NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
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Folge vom 08.09.2025Vereinigte Staaten von Europa? Eine UmfrageRichard Coudenhove-Kalergi wurde 1894 in Tokio geboren als Sohn eines österreichischen k.u.k. Diplomaten und seiner japanischen Gattin. Als Schriftsteller, Philosoph und Politiker begründete er 1924 die Pan-Europa-Union, wohl die älteste Einigungsbewegung Europas, der sich nach und nach zahlreiche Prominente anschlossen, wie Albert Einstein, Thomas Mann, Otto von Habsburg und Konrad Adenauer. Ein Jahr nach der Gründung befragte er zahlreiche europäische Intellektuelle und Politiker nach ihren Ansichten zu der Möglichkeit, die Vereinigten Staaten von Europa zu begründen. Interessant ist, dass der eigentlich in diesem Podcast durch sehr konservative bis nationalistische Positionen auffällig gewordene Hamburgische Correspondent in seiner Ausgabe vom 8. September diese Umfrage ausführlich abdruckt und auch den französischen Politikern Raum gibt. Eine Distanzierung von den pazifistischen Ideen lässt sich die Zeitung gleich zu Beginn dann noch nicht nehmen. Für uns lesen die Vereinigten Sprecher*innen von Auf den Tag genau, Rosa Leu und Frank Riede.
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Folge vom 07.09.2025Der Auto-Traum: das billige VolksfahrzeugNachdem wir in der gestrigen Folge die Pferdedroschke verabschiedet haben, blicken wir heute mit dem Pinneberger Tageblatt vom 7. September 1925 in die damalige Zukunft des Automobils. Und dieser Blick orientierte sich an den Ford-Werken in den USA und führte zu der Frage, ob es denn auch bald ein „Volksfahrzeug“ in Deutschland geben würde. Der Autor ist darum bemüht, die aufgeregte Debatte zu beruhigen, und zeigt nüchtern die Gründe dafür auf, dass ein wirklich billiges Automobil zunächst nicht zu erwarten sei. Vermutlich schreibt hier der im Jahre 1925 79-jährige legendäre Automobil- und Motorenkonstrukteur August Wilhelm Maybach selbst. Hundertprozentig sicher können wir uns aber nicht sein. Der Artikel ist mit Dr. E. W. Maybach gezeichnet. Dabei würde der Doktortitel passen, da der Ingenieur 1916 eine Ehrendoktorwürde erhalten hatte, nur das „E.“ für den ersten Vornamen irritiert. Wie dem auch sei: Rosa Leu kontert für uns die Hoffnungen auf einen günstigen Wagen für alle.
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Folge vom 06.09.2025Das Ende der Pferdedroschke in HamburgVon Pferden gezogene Fortbewegungsmittel verschwanden im Laufe der 1920er Jahre endgültig aus dem städtischen Verkehr und wurden durch Verbrenner- und Elektromotoren mit gleich mehreren Pferdestärken ersetzt. So hatte in Hamburg im Dezember 1922 die letzte Pferdebahnstrecke in Marienthal ihren Betrieb eingestellt. Und auch die Hamburger Pferdedroschken hatten bald ausgedient. Zu ihrer Verabschiedung fand am 6. September 1925 ein feierlicher Umzug statt. Zumindest finden wir - zusammen mit einem Blick in die Geschichte der Pferdedroschke - im Hamburger Echo dieses Tages eine Ankündigung des Abschiedsumzugs. Für uns blickt Frank Riede zurück.
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Folge vom 05.09.2025Sommer auf SyltSyltisch – wer nicht weiß, was sich hinter dieser Bezeichnung für ein Wetter bzw. Klima verbirgt, dem seien der Artikel von Lisbet Dill aus dem Hamburger Anzeiger vom 5. September 1925 und die Lesung desselbigen von Rosa Leu hier in dieser Auf den Tag genau-Episode dringend empfohlen. Dass die Saison auf des Hamburgers liebster Insel seinerzeit noch eher kurz ausfiel, erfährt man dort genauso wie von den Vorzügen der Vor- und Nachsaison, welche die Autorin ausgiebig auskostet. Neben jeder Menge Sonne und Wind hatte Sylt, scheint es, auch schon vor einhundert Jahren sehr viel Flair und war dabei, glaubt man jedenfalls Lisbet Dills Reisebericht, unglaublicherweise auch noch einigermaßen günstig.