner Tageblatt vom 12. Juli berichtet über den Stand der Verfolgung und vermutet, dass die Täter durch Falschaussagen aus der Bevölkerung geschützt würden. Frank Riede liest.