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Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. radio3-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.
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Folge vom 19.02.2026Literatur als Selbsterhaltung (dt.-ukr. Fassung)Der ukrainische Autor Serhij Zhadan im Gespräch mit Natascha Freundel Deutsch-Ukrainisch ohne Overvoice. Deutsche Fassung siehe Podcast "Im Krieg entsteht eine neue Literatur." (Serhij Zhadan ) „Die Dichtung ist und bleibt eine Form der Medizin. Nein, heilen kann sie nicht, aber sie kann die Hoffnung zurückgeben“, schreibt der ukrainische Schriftsteller, Musiker und Soldat Serhij Zhadan in seinem Gedichtband „Chronik des eigenen Atems“. In den zwölf Jahren des russischen Kriegs gegen die Ukraine, der in den vergangenen vier Jahren zu einem Vernichtungskrieg gegen das ganze Land geworden ist, hat Zhadan eine neue literarische Sprache gefunden. Eine Literatur, die von den Kriegsfolgen und von der Resilienz der Ukrainer erzählt. Schreiben, Singen und Übersetzen sind Formen der Selbsterhaltung für den wohl wichtigsten ukrainischen Autor der Gegenwart. Auch der erste Armeesender der Ukraine, "Radio Chartija", spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Gedankenaustausch über Literatur im Krieg, über Paul Celan, Bruno Schulz und Bertolt Brecht, über Kinder und unsere Zukunft. Serhij Zhadan ist der derzeit erfolgreichste Schriftsteller, Übersetzer und Musiker der Ukraine. Im Frühjahr 2024 ist er der „Chartija“-Brigade der ukrainischen Nationalgarde beigetreten und leitet dort das von ihm aufgebaute „Radio Chartija“. Auf Deutsch erscheint sein Werk im Suhrkamp Verlag, zuletzt „Keiner wird um etwas bitten“ (2025). 2022 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2025 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:02:08 Literatur und Hoffnung im Krieg 00:06:26 Lage in Charkiw 00:10:53 Widerstandgeist und Armee in der Ukraine 00:14:04 Entstehung einer neuen Kultur und Literatur 00:21:00 Kinder, Konzerte und Zukunft 00:24:41 Paul Celan und Bruno Schulz 00:30:15 Von Russisch zu Ukrainisch 00:31:38 Bertolt Brecht und Rilke 00:35:23 Radio an der Front 00:39:23 Europas Unterstützung der Ukraine 00:42:34 Der zweite Gedanken von Serhij Zhadan 00:43:56 Outro Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
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Folge vom 19.02.2026Literatur als SelbsterhaltungDer ukrainische Autor Serhij Zhadan im Gespräch mit Natascha Freundel Deutsche Fassung. Übersetzung und Overvoice: Sofija Onufriv "Im Krieg entsteht eine neue Literatur." (Serhij Zhadan ) „Die Dichtung ist und bleibt eine Form der Medizin. Nein, heilen kann sie nicht, aber sie kann die Hoffnung zurückgeben“, schreibt der ukrainische Schriftsteller, Musiker und Soldat Serhij Zhadan in seinem Gedichtband „Chronik des eigenen Atems“. In den zwölf Jahren des russischen Kriegs gegen die Ukraine, der in den vergangenen vier Jahren zu einem Vernichtungskrieg gegen das ganze Land geworden ist, hat Zhadan eine neue literarische Sprache gefunden. Eine Literatur, die von den Kriegsfolgen und von der Resilienz der Ukrainer erzählt. Schreiben, Singen und Übersetzen sind Formen der Selbsterhaltung für den wohl wichtigsten ukrainischen Autor der Gegenwart. Auch der erste Armeesender der Ukraine, "Radio Chartija", spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Gedankenaustausch über Literatur im Krieg, über Paul Celan, Bruno Schulz und Bertolt Brecht, über Kinder und unsere Zukunft. Serhij Zhadan ist der derzeit erfolgreichste Schriftsteller, Übersetzer und Musiker der Ukraine. Im Frühjahr 2024 ist er der „Chartija“-Brigade der ukrainischen Nationalgarde beigetreten und leitet dort das von ihm aufgebaute „Radio Chartija“. Auf Deutsch erscheint sein Werk im Suhrkamp Verlag, zuletzt „Keiner wird um etwas bitten“ (2025). 