So haben Krieg, Rechtswesen und Kunst Redensarten geprägt.
Die Kapitulation, die Aufgabe einer Seite hat schon so manchen Krieg beendet. Deshalb verwendet man auch im sonstigen Leben sprachliche Bilder aus dem Kriegswesen, um das Aufgeben zu umschreiben: «die Flinte ins Korn werfen», «die Segel streichen» oder «die weisse Fahne hissen».
Auch das mittelalterliche Rechtswesen spiegelt sich in diversen Redewendungen, so etwa in «auf die lange Bank schieben» für «hinauszögern».
Der mittelalterlichen Dichtung haben wir wohl «über den grünen Klee loben» zu verdanken - denn die Dichter priesen den Klee wie kaum etwas anderes. Und auf das Theater bezieht sich die Redensart «kein Blatt vor den Mund nehmen» für «ehrlich und direkt sein» - in Zeiten der Zensur hielten sich manche Schauspieler ein Blatt Papier vor das Gesicht, damit sie nicht erkannt und für allfällig heikle Aussagen zur Rechenschaft gezogen werden konnten.
In dieser Sendung erfahren Sie die spannenden Geschichten rund um diese und weitere Redewendungen. Und ausserdem erklären wir, was der Familienname Vollenhals ursprünglich bedeutet haben könnte.
Mundart
Dini Mundart - Schnabelweid Folgen
«Dini Mundart – Schnabelweid» ist die Sendung für alle, die Mundart lieben. Wir bringen die Mundartvielfalt der deutschen Schweiz zum Klingen. Lesungen von MundartautorInnen, Lieder von MundartsängerInnen, Geschichten und Beiträge zur Mundartkultur von Freiburg bis ins St.Galler Rheintal und von Schaffhausen bis zu den Walsern.
Folgen von Dini Mundart - Schnabelweid
50 Folgen
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Folge vom 30.07.2026Von «die Segel streichen» bis «kein Blatt vor den Mund nehmen»
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Folge vom 23.07.2026Redensarten: Warum funken wir uns dazwischen?Redensarten verraten uns viel über alte Traditionen und neue Technologien. Verschiedene Redensarten beziehen sich auf traditionelle Methoden von Handwerk – und an ihren moderneren Pendants lässt sich die Entwicklung der Gesellschaft und der Technologien mitverfolgen. Das zeigen wir in der heutigen Sendung anhand von vielen Beispielen für Redensarten zu den unterschiedlichsten Themen. Es geht um Gelegenheiten (erfolgreich genutzte, aber auch verpasste, die uns wie bei der Jagd das Wild «durch die Lappen gegangen» sind), um Störenfriede, die uns «dazwischenfunken», um Verrückte, die «nöd ganz gschöchlet» sind, aber auch um Sprachbilder dafür, wie wir uns heimlich davonmachen – und wie wir sterben. Zum Schluss der Sendung gehen wir ausserdem dem Familiennamen Aemisegger auf den Grund.
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Folge vom 16.07.2026Redewendungen: Wer sind die Leviten und warum werden sie gelesen?Die grösste einzelne Quelle für Redewendungen ist die Bibel. Daran zeigt sich, wie sehr die Religion Sprachen und Vorstellungswelten geprägt hat. Wenn man jemanden belehrt, dann «liest man ihm die Leviten», und wenn man etwas plötzlich begreift, dann «fällt es einem wie Schuppen von den Augen» oder «es geht einem ein Licht auf». All diese Redewendungen stammen aus der Bibel oder beziehen sich auf die heilige Schrift des Christentums. Und religiöse Bezüge gibt es auch in den Redensarten «jemandem eine Gardinenpredigt halten», «jemanden abkanzeln» und sogar in der «Standpauke». Aber natürlich, längst nicht alle Redewendungen haben mit Religion zu tun. Sie bedienen sich etwa auch in der Küche («jemanden schmoren lassen», «mit jemandem ein Hühnchen zu rupfen haben») oder bei der Mode («öpperem d Chnöpf iitue» und «öpperem ds Möösch putze» – beides für 'zurechtweisen'. Mit «Möösch» ist das Messing gemeint, aus dem Uniformknöpfe gemacht sind). Erfahren Sie die Geschichten hinter diesen und weiteren Redensarten im zweiten Teil unserer Sommerserie. Zum Schluss der Sendung beleuchten wir noch die Herkunft des Familiennamens Wepfer, der auf ein altes Handwerk zurückgeht.
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Folge vom 09.07.2026Redensarten vom Dampfer bis zu den ZügelnWir sprechen gern in bildhaften Redensarten. «Du bist auf dem falschen Dampfer» oder «Sie hat die Zügel in der Hand» oder «jetzt musst du einen Zahn zulegen!» Die Sprachbilder unserer Redensarten verändern sich mit den Lebenswelten unserer Alltagsumgebung. Wer früher auf dem Holzweg war, sitzt heute im falschen Film. Wer früher die Zügel in der Hand hielt, ist heute vielleicht der Babo im Haus. In der Sendung werden alte und neue Redensarten erläutert mit den Bedeutungen «sich beeilen», «sich irren», «sich gut verstehen» und «bestimmen, Chef sein». Was hat der Familienname Adank mit Dank zu tun? Familien namens Adank sind in Wartau SG, Fläsch und Luzein GR alteingesessen. Ihr Name ist ein Übername und geht zurück auf das Wort Dank und eine Vorsilbe, die die Abwesenheit des Genannten ausdrückt. Adank bedeutet also wörtlich «danklos» und bezeichnete ursprünglich wahrscheinlich einen undankbaren Menschen, allenfalls auch jemanden, der den ihm zustehenden Dank nicht bekam.