Als Fotograf ist Michael Ruetz Autodidakt. Der promovierte Sinologe begann eher zufällig mit dem Fotografieren - inmitten der West-Berliner Studentenproteste 1968. Sein Foto von Rudi Dutschke gehört zum kollektiven Bildgedächtnis. Ruetz Blick auf Ost-Berlin spiegelt Sympathie für das Leben auf der anderen Seite der Mauer. Kompositorisch genau durchdacht unterscheiden sich seine Aufnahmen von der Flut der Bilder, die auf uns einströmen. Man spürt dahinter den geduldigen Beobachter, die Konzentration auf wenige Themen. "Timescapes" nennt Michael Ruetz sein Langzeitprojekt, das derzeit in der Akademie der Künste zu sehen ist. In unregelmäßigen Abständen hat er über Jahrzehnte die städtebauliche Veränderung der Berliner Mitte dokumentiert. Britta Bürger im Gespräch mit dem Fotokünstler .

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Reden mit einem Menschen. Eine knappe Stunde lang. Eine Zumutung? Im Gegenteil: es ist die pure Verführung zum Zuhören.
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Folge vom 28.07.2024Michael Ruetz - Der richtige Standpunkt
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Folge vom 21.07.2024Annette von Schlabrendorff - Enkelin eines Hitler-AttentätersAls Annette von Schlabrendorff 1985 zur Welt kam, war ihr Großvater bereits vier Jahre tot. Er war Rechtsanwalt und Richter am Bundesverfassungsgericht. Vor allem aber war Fabian von Schlabrendorff Teil des militärischen Widerstands gegen Hitler. Als Kind hat sie erst nach und nach von seinem Engagement gegen Hitler erfahren. Sie wurde von ihrem Vater zu Besuchen bei den Witwen ehemaliger Widerstandskämpfer mitgenommen, und musste in der Schule Referate über ihren Großvater halten. Heute ist die Geschichtslehrerin Mitglied im Vorstand der Stiftung 20. Juli 1944 und Mitverfasserin eines Manifests zum 80. Jahrestag des Umsturzversuchs. Matthias Bertsch hat mit ihr über ihren Großvater gesprochen und darüber, welche Bedeutung die Erinnerung an den Widerstand hat.
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Folge vom 07.07.2024Mohammad Shaban - Anderen die Angst vorm Wasser nehmenWenn Mohammad Shaban sagt, er möchte anderen die Angst vorm Wasser nehmen, dann erinnert er sich an Momente, in denen er die Panik von Menschen vorm Ertrinken gespürt hat. Er hat mit ihnen im Schlauchboot gesessen auf seiner Flucht von Syrien nach Europa. Er war der Einzige, der schwimmen konnte. Diese Angst will er seither bekämpfen, indem er Menschen, ob jung oder alt, das Schwimmen beibringt. Die Möglichkeit für einen Trainerschein hat ihm das Projekt "Sportbunt" gegeben, mit dem der Landessportbund Vielfalt in die Vereine bringen will. Darüber und über seinen langen Weg von Aleppo nach Berlin spricht Mohammad Shaban mit Katrin Heise.