2022 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2025 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:02:08 Literatur und Hoffnung im Krieg 00:06:26 Lage in Charkiw 00:10:53 Widerstandgeist und Armee in der Ukraine 00:14:04 Entstehung einer neuen Kultur und Literatur 00:21:00 Kinder, Konzerte und Zukunft 00:24:41 Paul Celan und Bruno Schulz 00:30:15 Von Russisch zu Ukrainisch 00:31:38 Bertolt Brecht und Rilke 00:35:23 Radio an der Front 00:39:23 Europas Unterstützung der Ukraine 00:42:34 Der zweite Gedanken von Serhij Zhadan 00:43:56 Outro Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
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Folge vom 12.02.2026Zwischen Protest und Autokratie - USA am Wendepunkt?Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Carolina Chimoy und Nell Zink "Das Musterland der Demokratie sehen wir so schnell nicht wieder." (Carolina Chimoy) Ein Jahr nach dem Amtsantritt von Donald Trump II kommt es zum ersten Aufbegehren der Zivilgesellschaft und der Kulturwelt gegen den immer autokratischer regierenden US-Präsidenten. Manche Beobachter sprechen jetzt von einem Wendepunkt. Spätestens seit den tödlichen Schüssen in Minneapolis scheint sich etwas gelöst zu haben: Zunächst demonstrierten Tausende auf den Straßen der Stadt, dann in über 40 Bundesstaaten und jetzt meldet sich auch die Kultur zu Wort. Auf den ganz großen Bühnen: Zuletzt in Person von Latin-Superstar Bad Bunny bei der Superbowl Halftime Show. Host Lukasz Tomaszewski spricht mit der Journalistin Carolina Chimoy und der Schriftstellerin Nell Zink über staatliche Repressionen und die zunehmende Angst im Land. Und über die ersten, die dagegen aufbegehren. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:03:43 Trump-Gegner Bad Bunny 00:12:42 Protesthymne von Bruce Springsteen 00:15:30 Repressionen und Angst im Land of the Free 00:26:20 Young Republicans und Dumpinglöhne 00:30:29 Alptraum für Migranten 00:35:23 Checks and Balances verloren? 00:42:06 Protestformen 00:44:57 Wendepunkt 00:47:38 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de
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Folge vom 29.01.2026Zugang zum See? Heimsuchung heuteDie Debatte mit Natascha Freundel, Sabine Rennefanz und René Wilke Auf den ersten Blick hat sich Bad Saarow am Scharmützelsee zum Postkartenidyll entwickelt. Doch je länger der Abriss des Alten nach der DDR zurückliegt, desto lebendiger wirken die Gespenster der Vergangenheit – nicht nur im Osten Brandenburgs. Im Kontext der Inszenierung „Heimsuchung“ nach dem gleichnamigen Roman von Jenny Erpenbeck denken die in Beeskow geborene Autorin Sabine Rennefanz und der Innenminister des Landes Brandenburg, René Wilke, darüber nach, wer sich heute in der Idylle zu Hause fühlen darf und wie es politisch und gesellschaftlich weitergehen soll. Mit dabei: die in Bad Saarow lebende Architektin und Gemeinderätin Silke Wagenitz. Aufgezeichnet am 24. Januar 2026 im Deutschen Theater Berlin, in Kooperation mit DT Kontext. Sabine Rennefanz wurde in Beeskow geboren und arbeitet als Kolumnistin für Der Spiegel und Tagesspiegel. Zuletzt erschien der Roman „Kosakenberg“ (Aufbau). René Wilke ist Minister des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg. Von 2018 bis 2025 war er Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Frankfurt/Oder. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:02:58 Scharmützelsee als Heimat 00:09:00 Zugang zum See in der Vergangenheit Bad Saarows 00:19:25 Kolonisierung heute? 00:33:52 Warum AfD? 00:36:42 Parteilose Politiker 00:40:25 Brandmauer 00:44:48 Wie weiter in Brandenburg? 00:50:13 Publikumsfrage: Dritte Orte und Politik 00:57:22 Zugang zu gemeinsamer Realität 01:01:44 Outro/ Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an derzweitegedanke@radiodrei.de.